Umstieg auf die E-Zigarette hilft COPD-Patienten

In einer kürzlich veröffentlichten Langzeitstudie vom italienischen Arzt und Wissenschaftler Riccardo Polosa von der Universität Catania wurden die Folgen des Umstiegs auf die E-Zigarette bei ehemals rauchenden COPD-Patienten untersucht.
COPD (Chronische obstruktive Lungenerkrankung) ist eine Erkrankung der Lunge, die Folge langjährigen Zigarettenkonsums sein kann. Es handelt sich dabei um eine chronische Entzündung der Atemwege, die mit Narbenbildung des Lungengewebes einhergeht und zu Symptomen wie Husten und Atemnot führt. Wird das Fortschreiten der Krankheit nicht aufgehalten, endet sie fast unweigerlich tödlich.

Über einen Zeitraum von fünf Jahren wurden bei COPD-Patienten, die mit der E-Zigarette den Rauchstopp geschafft hatten, sowohl das subjektive Empfinden abgefragt als auch die klinischen Symptome untersucht.
Ergebnis war, dass sich die subjektiven Beschwerden und klinischen Befunde der Probanden, die auf die E-Zigarette umgestiegen waren, merklich verbessert hatten. Im Schnitt konnte in dieser Gruppe das Fortschreiten der Erkrankung gestoppt werden.

Die Autoren der Studie kommen zu dem Schluss, “dass die Verwendung von E-Zigaretten die objektiven und subjektiven COPD-Folgen verbessern kann und dass die erreichten Vorteile langfristig bestehen bleiben. Die Verwendung von E-Zigaretten für den Rauchstopp bzw. eine Reduzierung des Rauchens kann einen Teil des durch das Rauchen von Tabak bei COPD-Patienten entstandenen Schadens wieder verbessern.”

Diese Studie ist darüber hinaus ein weiterer deutlicher Hinweis darauf, dass die Nutzung von E-Zigaretten das Risiko für eine COPD-Erkrankung nicht zu erhöhen scheint.


Riccardo Polosa et al.: COPD smokers who switched to e-cigarettes: health outcomes at 5-year follow up

Umstrittene Studie findet angeblich erhöhtes Covid-19 Risiko bei Dampfern

In einer kürzlich veröffentlichten Studie wollen Wissenschaftler der Stanford Universität in Kalifornien herausgefunden haben, dass Nutzer von E-Zigaretten im Vergleich zu Nichtdampfern ein etwa fünffach höheres Risiko haben, sich mit Covid-19 zu infizieren. Für die Studie wurden über 4.000 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 13 und 24 Jahren online befragt.
Erhoben wurde unter anderem, ob die Teilnehmer jemals bzw. in den vergangenen 30 Tagen eine E-Zigarette benutzt haben. Zudem wurde danach gefragt, ob sie in der Vergangenheit auf Covid-19 getestet wurden und wie das Ergebnis ausfiel.

Die Befragung ergab, dass bei Jemalsnutzern von E-Zigaretten etwa fünfmal häufiger Covid-19 diagnostiziert worden ist als bei Nichtdampfern. Bei Dualuser sogar fast siebenmal häufiger.
Bei der Gruppe der Raucher war lediglich auffällig, dass sie viermal häufiger auf Covid-19 getestet wurden (Jemalsnutzer), ansonsten gab es bei ihnen keine nennenswerten  Abweichungen von der Kontrollgruppe.

Die Autoren der Studie kommen zu dem Schluss, dass die “E-Zigaretten-Epidemie” unter US-amerikanischen Jugendlichen zur Covid-19-Epidemie beitrage. Sie fordern, dass die US-Gesundheitsbehörde “Food and Drug Administration” (FDA) auf Grundlage dieser Erkenntnisse E-Zigaretten wirksam regulieren und Jugendliche über die Gesundheitsgefahren der E-Zigarette aufgeklärt werden sollen.

Die Studie wirft jedoch einige Fragen auf. Es scheint unlogisch, dass Dampfer, die jemals eine E-Zigarette genutzt haben, ein erhöhtes Infektionsrisiko aufweisen. Aktuelle Dampfer, die in den letzten 30 Tagen E-Zigaretten nutzten, jedoch nicht. Zudem fällt auf, dass Dampfer etwa dreimal häufiger auf Covid-19 getestet worden sind als Nichtdampfer, Dualuser sogar neunmal häufiger. Und das, obwohl Nutzer von E-Zigaretten nicht signifikant häufiger Symptome zeigten als die Kontrollgruppe. Auch der Umstand, dass Raucher demgegenüber kein erhöhtes Risiko einer Covid-19 Infektion aufweisen, passt nicht ins Bild.

Die Studie erntete dementsprechend bereits harsche Kritik in der Fachwelt. Der Toxikologe Prof. Dr. Bernd Mayer kommentierte auf Facebook die Ergebnisse.

“Somit stellt sich allenfalls die Frage, warum Dampfer fast 10x häufiger getestet wurden als Nichtdampfer, erhöhtes Covid-19 Risiko der Dampfer kann ich jedenfalls keines entdecken.
Außerdem implizieren die Daten, dass das Risiko von gelegentlichem früherem Dampfen signifikant höher wäre als jenes von aktuellem regelmäßigem Dampfen, was hochgradig unplausibel ist. Dazu kommen die sehr kleinen Fallzahlen und entsprechend riesige Streuungen.”

Ähnliche Kritik kommt vom griechischen Kardiologen und Wissenschaftler Dr. Konstantinos Farsalinos.

“Die Studie zeigt ein »Paradox«, nachdem jemals aber nicht aktuelle E-Zigarettennutzung mit der Diagnose von Covid-19 in Verbindung steht. Die Studie legt nahe, dass ungefähr 40% der Tests bei Personen im Alter von 13 bis 24 Jahren durchgeführt wurden, was wesentlich höher ist, als zu erwarten wäre. Dies lässt Zweifel an der Zuverlässigkeit der [von den Befragten] selbst gemeldeten Daten aufkommen.
Der höhere Anteil an getesteten E-Zigarettennutzern könnte die höhere Wahrscheinlichkeit für eine positive Diagnose erklären, aber es gibt noch keine pathophysiologische Grundlage oder Begründung dafür, dass jemals aber nicht aktuelle E-Zigarettennutzung häufiger zu einer Covid-19 Diagnose führt. Schlussendlich stimmen die Ergebnisse nicht mit einer Vielzahl von Studien überein, aus denen hervorgeht, dass bei Rauchern seltener Covid-19 diagnostiziert wird oder sie seltener in Krankenhäusern behandelt werden müssen.”

Die Wissenschaftler der Stanford Universität räumen in der Studie selbst ein, dass es für die beobachteten Effekte auch andere Erklärungen geben könne. Zum Beispiel berühren Dampfer häufiger das Gesicht als Nichtdampfer. Zudem sei auch das Teilen von E-Zigaretten unter Jugendlichen weit verbreitet. Damit erhöhe sich natürlich auch das Ansteckungsrisiko.
Abgesehen davon, dass sich die Forscher allein auf die Berichte der Befragten stützen, wurde auch nicht die Stärke und der Verlauf einer Infektion erfasst. Viele Widersprüche und Ungereimtheiten bleiben ungeklärt.


Shivani Mathur et al.: Association Between Youth Smoking, Electronic Cigarette Use,and Coronavirus Disease 2019

Stellungnahme zur Studie von der American Vaping Association (engl.)

Kritik von Prof. Dr. Bernd Mayer (Facebook)

Kritik von Dr. Konstantinos Farsalinos (Facebook)

Studie: Keine Hinweise auf Schädigung der Blutgefäße durch die E-Zigarette

In einer Studie der Universtity of California Los Angeles (UCLA) wurde der Einfluss des Dampfens auf die Endothelzellen der Blutgefäße untersucht. Die Endothelzellen sind die Zellen, welche die Innenwände der Blutgefäße auskleiden. Die Werte von 31 E-Zigarettennutzern und 47 Nichtrauchern/Nichtdampfern wurden gemessen, direkt nachdem sie eine E-Zigarette mit und ohne Nikotin gedampft hatten.

Dabei konnte weder zwischen Dampfern und Nichtdampfern, noch vor und nach dem Dampfen ein signifikanter Unterschied festgestellt werden. Es konnten demnach keine Hinweise dafür gefunden werden, dass die Nutzung von E-Zigaretten, egal ob mit oder ohne Nikotin, die Funktion der Endothelzellen in den Blutgefäßen negativ beeinflusst.

Diese Untersuchungen widersprechen damit den Ergebnissen einer deutschen Studie, die Ende letzten Jahres von einer Gruppe der Johannes Gutenberg-Universität Mainz um den Kardiologen Prof. Dr. Thomas Münzel veröffentlicht worden ist. Die Mainzer Studie erntete schon damals heftige Kritik aus Fachkreisen. Kurze Zeit später wurde zudem eine britische Studie veröffentlicht, die aufgezeigt hatte, dass sich bereits einen Monat nach dem Umstieg vom Rauchen aufs Dampfen die Funktion der Blutgefäße wieder nahezu normalisiert. Unabhängig davon, ob mit oder ohne Nikotin gedampft wird.

Die aktuelle Studie der UCLA zeigt erneut, dass Dampfen mit Nikotin die Blutgefäße nicht zu schädigen scheint. Prof. Dr. Bernd Mayer dazu auf Facebook:

“Für mich ist das Thema endotheliale Dysfunktion durch Nikotin, das mich seit Jahren interessiert, nunmehr erledigt. Der bekannte Effekt von Tabakrauch beruht nicht auf dem Nikotin, und das Dampfen mit oder ohne Nikotin schädigt Blutgefäße nicht.”


Kacey P. Haptonstall et al.: Differential Effects of Tobacco Cigarettes and Electronic Cigarettes on Endothelial Function in Healthy Young People

Neue Studie zeigt: Schadstoffbelastung durch E-Zigaretten minimal

In einer Studie der Université de Lille, die im Journal of Hazardous Materials veröffentlicht worden ist, wurden die Schadstoffe in den Aerosolen von Zigaretten, Tabakerhitzern sowie E-Zigaretten gemessen.
Dabei hat man nach einer Reihe von Carbonylverbindungen und Polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAH) gesucht.

Es wurden zwei E-Zigaretten der Firma NHOSS verwendet. Zum einen die “Lounge”, eine E-Zigarette der zweiten Generation mit einem 2,8Ω Coil und einer Leistung von 4,6 Watt. Zum anderen der Verdampfer “Air Tank” mit einem 0,5Ω Coil. Dieser wurde sowohl mit 18 Watt als auch mit 30 Watt betrieben.
Die gefundenen Schadstoffwerte hat man anschließend mit denen der IQOS und einer Standartzigarette (3R4F) verglichen.

Wie zu erwarten war, konnten bei der IQOS weitaus weniger Schadstoffe festgestellt werden als bei der Zigarette.
Es entstanden jedoch im Tabakerhitzer trotzdem weit mehr Schadstoffe als in einer E-Zigarette.

Vergleicht man die E-Zigarette direkt mit der Zigarette, dann sind bei ihr die Schadstoffe um 98,9% bis 100% verringert.

Konnten bei der Zigarette insgesamt etwa 230µg Carbonylverbindungen gemessen werden. Waren es bei der “Lounge” hingegen gerade mal 0,079µg. Unwesentlich mehr waren es beim “Air Tank”. Bei 18 Watt entstanden 0,201µg und bei 30 Watt 0,415µg.

Bei den Polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen waren die Unterschiede etwas geringer aber immer noch gravierend. Bei der Zigarette entstanden zusammengenommen knapp über 19µg PAH. Bei der E-Zigarette waren es 0,113µg (“Lounge”), 0,183µg (“Air Tank”, 18W) und 0,202µg (“Air Tank”, 30W).

Die gemessenen Schadstoffe in den Aerosolen der E-Zigarette sind nicht nur im Vergleich zu Glimmstängeln deutlich geringer. Es entstehen generell dermaßen wenige Schadstoffe, dass diese Studie erneut zeigt, wie harmlos das Dampfen in dieser Hinsicht ist.

Vergleicht man zum Beispiel die gemessene Mengen an Formaldehyd oder Acetaldehyd mit den Mengen, die ein Mensch natürlicherweise ausatmet, dann wird deutlich, dass sich im Atem eines Menschen über den Tag mehr von diesen beiden Stoffen finden lässt, als im Dampf einer E-Zigarette.

Diese französische Studie zeigt erneut, dass nicht nur die in weiten Teilen gleiche Behandlung von Zigarette und E-Zigarette durch den Gesetzgeber absolut ungerechtfertigt ist. Sie zeigt auch sehr anschaulich, wie extrem gering das Schädlichkeitspotenzial der E-Zigarette generell zu sein scheint.

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Romain Dusautoir et al.: “Comparison of the chemical composition of aerosols from heated tobacco products, electronic cigarettes and tobacco cigarettes and their toxic impacts on the human bronchial epithelial BEAS-2B cells”

Dampfer für Langzeitstudie gesucht

Bisher gibt es zur E-Zigarette nur eine Studie, die man zumindest grundsätzlich als Langzeitstudie bezeichnen kann. Durchgeführt wurde sie vom italienischen Wissenschaftler Prof. Dr. Riccardo Polosa. Er hatte Dampfer, die noch nie geraucht haben, über dreieinhalb Jahre begleitet. Untersucht wurde dabei, ob Dampfen langfristig gesundheitliche Schäden verursacht. Dies konnte bei keinem der Probanden beobachtet werden.

Es war grundlegend wichtig, dass für die Studie nur dampfende Niemalsraucher herangezogen wurden. Denn nur so konnte ausgeschlossen werden, dass die Rauchervergangenheit und nicht das Dampfen für mögliche Erkrankungen ursächlich war.
Das hatte jedoch zur Folge, dass für die Studie nur sehr wenige Dampfer zur Verfügung standen. Am Ende konnten die Daten von lediglich neun Studienteilnehmern ausgewertet werden. Sicher der größte Schwachpunkt dieser sonst sehr aussagekräftigen Studie.

Nun wird ein neuer Versuch unternommen. Dieses Mal international, damit genug Dampfer gefunden werden können, die zuvor möglichst noch nie geraucht haben. Gesucht werden reine Dampfer, die in ihrem Leben weniger als 1.000 Zigaretten konsumiert haben.
Die Studie soll über sechs Jahre laufen.

Durchgeführt wird die Studie von der Eclat SRL, einem Unternehmen, dass von der Universität Catania gegründet und betrieben wird. Die wissenschaftliche Leitung hat der US-amerikanische Wissenschaftler Dr. Carl V. Philips. Studienleiter ist der bereits erwähnte, Prof. Dr. Riccardo Polosa, Direktor des Institutes für Innere Medizin und klinische Immunologie an der Universität Catania in Italien.

Wer wird gesucht?

Gesucht werden Dampfer, die Nichtraucher waren, bevor sie zur E-Zigarette griffen und aktuell täglich die E-Zigarette nutzen.
Als Nichtraucher gilt, wer in seinem Leben weniger als 1.000 Zigaretten geraucht hat. Zudem sollten Interessierte natürlich aktuell Nichtraucher sein und in den letzten zwei Jahren keine Zigarette geraucht haben.

Botschafter für Deutschland

Zur internationalen Koordinierung gibt es in den teilnehmenden Ländern Botschafter. Sie sind Ansprechpartner für Interessierte, Kontaktpersonen für Teilnehmer und Koordinatoren vor Ort. Botschafter für Deutschland ist Rochus “Rocky” Knobel ( bzw. ). Als Standort für Deutschland ist München geplant.

Durchführung

Werden an einem Standort genug mögliche Probanden gefunden, finden die (voraussichtlich) jährlichen Gesundheitschecks bei wissenschaftlichen Kooperationspartnern (z.B. Universitäten) vor Ort statt. Wie bereits erwähnt, soll die Studie über sechs Jahre laufen.

Mehr Informationen gibt es auf veritascohort.coehar.org/study-subject/.

Weitersagen

Die weitaus meisten Dampfer (um die 99%) sind ehemalige Raucher. Da für diese Studie jedoch Niemalsraucher gesucht werden, ist es enorm wichtig, dass möglichst viele Dampfer davon erfahren. Es geht nämlich buchstäblich um die Nadel im Heuhaufen.
Und je größer am Ende die Teilnehmerzahl ist, desto aussagekräftiger wird das Studienergebnis.

Diese Studie kann für uns Dampfer enorm wichtig werden. Sie könnte uns deutlich mehr Klarheit über die möglichen Folgen des Dampfens bringen.
Auch wenn die Studie selbstverständlich absolut neutral und ergebnisoffen durchgeführt wird, ist es doch wahrscheinlich, dass sie das Ergebnis der ersten Studie bestätigen wird. Alles, was wir bisher wissen, deutet zumindest darauf hin. Sie wäre in diesem Fall ein starkes Argument für die E-Zigarette, das von ihren Gegnern nicht so einfach vom Tisch zu wischen wäre.

Diese Studie ist für uns alle eine große Chance. Wir sollten sie wahrnehmen. Also: Weitersagen!


Alle Informationen noch mal übersichtlich in einem PDF auf Vapers.guru zusammengefasst.