Wenn der Zweck alle Mittel heiligt

Am 20. Januar hatte die WHO auf ihrer Internetseite ein sogenanntes Q&A zur E-Zigarette veröffentlicht. Also das Ding: Ich stell die Fragen auf die ich selber die schönsten Antworten habe. Und hier hat die WHO wirklich wunderschöne Antworten gefunden. Antworten, die nur so vor Kreativität und Fantasie sprühen. Ein Märchen aus acht und einer Frage. Es könnte ein lustiges Märchen sein, wenn es nicht um so eine recht ernste Sache wie Menschleben gehen würde. Und so ist das ganze nur eine ziemlich dreckige Tragödie in neun Akten.

Unter dem Titel “E-cigarettes: how risky are they?” will die WHO aufklären. Sie will die wichtigsten neun Fragen beantworten, die es zum Thema E-Zigarette ihrer Meinung nach gibt. Schließlich ist es die WHO, die hat die Antworten, die weiß, wo der Pfeffer den Most im Brunnen hat. Das ist eine Institution, der jeder vertraut. Eben unsere gute alte Tante WHO.

Blöd ist, dass unsere Tante chronisch pleite ist. Und so ist sie nur an einer Sache mehr interessiert als an der Wahrheit: Geld. Kann man ihr gar nicht mal so vorwerfen. Sie will ja auch nur leben. Und von den Ländern, für die sie eigentlich einen vernünftigen Job machen sollte, kommt ja keine Knete in den Geldbeutel. Ein Teil des fehlenden Schotters fließt deshalb von privaten “Menschenfreunden” wie Bill Gates und seiner Foundation.
Aber der richtig fette Batzen kommt direkt von Firmen, die mit Krankheit ihr Geld verdienen. Passt ja irgendwie. So macht die WHO den guten Job am Ende also nicht für die Länder auf unserer kleinen grünen Kugel und deren Bewohner, sondern für die dicken Pharmakonzerne. Wer die Party bezahlt, bestimmt, was der DJ auf den Teller schmeißt.

Was hat das ganze mit der leckeren Wolke zu tun? Ganz einfach, die großen Pillendreher hassen die Dampfe, wie die Pest… also… genau genommen sogar viel, viel mehr, denn mit der Pest lässt sich ja wenigstens noch Knete machen. Die E-Zigarette ist vor allem deshalb ein so fettes Feindbild, weil die den Markt mit der “Rauchentwöhnung” kaputt machen könnte. Und das ist ein wirklich heftig großer Markt. Mit Chantix macht Pfizer sogar mehr Kohle als mit Viagra. Und Chantix ist eins der Mittelchen, das Ärzte gerne Rauchern andrehen, die von der Kippe weg wollen. Wirkt so lala und hat so lustige Nebenwirkungen wie Depressionen, Panikattacken und Selbstmordgedanken.
Aber auch auf dem großen Feld der fast nutzlosen Nikotinprodukte wird der Rubel kräftig gerollt. Nicorette und Co ist ein richtig fetter Markt. Und von den ganzen Medikamenten, die es für Lungenkrebs gibt, will ich mal gar nix sagen.
Kurz: Raucher sind ein gutes Geschäft. Und wer dampft, ist ein Nichtraucher. Der hat sich aus diesem Geschäft verabschiedet.

Nu wird aus dem Oktaeder ein Kreis. Jetzt wird klar, warum auch die WHO die E-Zigarette hasst. Und es wird klar, warum die auf ihrer Internetseite so einen gequirlten Kuhdung über sie schreiben.
Den wir uns jetzt auch mal fix angucken wollen.
Die Antworten hab ich dabei ein bissel frei übersetzt, auf das Wesentliche reduziert und etwas zugespitzt. Im Original kannst du die ganze Chose auf der Seite der WHO bewundern.

1. Frage: Sind E-Zigaretten und andere Dampfprodukte gefährlich?
Antwort: Es gibt viele verschiedene ENDS (Electronic Nicotine Delivery Systems) die ganz unterschiedliche Mengen an Nikotin und schädlichem Zeug absondern. Und ENDS enthalten typischerweise Nikotin und fiese Stöffchen. Das ist schädlich für Dampfer und alle drumrum.
Es gibt keinen Zweifel, dass ENDS schädlich für die Gesundheit und nicht sicher sind, auch wenn man über die Langzeitfolgen noch nicht wirklich was sagen kann.

Und ENDS sind gefährlich für Jugendliche. Denn Nikotin macht voll fett süchtig und stört die Entwicklung des Gehirns. Übrigens werden dampfende Jugendliche viel öfter zu Rauchern.
ENDS erhöhen das Risiko für Erkrankungen des Herzens und der Lunge. Außerdem schaden sie der Gesundheit von ungeborenen Kindern.
Hatten wir schon erwähnt, dass ENDS auch alle drumrum gefährden?

Das Liquid von ENDS kann zu Verbrennungen der Haut führen und dich richtig fix vergiften, wenn es durch die Haut aufgenommen wird. Undichte Geräte sind deshalb eine Gefahr… vor allem für Kinder.
Ah, bevor wir’s vergessen, ENDS explodieren ständig.

Oi, das’ mal echt ne Menge. Alles in einem Rutsch. Und alles mehr oder weniger erfunden. Ich greif nur mal den gröbsten Blödsinn auf.
Schadstoffe im Dampf? Jupp, gibt’s. Nur eben in echt fitzelkleinen Mengen. Im Schnitt entstehen beim Dampfen weniger Schadstoffe, als beim Menschen, wenn der ganz normal atmet1. Dass das schädlich für Dampfer und die drumrum sein soll? Öhm, eher nicht. Zweifelsfrei.

Dann natürlich die Jugendlichen und das böse Nikotin. Es gibt keine Studie, und auch die WHO hat keine in irgendeiner Geheimschublade, die belegt, dass Nikotin alleine abhängig macht. Genauso wenig Belege gibt es dafür, dass Nikotin bei Jugendlichen irgendwas in der Denkmurmel stört. Sonst hätten wir wohl auch verdammt viele verblödete Raucher überall rumgammeln.
Achso, Gateway muss auch noch. Auch wenn immer wieder gerne rausgetrötet wird, dass Kiddies durch die Dampfe zu Rauchern werden… das ist frei erfunden. Nicht eine Studie zeigt das. Ganz im Gegentum2.

Die erhöhten Risiken für Herz und Lunge sind übrigens auch recht frei erfunden. Studien, die das belegen, gibt’s schlicht nicht. Auch hier: Ganz im Gegentum3.
Wusstest du übrigens, dass Nikotinpflästerchen und Co. in der Schwangerschaft als unproblematisch gelten4? Tja, gibt anscheinend “gutes” und “böses” Nikotin. Sind wohl nicht viele Chemiker bei der WHO.

Über die Verbrennung der Haut durch Liquid und explodierende E-Zigaretten lachen wir jetzt gemeinsam mal ein bisschen… Konfettikanone erlaubt… und dann weiter, ist schon spät.

2. Frage: Verursachen E-Zigaretten (ENDS) Lungenschäden?
Antwort: Ja, aber voll. In den USA sind schon tausende krank geworden und dutzende sogar durch ENDS gestorben. Und mindestens fünf weitere Ländern versuchen der E-Zigarette irgendwelche Erkrankungen anzuhängen.

Echt jetzt WHO? Besser könnt ihr nicht… ich weiß nicht, wie ich es sonst nennen soll… lügen? Sogar die Behörden in den USA haben mittlerweile ganz offen zugegeben, dass es bei der ganzen Sache mit den Verletzten und Toten nicht um ENDS geht, sondern um illegale mit Vitamin-E-Acetat gestreckte THC-Liquids. Ihr springt ein bissele spät auf den Zug.

3. Frage: Sind E-Zigaretten gefährlicher als normale Zigaretten?
Antwort: Das hängt von vielen Faktoren ab, wie der Menge an Nikotin und fiesen Stoffen in den erhitzten Liquids. Aber wir wissen, dass ENDS ganz klar schädlich und auf keinen Fall sicher sind.

Ein simples “Nein” hätte gereicht. Denn das ist so sicher, wie die Pelle an der Mettwurst. Das hängt auch von nix ab. Um eine E-Zigarette schädlicher als eine Zigarette zu kriegen, muss man schon die Watte pur ohne Liquid wegrauchen. Hat dann mit Dampfen nur nix mehr zu tun. Normal benutzt kann eine Dampfe NIEMALS schädlicher als eine Zigarette sein. Das ist so unmöglich wie die Erstbesteigung des Mount Everest durch einen Regenwurm.

4. Frage: Machen ENDS abhängig?
Antwort: Ja. Nikotin macht sehr stark abhängig und bei ENDS geht es um die Inhalation von nikotinhaltigen Wolken.

Tja, blöd nur, dass es dafür nicht den Hauch eines Belegs gibt. Und nur, weil man’s dauernd wiederholt, wird’s nicht wahrer. Selbst von den ganzen armen Kiddies in den USA, die ja alle so fies Opfer der Juul sind, zeigen weniger als 5% halbwegs Anzeichen von Abhängigkeit. Mächtig suchtig, das Zeug… Dagegen ist Heroin ja Fruchtzwerg… aber voll.

5. Frage: Sind die “Secondhand-Emissionen” von E-Zigaretten gefährlich?
Antwort: Ja. Die Wolken von ENDS enthalten normalerweise giftiges Zeug, wie zum Beispiel Glycerin, dass als Frostschutzmittel verwendet wird. ENDS sind gefährlich für Dampfer und Nichtdampfer.

Du hast richtig gelesen: Die WHO hält Glycerin für gefährlich. Macht sonst keiner. Ich meine, hätten die wenigstens Propylenglykol genommen, das hört sich zumindest noch irgendwie gefährlich an. Aber Glycerin? Wenn du nicht Salpeter- und Schwefelsäure reinkippst, dann ist das harmloser5 als ein Butterbrot mit abgerundeten Kanten.
Sogenannter “Passivdampf” tut nix. Das kann man messen, das hat man gemessen6,7, das ist oberklar. Und was die WHO hier raushaut, ist nix anderes als eine megadämliche Lüge.

6. Frage: Sollten ENDS verboten werden?
Antwort: Länder können sich dazu entschließen, ENDS zu verbieten.
Haben auch schon viele gemacht und andere überlegen noch, ob sie es machen.

Das ist ja noch nicht mal eine Antwort. Das ist weniger Aussage als “bla, bla, blubb”. Das ist so sinnig, wie: Länder können sich dazu entschließen, “Hänschenklein” zu ihrer Nationalhymne zu machen. Ist dämlich… aber können sie. Mettbällebad!

7. Frage: Sollten ENDS reguliert werden?
Antwort: Ja. Am besten in Grund und Boden. Als Anregung: Fette Steuern drauf (mindestens so viele wie bei Tabak), keine Werbung und überall das Dampfen verbieten. Die Leute müssen schließlich dringend vor Discoebel mit Geschmack geschützt werden. Es gibt übrigens eine Menge Aromen in ENDS, viele davon nur, weil die armen Kinder süchtig gemacht werden sollen… Kaugummi und Zuckerwatte zum Beispiel.

Nur noch mal zur Erinnerung: Wir reden über ein Produkt, das harmloser ist als Colatrinken. Und ich meine das so. Kein Scherz. Das ist das, was uns Mister Wissenschaft sagt. Das sind die Fakten. Und das soll heftiger reguliert werden als Mittelstreckenraketen.
Übrigens… Hoffentlich erzählt der WHO keiner, dass es Likör mit Kaugummigeschmack gibt… mit 20 Umdrehungen. Mag ja kein Erwachsener, soll nur die Kiddies zu Alkis machen. Böstööömt!

8. Frage: Helfen ENDS dabei, mit dem Rauchen aufzuhören?
Antwort: Es gibt nicht genug Belege, damit man ENDS zur Rauchentwöhnung empfehlen kann. Dafür gibt es aber viele andere erprobte, sichere und zugelassene Sachen, an denen dann auch die richtigen Leute verdienen.

Wenn ich mit geschlossenen Augen rumrenne, mir die Ohren zuhalte und wie ein kleines Kind “Mimimimi” rufe, dann krieg ich natürlich auch nicht mit, wenn es Fakten gibt, die mein Weltbild zerdeppern. Natürlich gibt es die Studien, die zeigen, dass du mit der E-Zigarette supergut von der Kippe wegkommst. Eine hat erst vor kurzem gezeigt, dass man das mit der E-Zigarette sogar doppelt so gut schafft, wie mit den ganzen anderen “erprobten” Mittelchen8.

9. Frage: Was macht die WHO gegen die E-Zigarette?
Antwort: Wir suchen uns nur die “richtigen” Studien raus, um Staaten dazu zu bringen, das zu tun, was wir wollen. Und wir tun weiter so, als sei Dampfen so schlimm wie Rauchen.
Die WHO will schließlich eine sichere und gesündere Welt für alle schaffen.

Ich denke, die WHO will vor allem eins: Überleben. Und das kann sie nur, wenn der Rubel rollt. Die Gesundheit der Menschen tangiert sie offensichtlich noch nicht mal rektal. Im Gegentum, sie geht für ihre fast religiöse Ideologie, das Hassen von Wolken, und für die Knete der Pharmafirmen über Leichen.

Für ihren Zweck sind der WHO alle Mittel recht. Dafür verdreht sie Fakten, stellt wilde, unbewiesene Behauptungen in den Raum und Lügt unverhohlen. Regierungen und Medien werden auf diesen Kuhdung der “renommierten” Organisation WHO bei jeder Gelegenheit verweisen, sie werden auf dieser Grundlage Stimmung und Regulierungen machen.

Ich schließe mit den Worten von Prof. Dr. Bernd Mayer:

“Ich stelle wieder einmal die regelmäßig wiederkehrende Frage: Wie lange lassen wir uns das noch bieten? Wie lange tolerieren wir, dass unsere Regierungen mit öffentlichen Mitteln ein korruptes Pharmakartell finanzieren?”


ScienceMediacentre.org: Expert reaction to World Health Organisation Q&A on electronic cigarettes (Ergänzt am 23.01.2020)

1: Aldehyde levels in e-cigarette aerosol: Findings from a replication study and from use of a new-generation device
2: Does e-cigarette experimentation increase the transition to daily smoking among young ever-smokers in France?
3: Cardiovascular Effects of Switching From Tobacco Cigarettes to Electronic Cigarettes
4: The SNAP trial: a randomised placebo-controlled trial of nicotine replacement therapy in pregnancy–clinical effectiveness and safety until 2 years after delivery, with economic evaluation.
5: Toxicity of the main electronic cigarette components, propylene glycol, glycerin, and nicotine, in Sprague-Dawley rats in a 90-day OECD inhalation study complemented by molecular endpoints.
6: Does e‐cigarette consumption cause passive vaping?
7: Schadstoffbelastung vonPkw-Innenräumen beim Rauchenunterschiedlicher Rauchsysteme
8: A Randomized Trial of E-Cigarettes versus Nicotine-Replacement Therapy

Der Text auf der Seite der WHO: E-cigarettes: how risky are they?

Der Nebel der Apokalypse… und andere Kleinigkeiten

Das Beste vorweg: 2019 ist rum. Es wird Zeit für einen Nachruf. Und vielleicht auch so ein kleiner Ausblick aufs Kommende.

Das war mal ein echt bekotetes Jahr für’s Dampfen. Epizentrum USA. Da haben wir eine “Dampferkrankheit”, die mit Dampfen so viel zu tun hat, wie ein Rehpinscher mit nem Rudel Wölfe in Sachsen. Egal, die Wolkenhasser haben es geschafft, aus einer Horde Drogentoter, Opfer des leckeren Nebels zu machen. So bekloppt wie zynisch. Dass die CDC durch ihre psychopathische Informationspolitik für noch mehr Tote und Verletzte gesorgt haben, bleibt als fader Beigeschmack im Hals stecken.
Und noch mal, für alle, die es immer noch nicht ganz gecheckt haben: Kein einziger Mensch in der neuen Welt ist vom ganz normalen Dampfen krank geworden oder sogar davon abgenibbelt. Fettes Öl in illegalen Drogen hat die Leute dahingerafft. Bis heute gibt es nicht einen Dampfer auf unserer kleinen Kugel, der von der leckeren Wolke ernsthaft krank geworden ist.

Aber 2019 war eh das Jahr der ANTZ. Und die meisten Medien nur ihre willigen Huren. Eine dürftige Studie aus Mainz, bei der ein paar Mäuse vergiftet und harmlose Effekte von ein bisschen Dampfen zum sicheren Vorboten des Todes aufgeblasen wurden. Fette Schlagzeilen überall. Und eine echt gut gemachte klinische Studie von der Insel, die eindeutig zeigt, dass das alles Kuhkot ist, interessiert keine Sau. Grillenzirpen.
Überhaupt haben die meisten Journalisten in diesem Jahr alles mögliche gemacht, nur irgendwie nicht ihren Job.

Zum ersten mal seit langem, werden die Dampfer in unserem Land wohl wieder weniger, die fetten Schlagzeilen wirken. Viele halten die Dampfe mittlerweile eben für sofort tödlich… dann doch lieber der schleichende Tod der gequalmten Wolke.
Ich frag mich nur, was schlimmer ist. Dass im Fernsehen, im Netz und in vielen Blättern so viel Müll über die leckere Wolke verbreitet wurde? Oder, dass so viele Dampfer zu blöd sind, Eins und Eins zusammenzuzählen? Klar, das macht schon wuschig im Kopf, wenn medial so viel Unsinn rausgehauen wird. Aber Leute, das Ding auf dem Kopf ist nicht nur für die Haare da.

Dampfertote im wilden Westen? Echt jetzt? Haben die die Exklusivrechte? Kommt das keinem irgendwie komisch vor, dass nur Amis von der Dampfe flachgelegt werden? Seit über zehn Jahren frönen auf der ganzen Welt Millionen von Leutchens der leckeren Wolke. Keinen hat’s umgehauen, noch nie, nirgendwo. Und jetzt kippen vor allem junge Zweibeiner aus den Latschen, die teilweise gerade mal ein paar Monate was mit gedampftem Nebel am Hut haben. Alles Amis. Ganz plötzlich. Um zu kapieren, dass da was nicht stimmen kann, reicht der IQ einer Zimmerpflanze.
An alle, die wegen der Sachen in den USA die Finger von der Dampfe gelassen haben: Macht ihr euch die Hose mit der Kneifzange zu? Könnt ihr echt nicht weiter als einen Meter Feldweg denken?

Na ja, war eben echt ein mieses Jahr. So volle Kanne und rundum. Auch bei mir privat. Werd hier jetzt aber nicht rumnölen, keine Angst. Ganz im Gegentum. Da war nämlich auch eine echt tolle Sache. Ihr habt mich komplett platt gemacht.
Denn das Jahr hatte schon megasupidupi angefangen: Mein Rechner war abgeraucht. Reparabel war da nix mehr. An einen neuen Rechner war gar nicht zu denken. In der Patte war nämlich nicht nur nix drin, da hatte sich ein schwarzes Loch breit gemacht.

Das Nötigste konnte ich auf nem kleinen, alten Klapprechner erledigen. Aber wirklich arbeiten war damit nicht. Die Idee kam dann von Joey, dem “Guru“. Hätt ich im Traum nicht dran gedacht: “Einfach” mal die Leute Fragen, ob die für ein vernünftiges Arbeitsgerät zusammenschmeißen. Verrückt. Er hat die Aktion dann auch gestartet. Ich kann so was einfach nicht.
Noch nicht mal einen Tag hat’s gedauert und das Geld war zusammen. Und ich platt.
Ich will da jetzt aber keine große Schnulze draus machen, kein Tränengesülze… auch wenn die Äuglein nicht ganz trocken blieben. Ich will einfach nur eins sagen, an alle, die mit dabei waren: Danke!

Die Arbeit konnte weiter gehen. Und da war viel Arbeit. Fast täglich Studien wälzen und sich durch den medialen Dschungel und die journalistischen Misthaufen kämpfen. Und natürlich den Netzblick, mittlerweile schon seit über tausend Tagen am Stück.

Und die Arbeit wird nicht weniger. Im neuen Jahr geht’s erst richtig los. Bei der Onlineglotze von Google wird’s für die DampfTuber noch ungemütlicher werden. Was das bedeutet, haben viele wohl noch gar nicht auf dem Schirm. Da wird sich nur über “gekaufte” Reviewer aufgeplustert. Und die Freude blitzt aus den Zähnen, dass diese “korrupte Bande” bald verschwunden ist. Es lebe die “Ehrlichkeit”… was auch immer das sein soll. Medienkompetenz am Nullpunkt.

Aber, wenn alles glatt flutscht, dann wird im neuen Jahr ein Verbraucherverband das Licht der Welt erblicken, der auch echt was wuppt. So die professionelle Schiene. Spannend. Hier wird nämlich nicht kampflos abgenibbelt. Die Schlacht hat erst begonnen.
Klar, 2019 gab’s mächtig auf die Neune. Egal. Aufstehen, Staub abklopfen und weiter geht’s. Und immer die leckere Wolke dabei. Gerade 2020 gilt: Keep on Vaping!

Egal, wie und mit wem du das neue Jahr begrüßt, komm gut rein, pass auf dich auf und lass krachen! Wir sehen uns auf der anderen Seite.

Eine ziemlich dürftige “Langzeitstudie” wabert durch die Medien

Seit heute flattert durch den Blätterwald eine Langzeitstudie, die angeblich zeigen soll, dass Dampfer ein höheres Risiko haben, an COPD (Chronische obstruktive Lungenerkrankung) oder Bronchitis und Co. zu erkranken als Nichtraucher.

Gucken wir uns erst mal die Studie an. Von wem ist sie? Was wurde gemacht? Was kam dabei raus?

Federführend bei der Studie war Prof. Stanton Glantz, Direktor des „Center for Tobacco Control and Education“ an der Universität von Kalifornien, San Francisco. Auch, wenn er einen Lehrstuhl für Medizin inne hat, ist er tatsächlich lediglich Raumfahrtingenieur. In den Bereich Medizin „rutschte“ er, weil er in der Vergangenheit zu mathematischen Modellen der Herzfunktion geforscht hatte. Er ist schon seit langem ein entschiedener Gegner des Rauchens und hat sich in letzter Zeit mit gleicher Kraft dem Kampf gegen die gedampfte Wolke verschrieben. Dass ihm dabei jedes Mittel recht ist, zeigte er schon des öfteren. Zuletzt hatte er in einer Studie zum Thema Dampfen und Herzkreislauferkrankungen mal eben aus Korrelation eine Kausalität zaubern wollen. Also das Motto: Es schneit im Winter, weil im Herbst die Blätter von den Bäumen fallen. Von vielen Kollegen wird er mittlerweile nur noch leidlich ernst genommen. Leider gilt das nicht für die Medien.

In der Studie selber wurden nicht wirklich Menschen untersucht. Es wurden lediglich öffentliche Daten aus dem „Population Assessment of Tobacco and Health“ (PATH) der „Nationalen Gesundheitsinstitute“ (National Institutes of Health – NIH) ausgewertet. Das sind, grob gesagt, Befragungen der Bevölkerung nach Rauch- bzw. Dampfverhalten und dem gesundheitlichen Zustand. In der Studie wurden Daten von 32.000 Menschen der Jahre 2013 bis 2016 ausgewertet. Von den Befragten waren 5,5% aktive Dampfer und 26% rauchten. Diese „Langzeit“ bestand also aus drei Jahren. Erst mal nicht unbedingt ein Problem, ginge prinzipiell als Langzeitstudie durch. Aber in diesem Zusammenhang ist das dann doch etwas „unglücklich“. Dazu gleich mehr.

Das Ergebnis der Studie, zumindest auf den ersten Blick, war, dass Dampfer ein 1,3fach höheres Risiko haben, an COPD, Asthma, Bronchitis oder Emphysemen zu erkranken als Nichtraucher. Bei Rauchern erhöht sich das Risiko um den Faktor 2,5. Interessant ist, dass Dualuser, also Leute, die sowohl rauchen als auch dampfen, laut dieser Studie anscheinend ein 3,3mal höheres Risiko haben zu erkranken.

Wichtig zu wissen ist jetzt, dass fast alle befragten Dampfer zuvor Raucher waren. Außerdem kann man davon ausgehen, dass diese Dampfer 2013 erst eine recht kurze Zeit der leckeren Wolke frönten. Es gab die E-Zigarette zu diesem Zeitpunkt schlicht noch nicht so lange. Das ist deshalb wichtig, weil uns diese Studie eigentlich nur eine Sache recht sicher zeigt: Wer vom Rauchen aufs Dampfen umsteigt, verringert sein Risiko für ernsthafte Lungenerkrankungen bereits nach drei Jahren um mindestens 80%.

Das war‘s auch schon. Der Rest ist Ignorieren epidemiologischer Grundlagen und unwissenschaftliches Rumgedeute. Denn mit dieser Studie gibt es mehrere Probleme.

Das größte Problem dürfte schon sein, dass eben so gut wie alle befragten Dampfer zuvor Raucher waren. Und das auch noch relativ frisch. Es ist also mehr als gewagt, deren Erkrankungen einfach dem Dampfen zuzuschreiben. Besonders bei COPD wird das recht deutlich. Denn es ist nahezu unmöglich, dass sich eine COPD in so kurzer Zeit entwickelt. Genau deshalb ist es auch so problematisch, dass wir hier eine Langzeitbeobachtung von gerade mal drei Jahren haben.

Prof. Dr. Michael Siegel von der Boston University bemerkt hierzu:

„There is simply no way that you can develop COPD from vaping for five years. Even among heavy chain smokers, it takes several decades before they develop COPD.“ (Es gibt einfach keine Möglichkeit, COPD zu entwickeln, wenn man fünf Jahre lang dampft. Selbst bei schweren Kettenrauchern dauert es Jahrzehnte, bis sie an COPD erkranken.)

Tatsächlich erkranken Raucher durchschnittlich im Alter von 45 Jahren und zumeist nach jahrzehntelanger Raucherkarriere an COPD. Eine „Turbo-COPD“ innerhalb von drei Jahren ist weit mehr als unplausibel. Trotzdem wurden in der Studie auch diese Fälle der E-Zigarette zugerechnet. Selbst, wenn es viel plausibler ist, dass die Rauchervergangenheit der Auslöser für die Erkrankungen war. Darauf deutet auch eine Langzeitstudie des italienischen Mediziners Prof. Riccardo Polosa hin, in der gezeigt werden konnte, dass sich der Gesundheitszustand von COPD-Patienten nach dem Umstieg aufs Dampfen deutlich verbessert hatte.

Prof. Dr. Michael Siegel schlussfolgert daher:

„There is absolutely no way one can conclude, or even speculate, based on the results of this cross-sectional study, that vaping is a cause of chronic obstructive lung disease [COPD].“ (Aus den Ergebnissen dieser Querschnittstudie kann absolut nicht geschlossen oder gar spekuliert werden, dass Dampfen eine Ursache für COPD ist.)

Ein weiteres Problem der Studie ist, dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass Befragte weiterhin Zigaretten rauchten, obwohl sie angegeben hatten, nur noch E-Zigarette zu dampfen. Für viele Menschen zählt vielleicht zum Beispiel der regelmäßige „Ausrutscher“ auf Partys nicht als wirkliches Rauchen.

Und dann ist auch nicht auszuschließen, dass Raucher versucht haben ihren Zigarettenkonsum gerade deshalb mit der E-Zigarette zu reduzieren, weil sich bei ihnen die ersten Anzeichen einer Lungenerkrankung zeigten. Oft dauert es nämlich eine relativ lange Zeit von den ersten Symptomen bis zur Diagnose. Auch hier wäre das Dampfen nicht Verursacher sondern Folge der Erkrankungen.

Dass übrigens Dualuser ein noch höheres Erkrankungsrisiko als „Nurraucher“ haben sollen, ist nicht nur unlogisch, es lässt sich recht einfach und plausibel damit erklären, dass gerade besonders starke Raucher Probleme damit haben könnten, ganz auf die E-Zigarette umzusteigen und daher Dualuser bleiben.

Leider werden sich die wenigsten Journalisten die Mühe machen, die Studie genau anzugucken, sie auf Plausibilität zu prüfen und ihren Job damit vernünftig zu erledigen. Das Rauschen im Blätterwald hat bereits begonnen, die Studie passt ja so schön ins Bild.

Doch das einzige, was diese Studie tatsächlich zeigt, ist, dass Raucher ihrer Gesundheit einen fetten Dienst erweisen, wenn sie auf die E-Zigarette umsteigen. Wie erwähnt, sinkt laut dieser Studie das Risiko für ernsthafte Lungenerkrankungen durch den Umstieg aufs Dampfen bereits nach drei Jahren um mindestens 80%.

Darüber allerdings, ob Nichtraucher ihrer Gesundheit schaden, wenn sie der leckeren Wolke frönen, sagt diese Studie absolut nichts aus. Es bleibt dabei, dass bis heute keine seriöse Studie belegen konnte, dass Dampfen überhaupt ernsthaft schädlich ist. Und diese erst recht nicht.


MedicalXpress.com: E-cigarettes significantly raise risk of chronic lung disease, first long-term study finds

Clive Bates über diese Studie

Studie von Polosa zum Thema Dampfen und COPD

Die TPD schützt uns vor nix

Na gut, vor fast nix. So’n paar sinnige Sachen stehen da ja schon drin und es ist nicht die schlechteste Idee, wenn man eine Liste macht, wo drauf steht, was für fiese Sachen nicht in die Nebelsuppe dürfen. Sofern die Liste dann auch rein nach Fakten geklöppelt wird und wenn es nur um das Thema Gesundheit geht. Wenn kein fettes Öl ins Wolkentonikum darf, macht das Sinn. Darf kein Koffein rein, eher weniger. Selbst, dass Diacetyl aktuell auf der Liste steht, ist Kappes. Dafür, dass das Zeug die berühmte “Popcorn Lunge” verursacht, fehlen nämlich bis heute alle Beweise. Aber das ist noch mal ne eigene Geschichte, zeigt allerdings, dass die jetzige Liste schon nicht wirklich nur mit dem Köpfchen gemacht wurde.
Ansonsten haben wir in der TPD, vielmehr im Tabakerzeugnisgesetz, noch so glorreiche Sachen, wie 10ml Fläschchen, eine Wartefrist von sechs Monaten, die keinen Zweck erfüllt, und natürlich die Nikotinobergrenze von 20mg/ml. Eine Obergrenze, die willkürlicher nicht sein könnte. Oder besser gesagt, eine Obergrenze, die zeigt, wie inkompetent einige Leutchen in Brüssel sind. Denn das ist kein sinniger Wert, sondern das haben sich Sesselpupser zusammengestrickt, nachdem die eine Studie vom griechischen Wissenschaftler Dr. Konstantinos Farsalinos falsch verstanden haben. Nachdem er der Brüsseler Rasselbande übrigens gesagt hatte, dass die da was nicht kapiert haben, kam von denen ernsthaft die Antwort, dass sie das natürlich richtig sehen, er würde sich irren. Die haben ihm also… ohne Shice… erzählt, die hätten mehr Ahnung von seiner Studie als er selbst. Mettbällebad.

Aber das nur am Rande. Darum, dass die TPD alles andere als das Gelbe vom Ei ist, soll’s hier gar nicht gehen. Viel mehr geht’s darum, dass es zwar prinzipiell sinnig sein kann, dem Dampfen einen vernünftigen Rahmen zu geben… sieht ja auch nach außen immer viel schöner aus… dieser Rahmen aber nicht die Bohne was mit den Fällen in den USA zu tun hat.
Doch vor allem Shops sowie die Verbände BfTG und VdeH hängen aktuell die tolle Regulierung in der EU an die große Glocke. Bei uns ist alles supi, guck, wir haben die TPD, und bei den Amis ist die Hölle los, weil da nix reguliert ist.

Aber die haben da nicht so viele Verletzte und Tote, weil der amerikanische Markt wie der wilde Westen ist und jeder machen kann, was er will. Zwar haben die Liquidbrauer in den Staaten tatsächlich noch keine direkte Regulierung der Inhaltsstoffe, sie müssen aber der FDA trotzdem bei jedem Liquid ganz penibel mitteilen, was in der Suppe drin ist. Außerdem will jeder Hersteller Kunden und keine Leichen.
Doch auch das ist eigentlich wurscht, denn hier wird eine Sache mächtig vergessen: Es geht bei dem Mist in der neuen Welt  gar nicht um die E-Zigarette.

Das ganze Ding mit den Verletzten und Toten hat mit der E-Zigarette und irgendwelchen Regulierungen so wenig zu tun, wie ein Regenwurm mit Synchronturnen. Es geht um verunreinigte oder gepanschte illegale THC-Liquids, liebevoll “E-Joints” getauft. Die sind nicht nur bei uns verboten, die sind auch in den USA nicht erlaubt. Die werden da auf dem Schwarzmarkt vertickt.
Und auch hier geht’s nicht ums THC selber, sondern nur um das Ding “illegal”. In legalen THC-Liquids (in einigen Staaten der USA ist das mit dem Kiffen nämlich okay), die man untersucht hat, waren weder fette Öle, noch Pflanzenschutzmittel oder Fungizide drin.

Man mag es glauben oder nicht, aber so einem Drogenpanscher, der sein Zeug auf der Straße vertickt und dem es wurscht ist, ob die “Kundschaft” daran zu Grunde geht, juckt eine Regulierung der E-Zigarette heftig wenig. Man hätte also so viel regulieren können, wie man wollte, wir hätten heute trotzdem die gleichen Probleme.
Oder etwas deutlicher gesagt: Du kannst Wein noch so sehr regulieren, es verhindert trotzdem nicht, dass sich irgendwelche Deppen Spiritus aus Weingläsern hinter die Binde kippen.

Deshalb ist es so megadämlich, jetzt die “in Deutschland sind wir sicher, weil wir hier so tolle Regulierungen haben” Masche zu fahren. Warum? Weil das noch heftig nach hinten losgehen kann. Die Fälle aus den USA werden nämlich auch nach Deutschland kommen… genau genommen sind sie das wahrscheinlich schon.
Wenn das in Bremerhaven nämlich wirklich E-Zigaretten und keine Vaporizer waren, in die sich ein Haufen Steppke irgendein Drogengepansche reingetan haben, dann haben wir bereits das kugelige Grünzeug. Das ist zwar nicht ganz die selbe Soße wie in den USA, da waren es sehr wahrscheinlich Lipidpneumonien durch fette Öle und bei den Halbstarken aus der Stadt an der Weser ist es ganz simpel Substanzmissbrauch, es sind trotzdem zwei Seiten des selben Rubels.

Also, was passiert denn, wenn auch in Deutschland die ersten “durch die E-Zigarette” umkippen und wir vorher einen rausgehauen haben, dass wir wegen der Regulierung sicher sind? Die Clique aus Berlin wird schreien, dass die Regulierungen offensichtlich nicht weit genug gehen, dass man mehr machen muss. Es wird hier auch blinder Aktionismus ausbrechen, so’n bissel wie gerade in den USA.
Dass jede Verschärfung der bestehenden Regeln in etwa so sinnig ist, wie eine Verschärfung des Tempolimits in der Stadt, um Unfälle auf der Autobahn zu verhindern, wir die einen Leutchen nicht interessieren und bei den anderen übersteigt das den intellektuellen Horizont. Die haben ja jetzt schon Probleme damit, den Unterschied zwischen Rauch und Nebel zu kapieren.

Wir sollten also sagen wie es ist: Die “mysteriöse Lungenkrankheit” in den USA wurde von illegalen, gepanschten Drogen verursacht. Die sind in den USA anscheinend irgendwie Mode, weshalb da drüben so viele Leutchen umkippen. Und wir haben (noch) kein Problem mit dem Zeug, weil illegale Joints zum Dampfen bei uns eben kaum ein Thema sind. Außerdem sind zum Glück nur recht wenige Leute so bekloppt, sich irgendein Dreckszeug in den Tank zu kippen.

Mit der TPD oder dem Tabakerzeugnisgesetz hat das alles jedenfalls nix zu tun. Und das sollten wir auch deutlich sagen, selbst wenn die TPD erst mal wie ein scharfer Pfeil im Argumentenköcher aussieht. In Wahrheit ist es ein mächtiger Bumerang.


e-Dampfen.info: Krankheits- und Todesfälle durch verunreinigte THC-Liquids in den USA

Ist das Glas schuld, wenn Opa reinpinkelt?

Die Welle rollt, der Sturm bläst durch den Blätterwald, die Erde wackelt heftig. Angeblich sind in den USA Horden von Menschen durch die E-Zigarette krank geworden. Mittlerweile sollen es 153 Leutchen in 14 Staaten sein, die vom Nuckeln an der E-Fluppe im Krankenhaus gelandet sind. Da geht’s von Atemnot, über Lungenkollaps bis zu Durchfall und Erbrechen. Ein paar der Patienten brauchten etwas mehr Hilfe, teilweise wurden sie vorübergehend beatmet, aber keiner ist abgenibbelt, fast alle konnten recht fix wieder nach Hause und keiner scheint was Bleibendes zu haben. Das alles hat die Dampfe gemacht.

Zumindest, wenn’s nach BILD, Focus, RTL und Co. geht. Aber nicht nur der qualitative Bodensatz der deutschen Medienlandschaft hat diesen Unsinn verbreitet, leider machen beim Niveaulimbo echt alle mit. Da wird mehr als an den Tatsachen rumgebogen oder vielleicht mal etwas übertrieben, da wird teilweise herzhaft kräftig gelogen. Dagegen sehen Grimms Märchenbücher aus wie wissenschaftliche Abhandlungen. In der FAZ gibt’s mittlerweile sogar schon “Todesfälle”…

“Tabakkonzerne werben gern damit, dass die E-Zigarette viel weniger schädlich ist als die herkömmliche Zigarette. Todesfälle in Amerika lassen daran zweifeln.” (FAZ am 20.08.2019)

Blöd nur, dass da irgendwie die Leichen fehlen. Aber hey, warum nur ne Dose Prosecco schlürfen, wenn man gleich mit der Magnumflasche die Korken knallen lassen kann?! Die FAZ wollte wohl nicht nur den Vogel abschießen, sondern ihn gleich mit ner Flak ordentlich in der Luft zerfetzen. Wenigstens haben sie die Überschrift ein bissel abgeschwächt, war denen dann wohl doch eine Nummer zu dick. Hieß es anfangs noch “US-Behörden prüfen Todesfälle in Zusammenhang mit E-Zigaretten” prangt jetzt nur noch “Ist die E-Zigarette Schuld an Lungenkrankheit?” über dem textlichen Machwerk. Aber selbst das mit der “Lungenkrankheit” ist Schwachsinn, denn es geht hier nicht um eine Krankheit. Es ist ja auch keine Krankheit, wenn reihenweise Leute von gepanschtem Wein umkippen… würde ja keiner auf die Idee kommen, daraus eine Weinerositis oder Bacchusomie zu machen. Gut, außer vielleicht BILD, die können… sorry, machen alles.
Aber diese “Lungenkrankheit” findet sich fast überall im Mediendschungel. So kriegt die Sache mit der E-Zigarette einen schön bösen chronischen Touch.

Nur, von chronisch sind wir so weit weg, wie ein Mehlwurm von einer Dürrekatastrophe. Überhaupt ist das mit der Krankheit so eine Sache. Bis jetzt ist das ganze nämlich nur ein wursteliger Sumpf aus “könnte sein” und “weiß nicht genau”. Erst in den Medien wurde daraus eine “Lungenkrankheit” und die E-Zigarette der fiese Bösepeter. Aber auf diesen kompletten Flachsinn haben schon andere ganz gut ihre Funzel gehalten (Links gibt’s unten), deshalb will ich hier nur mal kürzigwürzig die ganze Sache aufrollen.

Angefangen hat’s mit etwa 22 Fällen vor allem in Wisconsin sowie den angrenzenden Staaten Minnesota und Illinois, alles also auf recht engem Raum. Das wird einem klar, wenn man bedenkt, dass zum Beispiel die Metropolregion Chicago sowohl in Wisconsin, als auch Illinois und Indiana liegt.
Bei den Fällen ging es vor allem um Atemnot und Übelkeit… so Kotzeritis und Flatulenz. In einem Fall war’s etwas heftiger, da musste der Patient kurzzeitig im künstlichen Koma beatmet werden. Aber alle konnten nach relativ kurzer Zeit wieder nach Hause. Abgenibbelt ist keiner.
Nun hatten die Ärzte das Problem, dass die keine Ahnung hatten, woher das ganze kam. Und das wissen die bis heute nicht. Infektionen konnten ausgeschlossen werden. Aber eine Sache hatten alle eingelieferten Leutchen gemein, sie haben gedampft. Also, und das ist ja soweit noch voll okay, wurde die Dampfe ein Hauptverdächtiger… oder besser gesagt, was in der Dampfe drin war. Denn wir reden hier nicht über die nette JUUL vom Supermarkt, sondern über merkwürdige Kartuschen von der Straßenecke. Zwar weiß man nicht bei allen, was die so gedampft haben, aber bei einigen ist klar, dass es vorgefüllte Tanks von der Straße waren, oft mit THC drin. Dazu hat das CDC bekanntgegeben:

“In many cases, patients have acknowledged recent use of tetrahydrocannabinol (THC)-containing products while speaking to healthcare personnel or in follow-up interviews by health department staff; however, no specific product has been identified in all cases, nor has any product been conclusively linked to illnesses.”

In vielen Fällen war also THC, der Glücklichmacher aus’m “Gras”, im Spiel. Jetzt ist auch nicht das THC unbedingt automatisch das Problem, aber dass es gedampft wurde eventuell. Denn das lässt sich nicht so einfach in das Liquid prügeln. Vor allem ist das Harz der Cannabispflanze, da ist nämlich das meiste THC drin, oft in fetten Ölen gelöst. Und fette Öle sind das letzte, was man im Tank haben will. Was sonst noch in den Kartuschen drin war, kann auch keiner sagen… pharmazeutische Qualität war das bestimmt nicht.

Um die Dampfe geht’s hier also gar nicht, sagt sogar das CDC, sondern um das, was drin war. Oder mit den Worten von Prof. Dr. Bernd Mayer: “Ist das Trinkglas Schuld, wenn Opa rein pinkelt?”

Aber machen wir doch mal’n Hüpfer nach hinten und gucken uns die ganze Soße von etwas weiter weg an. Wir haben in den USA so etwa 9 Millionen Dampfer und weltweit noch mal ein paar zig Milliönchen mehr. Seit über 15 Jahren machen Menschen auf dem Globus leckere Wolken und keiner ist bisher davon umgekippt.
Jetzt, ganz plötzlich, kriegen im Land der FDA ein paar Leutchen schlecht Luft, machen Kotzikotzi oder flattern sich die Rosette weg. Und auf einmal wird die Dampfe zur Todesmaschine? Ohne Leichen übrigens… nur noch mal für FAZ-Leser.
Jetzt mal ehrlich, haben hier alle das Denken verlernt? War so viel Evolution echt umsonst?

Fällt denn keinem auf, dass es schon irgendwie komisch ist, dass das ganze Zeug nur auf einem recht kleinen Fleckchen Erde passiert ist?! Außerhalb der USA gibt’s nicht einen Fall dieser neuen “Lungenkrankheit”. Wie gesagt, bei zig Millionen Dampfern auf unserer kleinen Kugel.
Klar, mittlerweile gibt’s 153 Fälle in 14 Bundesstaaten. Aber das ist ja auch kein Wunder, wenn jetzt jeder Dampfer mit ein bissel Atemnot oder Flatulenz automatisch mit auf die Liste gesetzt wird. Das ganze ist ein Selbstläufer geworden. Ich will nicht wissen, wie viele Colatrinker mit Blinddarmentzündung jedes Jahr in den Krankenhäusern landen. Epidemie?
Das weiß auch das CDC und schreibt selbst:

“Even though cases appear similar, it is not clear if these cases have a common cause or if they are different diseases with similar presentations.”

Es weiß also erst mal schon keine Sau, ob die Fälle überhaupt alle mit der Sache zu tun haben und erst recht kann man nicht sagen, dass es hier um ein Problem mit der Dampfe geht. Dass wir hier ein echt fettes Problemchen haben, wär so oder so etwas übertrieben, wenn von etwa 9 Millionen Dampfern in der neuen Welt 153 (das sind 0,002% der Wolkenmacher) irgendwelche Beschwerden haben.

Jetzt müsste also jeder, der nur so’n Fitzel Ahnung von der Materie hat und genug Hirnzellen, um mit Messer und Gabel zu essen, klar sagen, dass es hier nicht um die Dampfe geht… gar nicht gehen kann. Und da betritt Katrin Schaller vom DKFZ die Bühne:

“Ein Zusammenhang ist durchaus plausibel.”

Hä? Hier ist was plausibel? Ja, Dummheit, gepaart mit gepanschter Suppe in einer Dampfkartusche und anschließender “Ausnüchterung” im Krankenhaus. Da ist was plausibel. Aber ein Zusammenhang zwischen den 153 Fällen und der Dampfe ist so plausibel, wie der Zusammenhang zwischen den jährlich etwa 70.000 Toten durch Alkoholkonsum und Flaschen.
Außerdem kann man was “chronisches” eh ausschließen, dass würde dann nicht zuerst recht junge Dampfer treffen, die noch nicht sehr lange der leckeren Wolke frönen, und es würde sich bestimmt nicht auf den mittleren Norden der USA beschränken. Da wären dann zuerst die ganzen alten “Dampfersäcke” dran… und das weltweit. Aber weltweit gibt’s eben immer noch keinen einzigen Fall, dass einer vom Dampfen umgekippt ist.
Solche komischen Sachen wie “Krampfanfälle” durch die JUUL, eine “Dampfepidemie” unter Jugendlichen und eine mysteriöse “Lungenkrankheiten” von der gedampften Wolke, gibt’s nur im Land der FDA. Das alles gibt es nur in dem Land, in dem viele Bundesstaaten durch das “Tobacco Master Settlement Agreement” richtig fette Kohle mit dem gerollten Blätterwerk machen.

Noch mal zum mitschreiben und für alle Dampfer, die wegen der Sache jetzt Panik schieben wollen: Die Sache in den USA hat mit einer Gesundheitsgefährdung durch die Dampfe nix zu tun. Wegen dieser Fälle vor der Dampfe zu warnen, ist so, als würde ich vor Weingläsern warnen, wenn Leute wegen gepanschtem Wein umkippen. Da gibt’s nix zu diskutieren.

Was die Medien und leider auch ein paar “Fachleute” aktuell machen, ist nichts anderes, als Kot aus der Futterlucke abzusondern.
Sorry, ich weiß echt nicht, wie ich’s netter sagen soll. Und diesen Mist kann keiner mehr wegräumen, der ist jetzt in der Welt und den Geruch kriegst du nicht mehr aus der Wohnung.
Wenn wir jetzt nicht irgendwie einen Weg finden, endlich mal “zurückzuschlagen”, endlich mal das Heft in die Pfoten zu kriegen und in die Offensive kommen, dann wird’s noch echt fies für die Dampfe. Klar wird sie irgendwann, irgendwie am Ende “gewinnen”… hey, wir reden hier über harmlosen Disconebel mit Geschmack… aber vorher kann’s eben auch noch heftig böse werden.

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Artikel bzw. Videos zu dem Thema:
Vapers.guru: Epidemie: Geheimnisvolle Lungenerkrankung durch E-Zigarette
Reaktion von Prof. Dr. Bernd Mayer: Dampfen statt Rauchen Teil 20 – Mysteriöse Lungenerkrankung durch E-Zigaretten – tatsächlich? (Aktualisiert am 25.08.2019)
V.S.I.: Mysteriöse Lungenkrankheit durchs Dampfen?
V.S.I.: Update(24.08.) zur mysteriösen Lungenkrankheit (Aktualisiert am 24.08.2019)
Matzes-Plauderecke.de: FAKE-News

Verbände zu dem Thema:
VdeH: E-Zigaretten nicht ursächlich für Lungenerkrankungen; Mahnung zur journalistischen Sorgfalt
BfTG: E-Zigaretten sind sichere Alternative

CDC zu dem Thema: CDC, FDA, States Continue to Investigate Severe Pulmonary Disease Among People Who Use E-cigarettes

Ein Ausschnitt des medialen Misthaufens:

Die FAZ und ihre Toten: Ist die E-Zigarette Schuld an Lungenkrankheit?
Zeit Online: Im Blindflug in die Sucht
Focus: Krank wegen E-Zigaretten: Lungenarzt schließt Gefahr für Dampfer in Deutschland nicht aus

EDIT: Mittlerweile soll einer “vom Dampfen” gestorben sein… noch weiß man aber nicht wirklich viel darüber. Die FAZ hatte wohl gerade ihre Glaskugel poliert, als sie das voraussah. Das alles ändert nur nix an der Tatsache, dass, wie schon geschrieben, hier vor Weingläsern gewarnt wird, weil einer gestorben ist, nachdem er irgend ein giftiges Zeug aus selbigem getrunken hat. (Aktualisiert am 24.08.2019)