Trauerspiel der Idiotiker

Am letzten Mittwoch… also am Nikolausi… gab’s die 15. Deutsche Konferenz für Tabakkontrolle in Heidelberg, der Trutzburg germanischer Nebelverächter. Gut, im Kern ging’s um Tabak, dem Blatt gewordenen Beelzebub, und nicht um die leckere Wolke. Aber für die Jungs und Mädels aus der Stadt am Neckar ist das ja bis heute irgendwie eine Soße. Sind halt Wolken und die sind böse… zu mehr reicht der Horizont eben nicht.
Da wurde also nun bequatscht und vorgetragen, wie man die Welt retten will. Nicht mit Weltfrieden und was gegen Armut oder so nem langweiligen Zeug. Nöpp, man will „Suchtis“ retten, die vom rechten Weg gepurzelt sind, die armen Kippenjunkies.

Egal, jeder hat so seine Priorität. Und bei der Heidelberger Rasselbande ist das eben der blaue Dunst. Die wollen auch Leutchen retten, die gar nicht wissen, dass sie gerettet werden wollen… oder müssen… oder was auch immer. Wolken sind böse! Hatte ich das schon?

Aber egal, den Krieg des gerollten Blätterwerks will ich hier gar nicht führen… is nich meiner. Mir geht’s um den Nebel, um die gedampfte Wolke. Ja, ausnahmsweise auch mal um die Zigarette mit Heizplatte im Arsch. Denn die echte E-Zigarette… das „Heat-not-burn“ Zeug… und die Dampfe haben was gemeinsam. Die schlauen Leutchens von DKFZ und Co. kapieren sie nich… und die wollen sie auch nicht kapieren.

Genau das haben die wieder bei ihrer lustigen Konferenz bewiesen. Zusammen mit dem ABNR (Aktionsbündnis Nichtraucher) haben die Heidelberger nämlich mal voll die Schrotflinte auf Dauerfeuer gestellt. Da wird mit dem Tabakqualm auch gleich die Dampfwolke weggesemmelt.
Die leckere Wolke soll nämlich zusammen mit dem Glimmstängel aus der Öffentlichkeit, vom Arbeitsplatz und aus Autos verschwinden… wenn Kiddis mit an Bord sind. Klar, dass außerdem die Werbung für die Dampfe weg muss und mächtig Steuern auf das Ding drauf soll.

Lustig ist auch die Forderung des ABNR, Krankenkassen sollten den Kippenjunkies ihre Mittelchen gegen die „Sucht“ bezahlen. Aber natürlich nur „wissenschaftlich gesicherte Methoden der Tabakentwöhnung“. Sonst würde die BARMER einem noch am Ende das Liquid spendieren. Wo’s doch so viele schöne wissenschaftlich total gesicherte Methoden gibt, die zwar nix bringen, aber wo der Rubel rollt… in die richtigen Taschen.

Im Kern bleibt doch eins: alle Wolken müssen weg. Da is mal scheißegal ob schädlich oder nicht. Differenzieren is was für Weicheier. Und wenn ein Tabakmulti dran verdient… also so’n Schuppen vom Leibhaftigen… dann isses eh immer böse. Findet das BfR auch.
Philip Morris hatte ja seinen lustigen Tabakbräter selber untersucht und fand dabei 90% weniger Zellkiller und 95% weniger Tumormacher als im verbrannten Blätterwerk. Nur wer glaubt schon dem Teufel?! Also wurde extra noch mal gemessen… is ja auch erst mal nicht falsch.
Und das BfR hat jetzt rausgelassen, was die das so alles gefunden haben. Dr. Frank Henkler-Stephani bringt die Sache auf’n Punkt: „Im Wesentlichen bestätigen unsere Untersuchungsergebnisse die Daten des Herstellers“.

Also, klare Sache, in den Tabakdampfen is 90 bis 95% weniger Schrott… is doch mal nich schlecht. So’n Tabakmatschekocher macht dann ja auch weniger Aua. Irgendwie logisch, oder?
Öhm… äh… also… nöpp. Meint zumindest das BfR. In der Ärzte Zeitung hauen die dazu nämlich raus, dass weniger Schrott, nicht auch genau so viel weniger Aua heißt. Also… äh… is schon weniger, aber eben nich nix… oder so.
Für das BfR bleibt die Wolke aus Dampfe und Tabakbräter halt immer noch’n „mutagenes Aerosol“.
Das is mal’n heftig Pfeffer… „mutagenes Aerosol“. Im Nebel von ner Dampfe is halt nur nich mehr mutagenes Zeug, als in der Puste vom Nebenmann. Was soll also dieser Nonsens?

In den Brätern ist etwas mehr an Tabakzeug im Dampf als in ner richtigen Dampfe, geschenkt, is halt Tabak drin. Aber wir sind da vom Gesundheitsrisiko immer noch irgendwo zwischen gegrilltem Steak und Marzipanbrot.
Oder noch mal anders…
Wenn die Kippe wie’n Sprung aus’m fünften Stock ist, dann sind wir bei der Dampfe noch nicht mal im Bereich „Stolpern über die Türschwelle“. Und selbst die „Heat-not-burn“ Dinger bewegen sich maximal in der Gegend „Hüpfer aus’m Fenster in Parterre“. Ist nicht nix, aber eben auch weit weg von Genickbruch. Müsste jedem klar sein, der mehr als zwei Gehirnzellen im Stübchen hat.

Dem BfR ist das trotzdem mal voll Schnuppe. Die wollen sich erst gar nicht das Köpfchen zergrübeln, wie’s mit Risikominimierung aussieht. Find ich lustig, schließlich isses ja das „Bundesinstitut für Risikobewertung“. Aber der Herr Henkler-Stephani vom BfR hat in der Ärzte Zeitung zum Thema Tabakbräter und Dampfen deutlich gemacht: „Den Konsum davon wird das BfR nicht empfehlen und sich auch keiner Reduced-Risk-Einstufung anschließen.“

Hier zeigt sich die Kloßbrühe: Dem DKFZ und seiner buckligen Tochter, dem ABNR, geht’s, wie es aussieht, nicht um die Gesundheit, die wollen einfach nur, dass die Menschen keine Wolken mehr machen. Da geht’s ums Prinzip und am Ende auch um die Patte. Mit Logik, Wissenschaft und Verantwortung hat die ganze Soße schon lange nix mehr zu tun.
Und das BfR macht nicht seinen Job, sondern spielt sabbernder Gehilfe in diesem Trauerspiel der Idiotiker.

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Quellen:

DKFZ: Konsequente Tabakprävention rettet Leben – eine Aufgabe für die neue Regierung

ABNR: Für eine konsequente Tabakprävention (PDF)

Ärzte Zeitung: Harter Tobak für die Tabakbranche

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Eine Antwort zu Trauerspiel der Idiotiker

  1. Frank schrieb:

    Irgendwann kommt der Tag, an dem sich diese Schwerkriminellen verantworten müssen, ganz sicher. Auch wenn es passenderweise erst auf einer Wolke ist.

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