Umstieg auf die E-Zigarette hilft COPD-Patienten

In einer kürzlich veröffentlichten Langzeitstudie vom italienischen Arzt und Wissenschaftler Riccardo Polosa von der Universität Catania wurden die Folgen des Umstiegs auf die E-Zigarette bei ehemals rauchenden COPD-Patienten untersucht.
COPD (Chronische obstruktive Lungenerkrankung) ist eine Erkrankung der Lunge, die Folge langjährigen Zigarettenkonsums sein kann. Es handelt sich dabei um eine chronische Entzündung der Atemwege, die mit Narbenbildung des Lungengewebes einhergeht und zu Symptomen wie Husten und Atemnot führt. Wird das Fortschreiten der Krankheit nicht aufgehalten, endet sie fast unweigerlich tödlich.

Über einen Zeitraum von fünf Jahren wurden bei COPD-Patienten, die mit der E-Zigarette den Rauchstopp geschafft hatten, sowohl das subjektive Empfinden abgefragt als auch die klinischen Symptome untersucht.
Ergebnis war, dass sich die subjektiven Beschwerden und klinischen Befunde der Probanden, die auf die E-Zigarette umgestiegen waren, merklich verbessert hatten. Im Schnitt konnte in dieser Gruppe das Fortschreiten der Erkrankung gestoppt werden.

Die Autoren der Studie kommen zu dem Schluss, “dass die Verwendung von E-Zigaretten die objektiven und subjektiven COPD-Folgen verbessern kann und dass die erreichten Vorteile langfristig bestehen bleiben. Die Verwendung von E-Zigaretten für den Rauchstopp bzw. eine Reduzierung des Rauchens kann einen Teil des durch das Rauchen von Tabak bei COPD-Patienten entstandenen Schadens wieder verbessern.”

Diese Studie ist darüber hinaus ein weiterer deutlicher Hinweis darauf, dass die Nutzung von E-Zigaretten das Risiko für eine COPD-Erkrankung nicht zu erhöhen scheint.


Riccardo Polosa et al.: COPD smokers who switched to e-cigarettes: health outcomes at 5-year follow up

JUUL zieht sich aus Deutschland zurück

Ende diesen Jahres wird die E-Zigarettenmarke JUUL des Herstellers JUUL Labs Inc. vom deutschen Markt verschwinden. Das bestätigte ein Sprecher des Unternehmens kürzlich der Lebensmittel Zeitung.
Erst 2019 hatte JUUL Labs mit großen Ambitionen versucht, auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen. Mit der JUUL bietet das Unternehmen lediglich ein Produkt an, welches sich aber besonders in den USA gut verkauft. Auf dem europäischen Markt konnte sich die JUUL bislang nicht in gleichem Maße etablieren.

In den Staaten wird die JUUL mit Nikotinkonzentrationen von über 50mg/ml angeboten. Ein Problem für das Unternehmen war hierzulande, dass in Europa eine Obergrenze von 20mg/ml gilt.

Schon in den vergangenen Monaten hatte das Unternehmen seine Aktivitäten auf dem deutschen Markt sukzessive reduziert. Laut Unternehmenssprecher wird es die Produkte nur noch geben, solange sie im Handel vorrätig sind.

SCHEER Report veröffentlicht: E-Zigarette kommt nicht gut weg

Heute wurde der SCHEER Report veröffentlicht. Es handelt sich dabei um den Bericht des wissenschaftlichen Gremiums “Scientific Committee on Health, Environmental and Emerging Risks” (SCHEER), welcher von der EU-Kommission in Auftrag gegeben wurde. Dieser Bericht wird Grundlage für die anstehende Überarbeitung der Tabakprodukterichtlinie (TPD) sein.
Für den SCHEER Report wurden keine eigenen Studien in Auftrag gegeben, sondern lediglich die vorhandene Studienlage über die E-Zigarette ausgewertet.

Die Verfasser des Berichts sehen vor allem eine starke Evidenz dafür, dass Dampfen das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen erhöht. Zudem sehen sie des weiteren starke Hinweise darauf, dass die E-Zigarette ein Gateway zum Rauchen für Jugendliche darstellt. Besonders Nikotin und Aromen seien dabei für die Ausbildung einer Abhängigkeit verantwortlich.

Trotz schwacher Datengrundlage legt der Bericht eine Gefährdung durch Passivdampf nahe und weckt Zweifel an der Wirksamkeit der E-Zigarette als Mittel zum Rauchstopp.
Generell sehen die Verfasser noch viel Forschungsbedarf, vor allem weisen sie auf das Fehlen von Langzeitstudien hin.

Zweifel über die Ausgewogenheit der Beurteilung der vorhandenen Studienlage im Report sind angebracht. Es ist zum Beispiel fragwürdig, wie die Verfasser von einer starken Evidenz für Herzkreislauferkrankungen ausgehen können. Nicht nur, dass fast alle Studien, die das nahelegen, große Schwächen aufweisen und von vielen Wissenschaftlern scharf kritisiert werden. Es gibt demgegenüber aussagekräftige Studien, die deutlich zeigen, dass sich nach einem Umstieg vom Rauchen aufs Dampfen der Zustand der Blutgefäße stark verbessert. Dasselbe gilt im Übrigen auch für Atemwegserkrankungen.

Zudem zeigen die vorliegenden Zahlen, dass weltweit nur ein kleiner Anteil der Jugendlichen zur E-Zigarette greifen. Fast alle von ihnen sind zuvor Raucher gewesen. Die Anzahl jugendlicher Raucher ist in den meisten Ländern kontinuierlich gesunken, seitdem es die E-Zigarette gibt. Dies alles widerspricht eindeutig den Aussagen des SCHEER Reports zum Thema Gateway.

Bis zum 26. Oktober können Beteiligte nun Kommentare zum vorliegenden Bericht bei der EU einreichen.


Artikel dazu auf Vapers.guru: SCHEER Report: Vorbereitung der TPD3

SCHEER Report: Preliminary Opinion on electronic cigarettes

Immer weniger Menschen dampfen in den USA

Laut einer Umfrage von CivicScience ist in den letzten zwölf Monaten die Anzahl der E-Zigarettennutzer in den USA um fast ein Viertel zurückgegangen.
Besonders jüngere Dampfer scheinen der leckeren Wolke den Rücken gekehrt zu haben. Dampften letzten Sommer noch 22% im Alter von 18 bis 34, sind es aktuell nur noch 12%. Bei älteren Dampfern blieben die Zahlen nahezu unverändert.

Interessant ist auch, dass sich bei E-Zigarettennutzern auf dem Land kaum etwas verändert hat. In städtischen Gebieten ist hingegen ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen.

Die Gründe dafür dürften vielfältig sein. Neben EVALI und der Misinformationskampagne der CDC im vergangenen Jahr, dürften die in vielen Gegenden verhängten “Flavourbans” und eingeführten Steuern auf Dampfprodukte Hauptgründe für diesen Rückgang sein.

CivicScience.com: The Vaping Trend May Be Going Up In Smoke

E-ZigaRETTEN Leben – Händler dürfen nicht auf die Aktion hinweisen

Viele Onlineshops und Offlinehändler für E-Zigaretten hatten auf ihren Seiten und in Ihren Läden über Links oder Logos auf die Informationskampagne “E-ZigaRETTEN Leben” hingewiesen. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg sah darin eine unzulässige Werbung nach dem Tabakerzeugnisgesetz und zog vor Gericht.
Das Landgericht Saarbrücken gab der Klage in ihrem Urteil vom 08. Juli 2020 (veröffentlicht am 12.08.2020) recht. Nach Auffassung des Landgerichts handelt es sich um Imagewerbung, die nach dem Tabakerzeugnisgesetz verboten ist.

Dabei sei unerheblich, dass es sich bei “E-ZigaRETTEN Leben” um eine reine Informationskampagne für Verbraucher handelt. Auch ob die Aussagen der Kampagne wissenschaftlich belegbar seien, spiele keine Rolle.
Das Gericht wertete den Link auf die Kampagnenseite als den eindeutigen Versuch, ein positives Image der E-Zigarette zu vermitteln. Durch den Hinweis und die Aufforderung, sich auf der Kampagnenseite von “E-ZigaRETTEN Leben” zu informieren, sei die Unterstützung der Händler für die Aktion erkennbar.

Eine freie Verbraucherinformation hätte laut Gericht nur dann vorgelegen, wenn gleichberechtigt auch auf andere Quellen, wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, verwiesen worden wäre.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.


Aktionsseite von E-ZigaRETTEN Leben

Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg (12.08.2020)