Die volle Wucht der Liquidsteuer

Viele Dampfer wissen noch gar nichts von der gar nicht mehr so neuen Tabaksteuer auf Liquids, die sog. Liquidsteuer. Was mich echt verblüfft. Zumindest bei den Freunden der leckeren Wolke, die sich in unserer schönen kleinen Dampferbubble bewegen. Ich meine, das Thema wurde ja nun schon oft genug durch die Medien gepeitscht und in diversen Dampfergruppen auf verschiedenen sozialen Plattformen durchgekaut.

Allerdings gibt es noch weit mehr Dampfer, die zwar von der Liquidsteuer gehört haben, aber gar nicht genau wissen, was das überhaupt für sie bedeutet. Dies ist mein Versuch, etwas daran zu ändern. Denn den ein oder anderen wird das ein oder andere wahrscheinlich etwas aus den Kniestrümpfen pfeffern.

Hä, Steuer?

Die neue Tabaksteuer gibt es seit Mitte letzten Jahres. Und sie wird auf “Substitute für Tabakwaren” erhoben. Mit anderen Worten: Liquids. Beziehungsweise alles, was man in einer E-Zigarette vernünftigerweise dampfen kann und alle Komponenten davon. Es gilt also auch für reines Propylenglykol oder Glycerin. Ob da Aroma oder Nikotin drin ist, spielt keine Rolle. Aroma und Nikotin werden natürlich auch versteuert, wenn klar ist, dass die in eine E-Zigarette sollen. Und übrigens auch Wasser. Kein Scheiß.

Auf all das müssen seit Juli 2022 pro Milliliter “Substitut für Tabakwaren” 0,16€ Steuer berappt werden. Und ja, das heißt, dass auf einen Liter Bunkersuppe, der früher 10 bis 15€ gekostet hat, jetzt 160€ Steuern (plus Umsatzsteuer) drauf kommen. Willst du also eines der teuersten Wasser der Welt herstellen, dann verkauf es einfach in einem Dampferladen.
Die Steuer wird übrigens zukünftig auch noch in drei Schritten jährlich automatisch angehoben, bis es 2026 schließlich 0,32€ pro Milliliter sind.

Das meiste Zeug gibt’s doch auch ohne Liquidsteuer?!

Nun ist es kein Geheimnis, dass es die Zutaten für unsere Wolkensuppe an vielen Orten zu kaufen gibt, nicht nur im Dampferladen. Nur Nikotin wirst du außerhalb eines Vapeshops nicht finden. Aber zum Beispiel für PG und VG gibt’s eine Menge von Quellen. Von Amazon über den Pferdebedarf bis zur Apotheke. Und natürlich bei Händlern für Lebensmittelzusatzstoffe. Da bekommt man übrigens auch Lebensmittelaromen, die für das Dampfen geeignet sind.

All das kannst du vollkommen legal überall kaufen und besitzen. Ohne Liquidsteuer. Solange du nicht vorhast, es in deine E-Zigarette zu packen. Aber dazu gleich mehr. Denn es gibt ja noch die Leute, die sich Unmengen von Dampferzeug teilweise schon vor Jahren in den Keller gestellt haben.

Auch wer gebunkert hat, muss zahlen.

Wer sich bereits eingedeckt hat mit allen wichtigen Sachen, die er für sein Wolkentonikum so braucht, PG, VG und Nikotin, dass es für zehn Dampferleben reichen würde, der wähnt sich möglicherweise in seiner eigenen Steueroase. Doch leider entpuppt sich diese Oase als reine Fata Morgana.
Denn unsere Volksvertreter in Berlin haben sich da was ganz besonderes einfallen lassen: Steuerentstehung durch Inbesitzhalten.

Niemand ist vor der Steuer sicher!

Seit der Änderung des Tabaksteuergesetzes (TabStG) zum 12. Februar 2023 durch das “Siebte Gesetz zur Änderung von Verbrauchsteuergesetzen” entsteht die Steuer schon alleine dadurch, dass man ein Liquid, eine Base oder sonst irgendwas, das zum Dampfen gedacht ist, sein eigen nennt.
Hier heißt es im § 23f, Absatz 1, Satz 4:

“Die Steuer entsteht […] mit dem Inbesitzhalten von Tabakwaren des steuerrechtlich freien Verkehrs, wenn die Steuer im Steuergebiet noch nicht erhoben wurde.”

Dass bei Tabakwaren in diesem Fall auch tatsächlich “Substitute für Tabakwaren” mit gemeint sind, wird gleich zu Beginn im § 1b gesagt.

Durch die Änderung des Paragraphen 23f wird erreicht, dass auch wirklich alles, was man sinnigerweise in eine Dampfe schütten kann, versteuert wird. Und es bedeutet, dass der Fiskus an selbst vor Jahren gebunkertes Zeug drankommt. Zumindest theoretisch. Völlig egal ob im Privaten oder im Gewerblichen. Da macht das Gesetz keinen Unterschied.

Wer was wann versteuern muss.

Interessant ist, dass bei der Einführung der Steuer, Mitte letzten Jahres, keine Abverkaufsfrist festgelegt worden war. Theoretisch hätten Händler sich riesige Hallen vollpacken können und noch jahrelang ihr Zeug an der Liquidsteuer vorbei verticken können. Genau das wurde durch die Änderung des TabStG verhindert. Aber mehr noch. Mit dem Zeitpunkt der Änderung am 12. Februar diesen Jahres wurde einfach überall die Steuerfreiheit abgeschafft. Sogar im privaten Bunkerkeller. Aber der Reihe nach.

Logisch ist, dass Dampferläden Liquids, Aromen und Co. nur noch mit Liquidsteuer verkaufen dürfen. Egal wann hergestellt und egal wann eingelagert. Doch für den Konsumenten, den normalen Dampfer, dürfte interessant sein, dass auch er jetzt in die Pflicht genommen wird.

Denn wer jetzt noch Dampferzeug besitzt, das er in der Vergangenheit ohne Liquidsteuer gekauft hat, der muss es jetzt nachträglich versteuern. Da ist es ziemlich wurscht, wann es gekauft wurde. Dass man es besitzt, reicht aus. Es wird eine Steuererklärung fällig. Entscheidend ist dabei die Zweckbindung. Bei den meisten Sachen aus dem Vapeshop dürfte die wohl eindeutig sein. Das gilt unzweifelhaft für alles mit Nikotin. Aber auch für Longfills, Shortfills oder reine Aromen. Wenn klar ist, dass das Zeug für die Dampfe ist.

Aber auch Sachen, die man jetzt noch steuerfrei kauft, weil es sie jenseits der Dampferläden ohne Liquidsteuer zu kaufen gibt, werden zum Problem. Zumindest, wenn man sie dampfen will.
Dann macht man nämlich zum Beispiel aus einem harmlosen Fläschchen Propylenglykol, mit dem man sich auch eine Gesichtscreme zusammenmischen könnte, ein “Substitut für Tabakwaren”. Egal, ob man da noch Aroma reinschüttet oder es pur dampft. Wie schon gesagt: Der Zweck ist entscheidend. Einfach nur dadurch, dass ich mich entscheide, die Literflasche Propylenglykol lieber zu dampfen, als sie mir ins Gesicht zu schmieren, wird sie 160€ teurer.
Sogar das (unversteuerte) Wasser, dass man sich nachträglich in ein versteuertes Liquid mischt, muss man nachträglich versteuern.

Der Unsinn ist gewollt.

Das alles klingt so albern wie unglaubwürdig. Es hat mit Logik so viel zu tun, wie ein Regenwurm mit Kernphysik. Und es ist schwer zu glauben, dass diese geistige Diarrhö echt so gemeint ist. Aber das ist sie. So steht es im Gesetz, der Zoll sieht es so und die Politik hat es mittlerweile bestätigt. Die wollen diesen Unsinn. Genau so. Da gibt es also nix mehr zu diskutieren. Damit müssen wir erstmal leben.

Allerdings ist auch sicher, dass in der Praxis keine Einheiten des SEK Wohnungen von Dampfern stürmen werden. Auf der Suche nach der fetten Kiste Bunkerzeug im Keller.
Der Normalodampfer muss wohl kaum Angst haben, dass der Fiskus ihm wegen seiner unversteuerten Wolkensuppe ans Bein pinkelt. Es ist ganz klar, dass die Beweislast immer beim Ankläger liegt und ohne Anfangsverdacht auch nicht einfach irgendwas durchsucht werden darf. Da haben zudem weder Gesetzgeber, noch Polizei oder Zoll Interesse dran.

Trotzdem halte ich es für wichtig, dass jeder Bescheid weiß. Es ist illegal, wenn man unversteuertes Zeug in der Dampfe wegpafft. Zumindest grundsätzlich. Auch wenn das Risiko, erwischt zu werden, gegen Null geht.

Ich würde zukünftig jedoch definitiv kein Bunkerzeug oder den letzten Haul vom Pferdehändler mehr auf Facebook und Co. posten. Und alte Posts würde ich jetzt wahrscheinlich lieber löschen. Denn da draußen ist immer einer, der Spaß am “Verpetzen” hat.

Du kannst was machen!

Wie gesagt, das alles ist erst mal so. Aber es ist nicht in Stein geklöppelt. Das muss nicht für alle Zeit so bleiben. Unter anderem bereiten schon Händlerverbände Klagen in Karlsruhe vor. Ehrlicherweise kann es aber noch Jahre dauern, bis sich da was entscheidet. Und die Chancen sind ungewiss.

In der Zwischenzeit dreht natürlich keiner Däumchen. Das wichtigste ist aktuell die Aufklärung der Politiker. Mit ihnen reden und sie davon überzeugen, was für einen Unsinn sie fabriziert haben.
Das macht für die Dampfer vor allem der “Bundesverband Rauchfreie Alternative e.V.” (BVRA). Das ist unser Konsumentenverband. Die Kontakte sind schon da, die Gespräche werden geführt. Das geht alles natürlich auch nicht von jetzt auf gleich, das braucht Zeit. Aber so läuft das in unserer Demokratie. Das ist die Art, etwas zu bewegen.

Und an der Stelle kommst Du ins Spiel. Du kannst Mitglied werden. Dich entweder direkt einbringen und mitmachen oder zumindest mit deinen Beiträgen dem Verband den Rücken stärken.
Alle Infos über den Verband und wie du Mitglied werden kannst, findest Du auf BVRA.info.


Alle Details über die Liquidsteuer findest Du auf e-Dampfen.info

Anmerkung: Alle Angaben sind natürlich ohne Gewähr auf Richtigkeit. Weder bin ich Anwalt, noch ist das hier eine Rechtsberatung.

Das Jahr zum Wegwerfen… und eine Alternative

Nein, das wird hier jetzt kein Jahresrückblick. Hab ich keinen Bock drauf. Versaut mir nur die Feiertage. Kurz zusammengefasst, waren die letzten Monate nämlich einfach nur zum Wegwerfen. Ganz besonders für die Freunde der leckeren Wolke. Denn neben der abgrundtief dämlichen Liquidsteuer waren Disposables das bestimmende Thema. Ein kleiner Spoiler für 2023: Das werden sie auch noch im nächsten Jahr. Wahrscheinlich geht es dann sogar erst richtig los. Medien, Antiwolkenaktivisten und Politiker sind gerade erst so richtig warm geworden. Und die meisten Hersteller, Händler und Dampfer merken die Einschläge immer noch nicht.

Mit den Disposables haben wir Dampfer uns nicht nur ein trojanisches Pferd ins Gehöft gezogen. Das ist ein trojanischer Monstergodzilla, der uns noch mächtig den Darm von hinten aufräumen wird. Jeder, der diese Dinger benutzt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren. Und nein, da gibt es keinen Platz für Argumente.
Disposables sind der Goldstandard der Dummheit. Auf allen Ebenen. Und wer das nicht erkennt, der gehört mit eingelegten Heringen ausgepeitscht. Ende der Diskussion.
Wenn du nur mit den Dingern das Rauchen sein lassen kannst, dann lass der Evolution freien Lauf und entfern dich lieber mit glimmenden Sargnägeln aus dem Genpool. Und bei jedem, bei dem die Dinger der heiße Scheiß für die Party sind, war der Stammbaum wahrscheinlich auch nur ein Kreis.

Es gibt nichts gutes an E-Zigaretten zum Wegwerfen. Nichts. Denn sie haben kein Alleinstellungsmerkmal außer der abgrundtief dämlichen Faulheit des Benutzers.
Es sind verfickte Podsysteme. Nur eben mit festem Pod und Akku ohne Aufladebuchse. Zudem noch meistens mit Verdampfertechnik aus der Steinzeit. Und wer davon brabbelt, dass die Dinger aber so gut schmecken würden. Nein, tun sie nicht.
Was da schmeckt, ist das vollkommen überdosierte Liquid in den Wegwerfdampfen. Das muss schon alleine wegen der Uraltverdampfertechnik so hoch dosiert sein. Und natürlich, damit’s ordentlich “knallt” auf den Geschmacksknospen.

Packst du das gleiche Liquid in ein vernünftiges Podsystem, donnert das genauso. Wahrscheinlich ist es da dann sogar zu heftig.

Und wie viel Klebstoff muss man eigentlich schnüffeln, um bereit zu sein, jeden Tag so viel Geld fürs Dampfen auszugeben? Viele Einwegnebler kosten fast einen Zehner. Halten dabei kaum einen Tag. Selbst wenn einen die blaue Kugel, auf der wir hausen, vollkommen rektal tangiert. Wie kann man so schmerzresistent in der Geldbörse sein?

Klar, wer von der Zigarette kommt, ist monetär abgestumpft. Aber entgegen der Behauptung vieler Rauchgegner, macht Rauchen doch nicht blöde. Und wer es geschafft hat, eine Alternative zum Glimmstängel zu finden, kann ja auch gar nicht so strunzdumm sein. Der muss doch auch kapieren können, dass es in der Welt des leckeren Nebels weit besseres und günstigeres als Disposables gibt.

Die Alternative zur Alternative – Ein kleines Review zum Jahresende

Davon gibt es nämlich eine Menge: Richtige Podsysteme.

Exemplarisch will ich hier das Cravat Podsystem von Uwell vorstellen. Weil das in meinen Augen eine fast perfekte E-Zigarette für Umsteiger ist. Ich selbst benutze die Cravat jetzt schon seit ein paar Wochen. Sie ist absolut eine Alternative zu Glimmstängeln. Und erst recht zu Disposables.

Dieses kleine Ding macht wirklich viel richtig, was für das Umsteigen in meinen Augen wichtig ist. Die Cravat ist mit etwa 20g sehr leicht, lässt sich ohne Probleme “freihändig” dampfen. Sehr hilfreich, wenn man mal wieder nichts besseres zu tun hat, als solche Texte wie diesen in den Rechner zu hämmern. Dementsprechend ist auch ihre Größe. Sie verschwindet fast in der Hand.

Die Cravat ist auch so einfach zu bedienen, wie ein Podsystem nur zu bedienen sein kann. Keine Knöpfe, keine Einstellmöglichkeiten. Die Pods kann man natürlich wiederbefüllen. Soweit so Podsystem eben. Aber die Cravat kann ein paar Sachen gut, die nicht jedes Podsystem beherrscht.

Zum einen ist der Zug echt streng. So richtig “zigarettig”. Mag ich. Und das ist meiner Meinung nach für Leute wichtig, die nur Zigaretten kennen. Das bezahlt sie aber nicht mit dem leider oft üblichen Spucken. Ich habe so gut wie nie Liquid oder Kondenswasser im Mund. Auch nicht, wenn ich viel und oft ziehe.
Ich habe sie bisher auch noch nicht zum kokeln gebracht. Und das, obwohl sie eine gute Menge Dampf produziert mit ihrem kleinen 1,2 Ohm Coil im Mesh-Design. Die Coil bringt nicht nur den Geschmack überraschend gut rüber, sondern betont auch sehr die süßen Noten im Liquid. Dürfte besonders denen gefallen, die auf Disposables stehen.

Die Pods fassen 1,5ml Liquid. Nicht sehr viel, aber mehr ist in den meisten Disposables auch nicht drin. Über eine Öffnung an der Seite werden die Pods befüllt. Und Magnete halten sie ohne Wackeln im Gerät, das per USB-C recht schnell geladen werden kann.

Die kleinen Maße und das leichte Gewicht haben natürlich einen Preis. Und der heißt: Akkulaufzeit. Der Akku mit 300mAh reicht natürlich nicht über den ganzen Tag. Aber das schaffen die meisten Disposables genauso wenig. Sehr praktisch finde ich daher, dass der Akkustand über eine LED farblich angezeigt wird.
Natürlich ist es sinnvoll, sich am besten gleich zwei der kleinen Dinger zu besorgen. Dann passt das schon. Und da man die Cravat zumeist bereits für weniger als 15€ bekommt, ist das gut machbar.

Die Coils in den Pods lassen sich nicht auswechseln. Das ist bei einer E-Zigarette für Umsteiger aber wahrscheinlich auch besser. Leider sind die Pods mit ca. 3€ das Stück zu teuer. Wechseln muss ich sie etwa alle zwei Wochen. Das hängt aber natürlich bei jedem sehr vom Liquid und dem individuellen Dampfverhalten ab.

Für mich hat Uwell mit dem Gerät einiges sehr gut hinbekommen. Vor allem für Umsteiger.

Aber das ist nur eine unter vielen, die mir zufällig über den Weg getuckert kam und mich begeistert hat. Es gibt mittlerweile sogar Geräte mit Filter statt Mundstück. Zum Beispiel die EQ-FLTR von Innokin, auch ein patentes Gerät. Ein Gefühl, fast wie Zigarette.
Bei den E-Zigaretten ist es wie auf dem Rummel, für jeden Geschmack ist was dabei. Von leicht und handlich bis groß und dicke Wolken. Und alles davon ist besser als jede Wegwerfdampfe.

Das Fest der guten Vorsätze

Jetzt kommt Silvester, das neue Jahr und viele gute Vorsätze. Wenn du was neues ausprobieren oder von der Kippe weg willst, dann guck dich mal bei den aktuellen Podsystemen um. Ein vernünftiges Gerät kostet kaum mehr als ein, zwei Disposables. Das Liquid dazu macht den Kohl dann auch nicht mehr fett. Spar den Umweg, mach es gleich richtig.

Der Umstieg lohnt sich! Dampfen schmeckt besser als Tabakrauch, du schadest deiner Gesundheit nicht mehr und sparst auch noch eine Menge Geld.

Und wenn du einen Raucher kennst, der offen für Neues ist oder das mit dem Qualm endlich lassen will: Vor Silvester kommt noch Weihnachten. Gibt es ein schöneres Geschenk, als jemandem die Möglichkeit zu geben, sein Leben zu retten?!

Ich wünsche dir schöne und leckere Feiertage, eine gute Verdauung und komm gut ins neue Jahr. Kann nur besser werden. Wir sehen uns auf der anderen Seite.

Disposables – Das wird nicht gut enden

Disposables sind Einweg-E-Zigaretten. Man schmeißt sie also weg, wenn Tank oder Batterie am Ende sind. Da wird nichts nachgefüllt oder geladen. Ein Durchgang und das Ding wandert in die Tonne. Natürlich nicht in die Mülltonne. Denn ein Disposable besteht neben Hülle sowie Tank aus Elektronik und einer Batterie. Und diese Sachen gehören in den Sondermüll.

Aber mal ehrlich, die meisten Einwegdampfen werden niemals einen Wertstoffhof oder eine Recyclinganlage sehen. Die landen eben doch im Hausmüll. Und das ist richtig matschige Kacke. Die üble. Die an der Rosette brennt. Den ganzen Tag.
Doch eigentlich beginnt der Tanz noch viel früher. Das, was da in der Tonne landet, musste vorher hergestellt werden. Dafür wurden ordentlich Rohstoffe und Energie weggedonnert. Um aromatisierten Elektroschrott mit Akku draus zu machen. Der dann für fünf bis zehn Euro an der Tanke oder im Vapeshop verbimmelt wird.

Das ist in jeder Hinsicht das Gegenteil von Nachhaltig. Noch mehr der Umwelt in die Fresse geht kaum. Das ist das Maximum Infinitum von bekloppt.

So weit, so dreckig. Schon hier müsste selbst der größte Greta-Hasser zugeben, dass Disposables wie ein Karbunkel am Arsch sind. Braucht keiner.

Erst recht brauchen wir Dampfer das Teil nicht. Denn es fällt uns gehörig auf den Fuß. Das ganze Nachhaltigkeitsding ist dabei sogar nur die Spitze vom Misthaufen. Disposables brechen uns noch aus ganz anderen Gründen das Genick. Diese kleinen, bunten, niedlichen Dinger mit Erdbeergeschmack. Sie sind der feuchte Traum jedes Wolkenhassers.

Einwegdampfen kann es doch nur aus einem einzigen Grund geben: Verführung Minderjähriger.

Hängt die Hexe, tötet den Ketzer. Ein Fest für jeden verblendeten Antidampfidioten: Unsere Kleinen sollen durch Disposables zu suchtigen Nikotinzombies gemacht werden. Von der bösen E-Zigarettenmafia.
Und gegen das Krakeelen kommst du nicht an. Auch für Politiker sehen die Dinger wie in Koks getunkte Schnuller aus.

Klar, man könnte jetzt mit Fakten. Dampfen ist harmloser als Colatrinken1. Kein Steppke (und keine Steppkin) interessiert sich hierzulande für Nebel mit Geschmack2. Raucher können mit der E-Zigarette besser aufhören als mit jedem anderen Hilfsmittel3. Sie rettet Leben.
Alles tutti und stimmt.

Aber keine Sau interessiert sich für Fakten, wenn es um leckere Wolken geht. Erst recht nicht bei E-Zigaretten zum Wegwerfen.
Gegen das Dampfen werden eh schon fette Geschütze aufgefahren. Jetzt müssen wir uns noch die Frage gefallen lassen: Braucht es für all das Disposables?

Und die Antwort ist simpel: Nein!

Es gibt eine Menge Podsysteme auf dem Markt. Die sind entweder zum Nachfüllen oder man kann sich fertige Pods kaufen. Viele Raucher wollen es einfach. Das ist einfach. Noch einfacher muss nicht. Keiner braucht Disposables.
Wer echt nur mit Disposables umsteigen kann, bei dem ist es vielleicht besser, wenn er sich aus der Evolutionskette entfernt.

Die E-Zigarette ist eh schon am Arsch. Von allen Seiten wird geschossen. Wir haben bereits eine Liquidsteuer. Die wird einen großen Teil des Dampfermarktes in Deutschland schlicht pulverisieren. Ein europaweites Aromenverbot droht. Kurz: Wir stehen mit dem Bobbes an der Wand.
Und Disposables sind das Messer im Rücken.

Wenn wir nicht handeln, handelt die Politik.

Früher oder später werden Einwegdampfen vom Markt verschwinden. Entweder freiwillig oder sie werden verboten. Das halte ich für sicher. Gäbe es mehr Dampfer, dann hätte die Rasselbande in Berlin oder Brüssel schon längst gehandelt. So waren Ladekabel für Handys erst mal wichtiger.
Bis die Dinger verboten sind, liefern sie neue Munition. Für höhere Steuern… denkt doch an die Kinder. Für Dampfverbote in der Öffentlichkeit… denkt doch an die Kinder. Für Aromenverbote… denkt doch an die Kinder.
Und wir Dampfer müssen uns den Vorwurf gefallen lassen, wir killen den Planeten. Zurecht.

Noch haben wir die Chance. Noch können wir was machen, bevor die Politik zuhaut. Und bevor sie uns die Einwegdampfe argumentativ im Rektum versenkt.
Jeder Kunde hat die Wahl. Kauf einfach keine E-Zigaretten zum wegwerfen. Jeder Händler kann sich fragen, ob ihm der schnelle Euro wichtiger ist, als die Zukunft der E-Zigarette. Die Händlerverbände können sich klar gegen Einwegdampfen positionieren und Druck auf ihre Mitglieder machen. Konsumentenverbände sollten klar und deutlich aufklären.

Disposables werden wieder verschwinden. Die Frage ist nur, wie viel Schaden sie vorher anrichten. Das entscheidet sich jetzt.


1) Rachel Murkett et al.: Nicotine products relative risk assessment: a systematic review and meta-analysis

2) DEBRA-Studie: Aktueller E-Zigarettenkonsum unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen (PDF)

3) Cochrane: Updated Cochrane Review shows electronic cigarettes can help people quit smoking

Das eigentliche Problem mit der Liquidsteuer

Eine aktuelle Stellungnahme der Gewerkschaft der Polizei zum Tabaksteuermodernisierungsgesetz zeigt: Selbst die Polizei erkennt ein großes Problem der Liquidsteuer. Zumindest grundsätzlich. Also fast. Wenigstens mehr als die Politik.
Sie zitiert darin sogar eine Umfrage des Konsumentenverbandes BVRA:

“Wie stark die neue Tabaksteuer den Nerv von preissensiblen Verbrauchern trifft, zeigt jetzt auch eine Studie des Bundesverbandes Rauchfreie Alternative e.V., in der Verbraucherinnen und Verbraucher zur Besteuerung von schadensminimierten Alternativprodukten zum Tabak befragt wurden. Demnach kennen etwa 80% der Befragten Quellen, um die Besteuerung zu umgehen, oder wollen sich noch weiter dazu informieren. Ein Fünftel räumt unumwunden ein, zukünftig auf schwarzen oder grauen Märkten einkaufen zu wollen, ein weiteres Viertel will dies online außerhalb Europas oder auf Urlaubsreisen tun.”

Dazu muss man vorweg wissen: Ab erstem Juli 2022 wird alles Flüssige besteuert, was in eine E-Zigarette soll. Damit ist nicht nur Nikotin gemeint oder ein fertiges Liquid. Nein, das bezieht reine Aromen, Propylenglykol, Glycerin und sogar Wasser mit ein. Auf all das kommen ab Juli 0,16€ je Milliliter.
Es könnte also zu der absurden Situation kommen, dass ein Liter destilliertes Wasser in einem Dampferladen über 160€ kostet. Oder ein Liter Propylenglykol bzw. Glycerin. Theoretisch.
Denn praktisch sind die Betreiber dieser Shops natürlich nicht doof. Keiner kauft die Grundstoffe für Liquid zu solchen Preisen. Diese Grundstoffe werden einfach aus den Vapeshops verschwinden.

Es macht ja auch keinen Sinn, etwas für fast 200€ zu verkaufen, was im Laden nebenan weiter für 10€ zu kriegen ist. Wasser noch günstiger, kommt sogar direkt aus dem Wasserhahn.
Denn es gibt viele Quellen für Propylenglykol und Glycerin. Angefangen von der Apotheke, über Shops für Lebensmittelaromen (wo es auch gleich die Aromen dazu gibt) bis zum Chemiefachhandel.

Und egal welches Liquid, es besteht fast nur aus genau diesen Stoffen.
Der einzige Bestandteil von Liquids, an den man unversteuert legal nicht mehr kommen wird, ist Nikotin. Streng genommen kann man sich also etwa 99% des Liquids ohne Liquidsteuer aus legalen Quellen besorgen.

Dass es dann nicht legal ist, diese unversteuerten Flüssigkeiten in den Tank zu packen, ist nur eine Randnote. Denn faktisch wird es kaum nachzuweisen sein, dass jemand unversteuertes Liquid im Tank hat.

Das Problem der Liquidsteuer ist also nicht der Schwarzmarkt. Der kann zweifelsohne entstehen. Aber schon mal nicht für Hardware. Die wird nämlich nicht besteuert. Wenn, dann wohl noch am ehesten für 10ml Fertigliquids. Bei Podsystemen lohnt es sich nicht. Und Selbermischer brauchen ihn nicht.

Ein großes Problem liegt woanders. Viele Dampfer, die selber mischen, werden notgedrungen zu Produkten greifen, bei denen sie nicht sicher sein können, ob sie sich zum Dampfen eignen. Und die Händler sind aus der Verantwortung. Denn Dampferläden werden viele Grundstoffe nicht mehr anbieten. Und ein Lebensmittelaromenhandel wird sich kaum dafür verantwortlich fühlen, wenn Kunden das Produkt zweckentfremden.


WICHTIGE INFO für Selbermischer*: Das ganze ist natürlich keine Raketenwissenschaft. Aber ein paar Gefahren gibt es schon. Bei Propylenglykol und Glycerin reicht es, wenn die Quelle seriös ist und es sich um pharmazeutische Qualität handelt. Beim Aroma wird es schon ein bisschen komplizierter. Grundsätzlich sind schon jetzt alle “Dampferaromen” nichts anderes als stinknormale Lebensmittelaromen. Dennoch muss man auf ein paar Sachen achten.
Größte Gefahrenquelle sind definitiv fette Öle. Diese können akut oder langfristig zu einer Lipidpneumonie führen. Kurz gesagt, das Öl setzt sich in der Lunge fest und löst üble Lungenentzündungen aus. Das fette Öl Tocopherylacetat in illegalen THC-Liquids war der Grund für die EVALI getaufte Erkrankung vieler meist jüngerer Menschen. Durch diese gepanschten Liquids starben in den USA 2019 sogar fast 70 Konsumenten.
Alkohol und ätherische Öle sind wiederum kein Problem. Es muss nur immer darauf geachtet werden, dass nichts davon in fetten Ölen gelöst ist. Leider ist jedoch nicht immer so einfach ersichtlich, was genau in einem Aroma enthalten ist. Im Zweifelsfall immer: Finger weg!
Übrigens sollte man auch Zucker nicht in den Tank packen. Weniger, weil es der Gesundheit schadet. Zucker karamellisiert leicht. Und das bedeutet für jeden Verdampferkopf und jede Coil das schnelle Ende.
Mehr Infos zum Thema Selbermischen gibt es auf e-Dampfen.info.


Ein weiterer Nebeneffekt der Steuer dürfte den Zollbehörden und den meisten Politikern wohl egal sein. Viele Hersteller und Dampferläden werden schließen. Damit wird es nicht mehr nur weniger Vielfalt geben. Auch die Beratung und Verfügbarkeit vor Ort fällt dann zunehmend weg. Vor allem einige wenige Onlineshops werden bleiben. Und natürlich die Podsysteme der Tabakkonzerne in Supermärkten und Tankstellen.
Wahrscheinlich werden deutlich weniger Raucher umsteigen. Einige Dampfer werden sogar wieder zur Zigarette zurückkehren.

Jeder Dampfer, der sich früher eine Besteuerung der E-Zigarette gewünscht hat, damit sie von der Politik in Ruhe gelassen wird, muss sich jetzt den Vorwurf der Naivität gefallen lassen.
Das war absehbar. Denn die Politik in Deutschland will die E-Zigarette nicht sinnvoll regulieren. Sie will die E-Zigarette loswerden. Diese Steuer ist der beste Beweis dafür.

Denn sie schützt weder Jugendliche, noch bringt sie einen Gewinn für die Gesellschaft. Sie erschafft einen unregulierten “Schwarzmarkt”, direkt und indirekt. Sie gefährdet die Gesundheit der Dampfer.
Und es gibt weder eine Notwendigkeit, noch gute Argumente für eine Steuer auf E-Zigaretten oder Liquid.

Jetzt sind die Verbände am Zug. Sie müssen mit aller Kraft erreichen, dass das Steuergesetz zumindest halbwegs sinnvoll angepasst wird. Wenigstens alle nikotinfreien Komponenten von Liquid gehören steuerfrei. Dass die Steuer wieder ganz gekippt wird, halte ich für illusorisch. Auch wenn es das einzig sinnvolle wäre.
Auf Gerichte, auch das Bundesverfassungsgericht, werden wir uns leider nicht verlassen können. Der “Kampf” findet in Berlin statt. Und er wird noch lang und mühsam.


Alle wichtigen Infos zur Liquidsteuer gibt es auf e-Dampfen.info.

*: Diese Infos dienen nur zur grundsätzlichen Orientierung. Du mischt immer auf eigene Gefahr. Die Verwendung von steuerfreien Flüssigkeiten in E-Zigaretten stellt unter Umständen nach dem 01. Juli 2022 einen Steuerstraftatbestand dar.

Hört auf, die Suppe zu bunkern

Bunkert lieber die Gewürze.

In letzter Zeit sehe ich immer öfter in den sozialen Medien Bilder von Literkanistern an Propylenglykol und Glycerin. Wie Jagdtrophäen aufgereiht und stolz präsentiert. Oft dann mit der Bemerkung, dass man jetzt für Jahre sicher ist. Die Suppe ist da und reicht für die Ewigkeit. Vielleicht sind sogar noch ein paar Lastwagenladungen unterwegs, damit man auch ganz sicher bis zum Sanktnimmerleinstag ausgesorgt hat. Bunkern bis der Arzt kommt. Oder besser gesagt, der Psychiater.

Denn warum zur Hölle bunkert ihr Propylenglykol und Glycerin? Einfach keine Ahnung? Den letzten Schuss nicht gehört? Oder nur die Nummer “sicher ist sicher”? Man kann ja nie wissen… Pferde, Apotheken und Vorgekautes? Ich hoffe, ihr habt auch genug Klopapier und Nudeln im Schrank.

Ich will mal der Reihe nach erklären, was passieren wird und warum das Bunkern von Propylenglykol und Glycerin absoluter Unsinn ist.

Am 1. Juli kommt die neue Steuer auf “Substitute für Tabakwaren”. Dagegen kann man nicht mehr protestieren oder irgendwelche sinnlosen Petitionen starten. Das ist Gesetz und wird so umgesetzt. Der Drops ist den Bach runter.

Durch die in Gesetzestext gestanzte Idiotie kommen ab Mitte des Jahres auf jeden Milliliter Flüssigkeit, die in einer E-Zigarette vernebelt werden soll, 16 Cent Liquidsteuer. Das gilt für Nikotin, Aromen und eben auch für Propylenglykol sowie Glycerin. Sogar für Wasser.
Ich sage es echt ungern, aber es kam, wie ich es befürchtete. Sogar, wie ich es gesagt habe. Sonst finde ich es echt juppi, wenn ich recht habe. Hier könnte ich nur noch am Strahl bereits gegessenes vornerum ausstoßen. Aber egal.

Mit der Steuer wird jetzt nicht nur ein großer Teil des Dampfermarktes über den Jordan schippern, sie zementiert die Botschaft, dass Dampfen schädlich ist. Etwas, wo “Tabaksteuer” drauf ist, das muss ja auch in etwa so tödlich sein. Warum wäre sonst Tabaksteuer drauf?!
Dass die E-Zigarette gerade dabei war, dem Tabak das Wasser abzugraben, Millionenfaches Leid und Sterben durch Rauch zu verhindern, interessiert so gut wie keinen mehr. Erst recht die Raucher nicht, die aufgrund der neuen Liquidsteuer bei der Zigarette bleiben. Und weiter ihre Gesundheit und ihr Leben riskieren.

Leider wird es auch einige Dampfer geben, die vom leckeren Nebel zurück zur stinkigen Wolke taumeln. Weil es ihnen mit der Steuer zu kompliziert oder zu teuer wird.
Andere werden sich mit den Podsystemen von der Tanke abfinden. Sind wir mal ehrlich, das sind eh schon sehr viele Dampfer. Das sind die, die es unkompliziert und einfach wollen. Die nur einen Ersatz für ihre Kippe brauchen. Eine Packung E-Zigaretten an der Tanke ziehen und fertig.

Der Selbermischer ist nur eine Minderheit in einer Minderheit einer kleinen Gruppe. Aber er ist auch derjenige, der das Dampfen im Grunde am intensivsten lebt. Denn Dampfen ist Freiheit. Also jetzt nicht dieses “Ende der Sklaverei” Freiheit oder irgendwas, wofür man bunte Fahnen schwenken müsste. Nein. Die Freiheit, Wolken so zu machen, wie man das selber am geilsten findet. Sich an lecker Zeug in die Suppe packen, was einem gerade am besten passt. Von Bockwurst mit Pommes bis zum Käsekuchen. Und das auch noch wahnsinnig günstig. So’n kleines Stückchen Freiheit eben. Nix pathetisches.

Und gerade diese Freiheit ist durch die Steuer am meisten bedroht. Theoretisch.
Wer selber mischt, der braucht dafür Zutaten. Und auch nicht gerade kleine Mengen. Denn man mischt eben keine Fläschchen mit 10 Milliliter zusammen. Viele rühren sich gleich die Flaschen mit 100 Milliliter an. Manche sogar gleich Literweise. Warum auch nicht? Ist eben praktischer.

Mischen ist sowieso recht praktisch und unkompliziert. Man braucht nicht viel verschiedenes an Zutaten. Neben dem Aroma kommen in der Regel nur noch Nikotin und die sogenannte Basis, Propylenglykol und Glycerin, in die Nebelsuppe. Keine Raketenwissenschaft.
Und es geht sogar noch einfacher. Mit sogenannten Shake and Vape Lösungen. Da ist das Aroma schon in der richtigen Menge in der passenden Flasche und oben drauf kommen nur noch Nikotin und Basis bis zum Rand. Das ist eher wie Tütensuppe machen als wie richtiges Selbermischen.

Mit der Steuer wird das alles eigentlich zu einem unbezahlbaren Hobby. Denn auf jede dieser Komponenten kommt sie oben drauf. Bei 100 Milliliter reden wir also schon über 16 Euro Steuern (plus Mehrwertsteuer). Für etwas, was vorher vielleicht zehn Euro gekostet hat. Mal fix mehr als eine Verdoppelung.
Wer so richtig selber mischt, für den wird’s noch heftiger. Propylenglykol und Glycerin kauft man sich in Literflaschen. Eben die sogenannte Basis. So ein Liter Basis ist aktuell für um die zehn Euro zu haben. Nach Einführung der Liquidsteuer werden daraus mindestens 170 Euro.

Das kann sich natürlich keiner mehr leisten. Eigentlich. Theoretisch.

Denn Propylenglykol und Glycerin sind zwei Stöffchen, die brauchen nicht nur Dampfer. Die wurden auch schon vor der E-Zigarette für alles Mögliche verwendet. Für zum Beispiel Mundwasser, Medikamente, Kosmetikartikel, Kaugummi, Aromen oder die Pferdezucht. Das ist immer noch so.
Und wenn unsere Basissuppe nicht für das Dampfen bestimmt ist, wird auch in Zukunft keine Steuer fällig.
Das wird ab Juli also zu dem Irrsinn führen, dass eine Literflasche Propylenglykol im Dampferladen fast 200 Euro kosten müsste. Während die gleiche Menge in der Apotheke nebenan oder im Lebensmittelaromenshop im Netz weiterhin so um die zehn Euro kostet. Ganz legal.

Illegal wir es erst, wenn der Selbermischer im stillen Kämmerchen unversteuerte Zutaten in seine Dampfe packt. Das ist dann laut Gesetz ein Steuervergehen. Allerdings eins, das faktisch keiner beweisen kann. Ist eben ein unglaublich miserabel geklöppeltes Gesetz. Und eine eigene Geschichte.

Fakt ist, an die Basissuppe kommst du immer günstig ran. Auch nach Einführung der Liquidsteuer. Nur halt eben nicht im Dampferladen. Aber zum Beispiel in der Apotheke oder in Fachgeschäften für Lebensmittelaromen oder -zusätze. Das Zeug brauch man nämlich auch für so leckere Sachen wie Speiseeis. Und manch einer bestellt sich sein Glycerin jetzt schon im Pferdezubehörhandel. Wichtig ist nur, dass es sich um pharmazeutische Qualität handelt, dann ist die Quelle im Grunde wurscht.

Und nein, Propylenglykol und Glycerin werden auch in Zukunft nicht vergällt oder so ein Unsinn. Das ist technisch schon nicht zu leisten. Zu viel von dem Zeug landet nämlich, wie erwähnt, in Lebensmitteln, Tierfutter, Kaugummis und Medikamenten. Der Verwaltungsaufwand für die Unternehmen wäre gigantisch.

Das einzige, bei dem Bunkern Sinn ergibt, ist Nikotin. Denn dass wird es auch nach Einführung der Steuer nur in Dampferläden und nur mit Liquidsteuer geben. Vielleicht wird es zudem das ein oder andere Dampfaroma aufgrund der Steuer nicht mehr geben. Da kann man sich gerne einen Vorrat anlegen.

Aber Propylenglykol und Glycerin zu horten ist nicht nötig.
Wenn du dich damit besser fühlst… mach, was dir gut tut. Aber poste nicht auch noch Fotos von deinen “Errungenschaften” bei Facebook und Co. Das verunsichert nur andere und verbreitet Panik. In einer Zeit, in der wir genau das Gegenteil von Panik brauchen.

Alle wichtigen Infos zum Thema Liquidsteuer findest du übrigens in diesem Artikel auf e-Dampfen.info.