Finnland: Aromenverbot für E-Zigaretten vorerst von Gericht gestoppt

Die finnische Regierung hatte im Zuge der Umsetzung der Tabakproduktrichtlinie (TPD) auch den Verkauf von Aromenkonzentraten in E-Zigarettenläden verboten. Dieses Verbot ging über die in der Richtlinie geforderten Maßnahmen hinaus.
Den einzelnen Mitgliedsstaaten der EU ist zwar vorbehalten, eigene, weiterreichende Regeln zu erlassen. Diese nationalen Regelungen müssen jedoch gerechtfertigt sein und der EU mitgeteilt werden, bevor sie in Kraft treten.

Das oberste finnische Verwaltungsgericht hat nun genau den letzten Punkt bei der Umsetzung des Tabakgesetzes bemängelt. Das zuständige Ministerium hatte der EU-Kommission den endgültigen Rechtstext zum Zeitpunkt der Verabschiedung noch nicht vorgelegt. Somit war das Meldeverfahren nicht abgeschlossen. Aufgrund dieses Formfehlers beendete das Gericht nun das Verbot.

Es ist jedoch damit zu rechnen, dass dies nur ein Aufschub des Aromenverbots für E-Zigaretten in Finnland ist. Die Regierung des skandinavischen Landes scheint fest entschlossen dieses Verbot durchzusetzen.


Artikel in der finnischen Ilta Sanomat

Schweizer Pilotprojekt: Die E-Zigarette wirkt

Die Suchthilfe Ost (SHO) im Schweizer Kanton Solothurn hatte im Dezember 2018 ein Pilotprojekt gestartet, bei dem interessierten Rauchern E-Zigaretten als Hilfe zum Rauchstopp angeboten wurden. Das Projekt endete im Februar diesen Jahres und die Ergebnisse wurden nun veröffentlicht.

In den 14 Monaten, die das Projekt lief, nahmen insgesamt 99 Personen daran teil. Etwa die Hälfte von ihnen war zuvor bereits in der Beratung der Suchthilfe Ost.
Von allen Teilnehmern hörten 14,1% erfolgreich mit dem Rauchen auf. Bemerkenswert ist, dass auch Probanden mit dem Rauchen aufgehört hatten, die lediglich ihren Zigarettenkonsum verringern wollten.
Nimmt man nur die Raucher, die einen kompletten Rauchstopp angestrebt hatten, dann liegt die Erfolgsquote sogar bei 17,5%. Diese Quote ist mit anderen Studien vergleichbar, in denen 18% bis 21,9% der Teilnehmer mit der E-Zigarette von der Zigarette weggekommen waren.

Aus Sicht der Suchthilfe Ost zeigen die Ergebnisse des Pilotprojekts die mögliche Wirksamkeit der E-Zigarette beim Rauchstopp oder zumindest für eine Schadensminimierung. Das Dampfen könne für viele Raucher eine Brücke schlagen und den Rauchstopp erleichtern, schlussfolgert die Gruppe um Co-Geschäftsleiter Reno Sami. Daher plädiert die SHO dafür, den Umstieg auf die E-Zigarette bei Tabakabhängigkeit als Behandlungspfad anzuerkennen.


Evaluationsbericht der Suchthilfe Ost, Kanton Solothurn

Großer Andrang in E-Zigarettenläden nach Lockerungen im Einzelhandel

Außer in Hessen, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern mussten aufgrund der Covid-19 Pandemie, neben vielen anderen Geschäften, auch die Dampferläden schließen. Lediglich die Regierungen dieser drei Bundesländer hatten anerkannt, dass der Einzelhandel für E-Zigaretten zur Grundversorgung gehört. Seit vergangenem Montag wurden in den meisten Bundesländern nun die Beschränkungen für den Einzelhandel gelockert. Das galt natürlich auch für E-Zigarettenläden.

Laut dem Verband des eZigarettenhandels (VdeH) sei die Nachfrage nach E-Zigaretten und Zubehör in Offlineshops nach den Öffnungen enorm gestiegen. Während die Konsumenten im übrigen Einzelhandel sich eher zurückhalten würden, verzeichneten Dampfershops einen hohen Andrang. Die Einhaltung der Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln könnten jedoch dank guter Vorbereitung und stimmiger Konzepte gewährleistet werden.

Michael Dobrajc, Vorsitzender des VdeH, erklärte in einer Veröffentlichung des Verbands: “Die starke Nachfrage nach unseren Produkten verdeutlicht, wie dringend es erforderlich ist, die E-Zigarette als wichtigen Baustein bei der Grundversorgung anzuerkennen. Es hat sich gezeigt, dass das tatsächliche Konsumverhalten und nicht etwa politische Entscheidungen dafür maßgeblich sind, was zur Grundversorgung zählt.”

Veröffentlichung des VdeH

Studie: Kein nennenswertes Krebsrisiko durch die Nutzung von E-Zigaretten

In einer kürzlich im Nature Journal veröffentlichten britischen Studie ist untersucht worden, ob sich die Nikotinkonzentration des konsumierten Liquids auf die aufgenommene Schadstoffmenge auswirkt. Die Studienteilnehmer hatten die Wahl zwischen einem Liquid mit 6 und einem mit 18mg/ml Nikotin. Als Verdampfer kam ein Aspire Nautilus zum Einsatz. Über die Dauer von vier Wochen wurden Häufigkeit und Länge der Züge von 19 Probanden aufgezeichnet. Mit diesen Daten konnte dann das Zugverhalten im Labor nachgestellt werden. Auf diese Weise wurden der Verbrauch und die Menge der entstandenen Schadstoffe im Dampf gemessen. Anschließend berechneten die Wissenschaftler dann aus den Ergebnissen das Krebsrisiko das vom freigesetzten Formaldehyd und Acetaldehyd ausgeht.

In der Studie wurde deutlich, dass von den Teilnehmern häufiger und länger an der E-Zigaretten gezogen wurde, wenn sie weniger Nikotin im Liquid hatten. Das führte logischerweise zu einem höheren Verbrauch. Dadurch nahmen die E-Zigarettennutzer natürlich auch mehr Schadstoffe auf.

Daraus konnten die Autoren berechnen, dass das Krebsrisiko bei einem Liquid mit 6mg/ml Nikotin teilweise mehr als doppelt so hoch war, als bei einem Liquid mit 18mg/ml. In Bezug auf die Schadstoffbelastung, kann es also von Vorteil sein, mehr Nikotin im Liquid zu haben. Da weniger Liquidverbrauch eine geringere Aufnahme von Schadstoffen bedeutet.

Die Autoren der Studie bemerkten zudem, dass Rauchen etwa 3.000 bis 21.000 mal krebserregender sei als Dampfen.
Es stellt sich also die Frage, inwiefern die gemessenen Schadstoffmengen überhaupt gesundheitlich relevant sind. Sie lagen schließlich weit unter den Grenzwerten, ab denen mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung gerechnet werden kann. Dies lässt den Schluss zu, dass der Konsum von E-Zigaretten beim Nutzer zu keiner nennenswerten Erhöhung des Krebsrisikos führt. Zumindest, was Formaldehyd und Acetaldehyd betrifft.

Leon Kosmider et al.: Daily exposure to formaldehyde and acetaldehyde and potential health risk associated with use of high and low nicotine e-liquid concentrations

Studie: Eine große Mehrheit der Deutschen ist falsch über die E-Zigarette informiert

Im vergangenen Jahr hatte das BfR eine Umfrage in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse es jetzt in einer Spezialausgabe des BfR-Verbrauchermonitors veröffentlichte. Unter anderem ging es um die Frage, für wie schädlich die Bundesbürger E-Zigaretten halten.

Dabei kam heraus, dass 61% der Befragten die E-Zigarette für mindestens genauso gesundheitsschädlich wie Zigaretten halten. Ein großer Teil davon schätzt sie sogar als viel schädlicher ein. Selbst 20% der Dampfer teilen diese Einschätzungen.
Lediglich 6% aller Befragten wissen, dass die E-Zigarette deutlich weniger schädlich ist, als der Glimmstängel.

Generell meinen 84% der Bundesbürger, E-Zigaretten seien schädlich. 64% halten das Gesundheitsrisiko, das von E-Zigaretten ausgeht, für hoch oder sehr hoch. Von den Nutzern der rauchlosen Alternative denken das immerhin noch 31%.
Von allen Befragten sind 42% der Meinung, die E-Zigarette würde Krebs verursachen, 49% denken, die Lunge würde beim Dampfen geschädigt werden.

Lediglich 13% finden, die E-Zigarette hätte auch positive Aspekte. An erster Stelle stehen dabei der Geruch und die Möglichkeit, mit der E-Zigarette das Rauchen aufzugeben.

Knapp die Hälfte der Befragten sind zudem der Meinung, von Passivdampf gehe eine Gesundheitsgefahr für Dritte aus. Eine deutliche Mehrheit von 64% befürworten sogar, dass die Nutzung von E-Zigaretten überall da untersagt werden sollte, wo bereits das Rauchen verboten ist.

In einer Stellungnahme zur Studie betonte der Händlerverband Bündnis für Tabakfreien Genuss (BfTG), dass es dringend an der Zeit wäre, die Menschen aufzuklären. Dass nur 6% der Befragten vom deutlich geringeren Schadenspotenzial der E-Zigarette wissen, sei eine unfassbar kleine Menge, gemessen an der Einigkeit, die es unter Experten zu dem Thema gibt.
Studien zeigen auf, dass E-Zigaretten um mindestens 95% weniger schädlich sind als Tabakzigaretten. Und sie weniger als 0,5% des Krebsrisikos besitzen.

Dustin Dahlmann, Vorsitzender des BfTG, betonte: “Für 18 Millionen Raucher in Deutschland ist es deutlich besser für ihre Gesundheit, wenn sie ihre Gewohnheit verändern und auf die deutlich weniger schädliche E-Zigarette umsteigen. Doch darüber werden die Menschen im Unklaren gelassen. Und das muss sich ändern.”


BfR: E-Zigaretten: Mehrheit der Bevölkerung sieht gesundheitliche Risiken
BfTG: Fatale Ahnungslosigkeit braucht Aufklärung