Die Liquidsteuer kommt – Soll ich jetzt bunkern?

Die Bundesregierung hat mit ihrer Mehrheit im Bundestag das Tabaksteuermodernisierungsgesetz verabschiedet. Es enthält faktisch eine Liquidsteuer. Mit schwerwiegenden Folgen für Dampfer und Raucher, die umsteigen wollen. Für die Dampfer stellt sich jetzt natürlich wieder die Frage nach dem Bunkern. Lohnt es sich, zu bunkern? Wenn ja, was? Gehen wir das Thema mal im Detail an.

Was wird besteuert?

Vereinfacht gesagt, werden alle Flüssigkeiten besteuert, die dafür gedacht sind, dass man sie dampft. Und man muss sie natürlich auch grundsätzlich dampfen können. Aromen zum Beispiel kann man nicht dampfen… Das wäre zumindest extrem übel.

Aber Propylenglykol, Glycerin und natürlich fertige Liquids fallen alle unter diese Definition. Sehr wahrscheinlich auch sogenannte Shortfill, in die man nur noch ein oder zwei Nikotinshots reinpackt.

Überhaupt ist wichtig: Es spielt für die Steuer keine Rolle mehr, ob irgendwo Nikotin drin ist oder nicht.

Wann kommt die Steuer?

Die erste Stufe der Steuer tritt am 01. Juli 2022 in Kraft. Ab dann muss auf jeden Milliliter dampfbare Flüssigkeit 0,16€ Steuern abgedrückt werden. Zwei Jahre später, am ersten Januar 2024, wird die Steuer auf 0,20€, ein weiteres Jahr später dann auf 0,26€ erhöht. Die letzte Stufe tritt schließlich 2026 in Kraft. Ab dann beträgt die Steuer 0,32€ für den Milliliter Wolkentonikum.

Eilt nicht

Grundsätzlich ist also noch massig Zeit, über ein Jahr, bis überhaupt was passiert. Hektik ist nicht nur schlecht für die Pumpe, sondern hier auch völlig überflüssig. Wenigstens bis Anfang 2022 kann man noch getrost warten.

Aber macht Bunkern denn überhaupt Sinn? Einfache Antwort: Kommt drauf an. Wir müssen drei Sachen getrennt voneinander betrachten.

Muss ich Propylenglykol und Glycerin (sog. Basis) bunkern?

Klare Antwort: Nein. Besteuert werden sowohl Propylenglykol (PG) als auch Glycerin (VG) nur, wenn sie in der E-Zigarette landen sollen. Die beiden Stöffchen werden aber z.B. auch im Lebensmittelbereich, in der Kosmetik, der Pharmazeutik und sogar in der Pferdezucht verwendet. Und da kommt dann auch keine Steuer drauf.

Es ist vielleicht ein bisschen teurer als im Dampfshop, aber PG und VG gibt’s auch jetzt schon in der Apotheke. Oder man guckt sich da um, wo es Eisaromen gibt. Es sollte allerdings in jedem Fall pharmazeutische Qualität sein.

Nur im Dampfshop wird es die beiden Wolkenmacher und Geschmacksträger recht sicher nicht mehr geben. Kein Händler wird von seinen Kunden für eine Flasche Basis ernsthaft über 160 Öcken verlangen. Und das dann im Voraus auch noch an den Fiskus abdrücken. Echt jetzt, so blöd wird keiner sein. Das würden die meisten Läden schon finanziell nicht packen.

Aber viele Läden überleben die Steuer eh nicht… dazu nachher mehr.

Wie sieht’s mit Nikotin aus?

Bei Nikotin könnte Bunkern schon am ehesten Sinn machen. Kriegt man einen Nikotinshot (10ml) jetzt noch für so etwa einen Euro, werden das ab nächstem Jahr mindestens drei sein, 1,60€ davon Steuern. Ab 2026 reden wir dann über etwa fünf Euro pro Fläschchen, wenn die Steuer bei 3,20€ liegt.

Für die meisten Liquids werden so ein bis zwei Shots gebraucht, also würde z.B. ein Shortfill durch die “Nikotinwürze” am Ende etwa bis zu zehn Euro teurer. Nicht die Welt aber auch alles andere als wenig. Allerdings kann man davon ausgehen, dass es nach der Steuereinführung eh keine Shortfills mehr geben wird. Die Teile werden durch die Steuer nämlich mal heftig teurer.

Aktuell kostet so ein Shortfill irgendwas zwischen 10 und 30 Euro. Gehen wir mal von 100ml Liquid aus, das man am Ende raus kriegt. Dann reden wir ab nächstem Jahrt von 16€ Steuern und ab 2026 gar über 32€. Durch die Steuer werden diese Shortfills also mehr als doppelt so teuer. Auf das überdosierte Liquid selber (gehen wir mal von 60ml aus) entfallen dabei knapp 10€ (später dann etwas über 19€).

Das Nikotin ist hier also eher der kleinere Preistreiber. Aber es wird ganz klar am Ende etwa fünf Mal teurer sein als heute. Durchaus ein Grund zum Bunkern. Vor allem, da sich Nikotinshots (vernünftig gelagert) fast ewig halten. Am besten in Glasflaschen, dunkel und kühl.

Aber auch hier gilt: Keine Hektik.

Was ist mit Aroma?

Aromen kann man nicht so dampfen. Geht nicht. Also… geht schon. Ist dem ein oder anderen bestimmt auch schon passiert. Aber so ein Erlebnis vergisst keiner mehr.

Kurz gesagt: Auf Aromen wird auch zukünftig keine Liquidsteuer fällig. Es gibt also keinen Grund zum Bunkern.

Vieles wird verschwinden!

Außer bei Nikotin macht Bunkern somit überhaupt keinen Sinn.

Aber man sollte noch etwas anderes bedenken: Viele, vielleicht sogar die meisten, Händler und Hersteller werden die Einführung der Steuer nicht überstehen. Das heißt auch, dass viele Liquids, die Shortfills sowieso, vom Markt verschwinden werden.

Was bleiben wird, sind recht wahrscheinlich Nikotinshots, reine Aromen, wenige Fertigliquids in 10ml-Fläschchen und vorbefüllte Pods. Alles andere wird kaum einer am Markt halten können. Wer sich jetzt schon seine Wolkensuppe nur aus Aromen zusammenmischt, muss sich also nur um das Nikotin sorgen machen. Und der “Poddampfer” eh um nix, für den wird die Wolke nur etwas teurer.

Wer Shortfills dampft, sollte sich allerdings schon mal nach einer Alternative umschauen. Und dem Rest bleiben wohl nur noch die kleinen Fertigliquidfläschchen, die dann kaum noch günstiger sein werden als eine Schachtel Kippen.

Hoffnung?

Vielleicht werden einige findige Händler Lösungen für einige der Probleme finden. Vielleicht finden sie Wege, PG und VG auch nach der Einführung der Steuer im eigenen Laden anzubieten… nur eben nicht mehr mit dem Label “zum Dampfen”. Kann sein. Holt den Fisch aber auch nicht mehr aus dem Teich. Mit der “Basis” macht kein Shop das große Geld.

Shortfills werden verschwinden und bei Nikotinshots braucht’s keine Vielfalt. Da ist einer so gut wie der andere. Außerdem sind auch die nicht der große Rubelroller.

Am Ende gewinnen nur die Hersteller der geschlossenen Podsysteme. Also die großen Tabakkonzerne. Für sie bedeutet die Liquidsteuer ein fettes Geschenk. Denn ihre Pods werden gefühlt kaum teurer.

Das Dampfen wird bleiben. Aber es wird hauptsächlich Podsystem. Das dürfte recht sicher sein. Und wenige große werden sich den Markt aufteilen. Die Vielfalt wird verschwinden.

Wer jetzt schon dampft und wirklich in der Materie steckt, wird auch in Zukunft klar kommen. Es wird teurer und komplizierter, aber machbar.
Viele Dampfer werden die Nase voll haben oder überfordert sein und wieder zum gerollten Blätterwerk wechseln und deutlich weniger Raucher werden den Weg zur Dampfe finden.

In den Köpfen der Menschen wird sich zudem der Eindruck festsetzen, dass Dampfen ziemlich schädlich sein muss, wenn da so eine fette Steuer drauf ist. Und das war schon immer ein Hauptproblem mit einer Steuer auf Dampfkram. Es ist wie ein offizielles Zertifikat: “Dampfen ist schädlich!”

Obwohl bis heute noch keine klinische Studie gezeigt hat, dass Dampfen überhaupt ernsthaft schädlich ist. Was zukünftig noch weniger Leute interessieren wird als jetzt schon.

Fazit
  • Keine Hektik, du hast noch genug Zeit (bis Juli 2022).
  • PG und VG wird man immer zu vernünftigen Preisen bekommen, nur eben nicht mehr im Dampferladen.
  • Reine Aromen werden nicht besteuert.
  • Shortfills werden wahrscheinlich vom Markt verschwinden.
  • Viele Hersteller und Händler werden zu machen.
  • Nur bei Nikotin macht Bunkern eventuell Sinn.

Vapoon: Bundestag beschließt Liquidsteuer

2020 – Ein kurzer Nachruf

Nein, das wird jetzt nicht der große Jahresrückblick. Einfach nur so ein (wirklich) kleiner Nachruf auf ein Jahr, das bestimmt viele schnell wieder aus den Synapsen löschen möchten. Es war ein Jahr wie der Griff in einen Sack voller schleimiger Aale. Von denen man keinen zu fassen gekriegt hat. Muss ich jetzt keinem sagen, haben alle mitgekriegt. Trotzdem gab es nicht nur Corona und auch nicht alles war so kotig, wie der Nachgeschmack es erahnen lässt. Doch gefühlt hatten die letzten zwölf Monate echt mal voll Covid.

Im Schatten der Pandemie gab es allerdings auch viel interessantes für Dampfer. Nicht das neueste Podsystem oder der Quadruppel-Coil Verdampfer mit plasmagekühlter automatischer Kernfusionsreaktorsteuerung… mit Replayfunktion. Nein. In der Wissenschaft gabt’s einiges Neues und vor allem zogen in der politischen Landschaft weniger leckere Wolken auf. Eher so von der fies miefigen, dunklen Art.
Für uns werden die dann aber erst ab nächstem Jahr so richtig spannend. Das komplette Werbeverbot wurde beschlossen und nikotinfreie Dampfersachen wurden denen mit Nikotin gleichgestellt. Die Politik dreht zur Zeit generell etwas frei, was die leckere Wolke angeht. Vor allem in den USA, was uns allerdings nicht kalt lassen sollte. So groß ist der Teich nicht, der zwischen uns und dem “Land der Freiheit” liegt. Da wird einiges schwappen. Alles in allem war dieses Jahr ein echt fieser Rückschritt.
Ach, und Dampf-YouTube wirkt etwas leergefegt. Mal gucken, was da noch von bleibt und wie groß am Ende der Katzenjammer derer ist, die sich jetzt noch hämisch darüber freuen.

Viel interessanter als das letzte Jahr wird für uns Dampfer allerdings das neue werden. Dann wird’s zum Bleistift um Aromenverbote, Steuern und Dampfverbote in der Öffentlichkeit gehen. Immer mehr Politiker werden auf den Trichter kommen, dass man Leute vor Disconebel mit Geschmack schützen muss. Natürlich ohne echten Disconebel zu verbieten. Idiotie im Quadrat. Das ist jedoch Gedudel der Zukunft. Und da gibt es auch kleine Lichtblicke.

Denn wir haben jetzt einen neuen Piekser im Flitzebogen. Es gibt einen neuen Konsumentenverband, den BVRA. Wenn auch durch die Pandemie mächtig ausgebremst, kann er im neuen Jahr voll durchstarten. Das wird natürlich kein Selbstläufer. Da musst du schon mitmachen. Und wenn nur erst mal dadurch, dass du Mitglied wirst. Eine starke Stimme ist derzeit für uns Dampfer wichtiger denn je. Dieses Jahr hat nämlich besonders deutlich gezeigt, dass wir das verdammt nötig haben. Die Gegner der leckeren Wolke donnern aus allen Rohren. Es wird eine heiße Zukunft.

So, jetzt bringen wir erst mal ein Jahr hinter uns, dass in die Geschichte eingehen wird. Als das Jahr der heiligen nudligen Toilettenrolle? Oder das Jahr der Querbekloppten? Egal.
Es wird auf jeden Fall ein Jahr sein, in dem leider viele Menschen einen vermeidbaren Tod gestorben sind. Ein Jahr, das uns demütig machen kann. Ein Jahr, von dem wir viel lernen könnten.
Ja, es war ein beklopptes Jahr. Aber es war auch ein Jahr, das uns echt mal einen Hieb nach vorne bringen könnte. Krisen sind immer auch die Chance, was gutes daraus zu machen.

Natürlich sehnen wir uns nach alter Normalität. Wir sind eben Gewohnheitstiere. Wenn am Ende allerdings echt nichts anderes bei raus kommt, außer dass Millionen von Leuten abgenibbelt sind und danach alle wieder so tun, als wär nix gewesen… Irgendwie hätten wir es dann verdient, wie die Dinosaurier vom Erdbällchen geschubst zu werden.

Jetzt komm gut rein. Ruhiger als sonst… gezwungener Maßen. Vielleicht auch etwas nachdenklicher. Und komm vor allem gesund ins neue Jahr. Wir sehen uns auf der anderen Seite.

Mettbällebad! (So aus Prinzip.)


Wer Bock auf einen richtigen Rückblick hat, der findet den bei Matze: Teil 1Teil 2Teil 3

Die E-Zigarette für den guten Vorsatz – Ein Review

Zum ersten Mal ein Review auf Vapoon. Luftschlangen und Konfettipistole! Aber nicht zu früh freuen… oder ärgern. Das wird wohl auch das einzige bleiben. Denn bald ist der “Welchen-guten-Vorsatz-vermassel-ich-nächstes-Jahr-Tag”, Silvester. Also der Tag, an dem viele Raucher wieder der gequalmten Wolke abschwören wollen. Und darum geht es in diesem Review.

Qualm weg ist ein guter Vorsatz. Aber leider für viele Leute auch einer der kompliziertesten. Pflästerchen, Kaugummis und Sprays aus der Apotheke helfen kaum mehr als homöopathische Zuckerkügelchen. Die E-Zigarette hingegen schon.

Jetzt bin ich keiner, der die E-Zigarette als reine Rauchentwöhnung sieht. Für mich ist sie auch ein Lebensstil, ein lecker Ding, das mein Leben besser schmecken lässt. Eine der schönsten Nebensachen der Welt.
Aber ich wäre ziemlich ignorant und bekloppt, würde ich leugnen, dass man mit der E-Fluppe recht schmerzlos die Flossen von der echten Fluppe lassen kann. Sogar für Raucher, die gar nicht aufhören wollen, kann die E-Zigarette eine echt geile Sache sein. Mit ihr kann man eben “rauchen” ohne zu rauchen. Kein Gestinke, keine Asche, keine Brandlöcher und viel mehr Knete in der Patte. Ach, nebenbei auch nicht mehr diese nervigen Sachen wie Raucherlunge, Herzklabaster und Tod.

Mit dem Dampfen vom Rauchen wegzukommen ist zwar kein Selbstläufer. Aber es war wohl noch nie so schmerzlos, seinen guten Vorsatz echt auch mal zu schaffen. Mit dem Rauchen aufhören kann mittlerweile nämlich sogar Spaß machen.

Aber dafür braucht’s das richtige Gerät. Und da kommt dieses Review ins Spiel. Ich habe mir drei Geräte rausgepickt, die für mich 2020 mit die besten E-Ziggis für den Einstieg ins Dampfen sind.
Bevor jetzt wieder gemeckert wird: Klar, nicht für jeden. Aber bestimmt für viele. Und es gibt da draußen natürlich auch noch andere coole Geräte zum Umsteigen. Aber ich hab mir eben diese drei Podsysteme rausgegrapscht. Aus Gründen.

Es sind welche zum Nachfüllen. Also sogenannte offene Systeme. Für die geschlossenen lohnt eigentlich kein echtes Review. Wenn dich eins interessiert, dann hol es dir, probier dich durch und wenn es passt, dann passt’s. Bei geschlossenen Podsystemen spielt für viele eben auch eine Rolle, ob man die an der Tanke oder im Supermarkt kriegt. Und da ist die Auswahl eh recht überschaubar. Außerdem sollte man sehr nach Geschmack gehen, schließlich gibt’s nur die Liquids vom einen Hersteller. Und technisch sind die Dinger fast alle mittlerweile recht gut.
Aber ich glaube, wenn man schon aufs Dampfen wechselt, dann sollte man auch mehr Freiheit mitnehmen. Die kriegt man eben mit nachfüllbaren Podsystemen.

2020 war so’n bissel das Jahr der Podsysteme. Viel Schrott aber auch einige echt gute Geräte wurden auf den Markt geworfen.
Meine persönliche Top 3: Die Wenax von Geek Vape, die Yearn von Uwell und die Barr von Vaporesso.

WENAX (Geek Vape)

Anfangen will ich mit dem neusten Gerät, der Wenax von Geek Vape. Sie hat ein paar Besonderheiten. Zum einen kann man bei den Pods die Coils wechseln. Das bedeutet nicht nur weniger Müll, sondern auch etwas mehr Möglichkeiten. Es passen Coils mit einem Widerstand von 1,2Ω oder 0,6Ω in den Pod.
Wenn ich ehrlich bin, konnte ich allerdings keinen so wirklich extremen Unterschied feststellen. Ich bin da aber auch eher der einfache Typ.
Passend zu den unterschiedlichen Widerständen der Coils kann man bei der Wenax drei verschiedene Leistungen einstellen. Manch einer wird das total toll finden, mich lässt es recht kalt. Denn so oder so, die Wenax ist eh nur was für MTL. Auch wenn sie aus der Dreierriege den offensten Zug hat.
Natürlich hat die Wenax einen sehr gut funktionierenden Unterdruckschalter, aber man kann sie genauso über einen Knopf am Popo aktivieren. Darüber stellt man auch die Leistung ein oder schaltet das Gerät ganz aus. Die letzte Besonderheit ist das DripTip. Hier kann man nämlich neben den mitgelieferten auch eigene 510er DripTips benutzen. Ganz mein Ding.

Mit 1.100 mAh hat die Wenax bei weitem den größten Akku, den man per Micro-USB lädt, und die Pods sind mit 2ml Fassungsvermögen ordentlich bemessen. Logischerweise ist sie dadurch die größte aus dem Bunde. Und auch ein Leichtgewicht kann man sie kaum nennen (45g).

Aber auch wenn ihre Coils den Geschmack der Liquids recht ordentlich rüberbringen, sie einige witzige Spielereien hat und ein echter Handschmeichler ist, steht sie auf dem Treppchen unten. Es reicht halt nicht ganz, vor allem für Umsteiger. Die dürften von den ganzen Einstellungsmöglichkeiten eher abgeschreckt werden und mit Coils wollen die oft auch nix am Hut haben. Nebenbei bemerkt…  die Pods aus der Wenax zu ziehen gleicht manchmal übrigens schon einem kleinen Ringkampf. Dafür wackeln sie nicht… auch schön.
Also ein guter dritter Platz.

YEARN (Uwell)

Die Yearn ist der Panzer unter den Podsystemen. Echt jetzt, mit der kannst du einen Nagel in die Wand kloppen. Keine Ahnung woraus die geklöppelt wurde, aber es wirkt wie ein Millimeter Panzerstahl. Dementsprechend schwer kommt das kleine Ding daher (44g). Sie ist zudem die teuerste im Bunde. Ansonsten macht sie fast alles richtig.
Sie ist klein und kompakt, simpel in der Bedienung und in die Pods passen 1,5ml Liquid. Im Gegensatz zur Wenax reicht der Akku der Yearn mit 370mAh normalerweise allerdings nicht über den Tag. Wenn man sie hauptsächlich benutzt, sollte man sich also schon zwei Geräte zum abwechseln besorgen. Geladen wird sie übrigens auch über Micro-USB.

Der Geschmack, den die Pods produzieren, ist echt gut. Kann man nicht meckern. Und sie liegen sehr angenehm zwischen den Lippen. Dazu kommt, das der Zug so richtig schön straff ist. Mag ich. Dürfte auch für Raucher perfekt passen. Trotzdem landet die Yearn ganz knapp nur auf dem zweiten Platz.
Schuld daran sind Micro-USB und das (für die Größe) wirklich heftige Gewicht.

BARR (Vaporesso)

Die Barr hat mir von Anfang an einfach nur Spaß gemacht. Und das, obwohl auch sie ein paar Schwächen hat. Die beiden größten sind ganz klar der Akku mit nur 350mAh und das Tankvolumen von 1,2ml. Das ist beides verdammt knapp bemessen und bringt einen definitiv nicht über den Tag. Aber ansonsten überzeugt sie voll. Die Barr ist etwa halb so teuer wie die Yearn, wiegt auch nur die Hälfte und hat einen etwas lockeren Zug als der dampfende Panzer.

Wobei wir da eine kleine Besonderheit haben, denn die Barr besitzt so etwas ähnliches wie eine “einstellbare” Airflow. Je nachdem, wie man den Pod reinsteckt, hat man vier unterschiedlich starke Zugwiderstände. Die Unterschiede sind nicht wirklich groß, alles reines MTL, und für mich hät’s das auch nicht gebraucht. Aber es stört auch nicht wirklich.

Ansonsten ist die Barr quadratisch, praktisch, sehr gut. Ich mag die Form, was allerdings Geschmackssache ist. Und weil das kleine Ding nur 22g wiegt, hält es sich auch ohne Hilfe der Hände zwischen meinen Lippen. Für mich ist zudem der USB-C Anschluss ein klarer Pluspunkt, mit dem der Akku auch recht fix wieder geladen ist.

Ein bisschen mehr Tankvolumen, die “einstellbare” Airflow weglassen und das Teil wäre perfekt. So muss man sich auf einer Party, wenn’s die wieder gibt, ein paar vorgefüllte Ersatzpods (oder, wenn man noch nüchtern genug ist, eine Flasche Liquid zum Nachfüllen) und mindestens ein Ersatzgerät mitnehmen. Sonst reicht’s nicht über den Abend. Das dürfte bei der Yearn allerdings auch nicht viel anders sein.
Trotzdem kommt die Barr bei mir knapp ganz oben aufs Treppchen.

FAZIT

Alles drei sind Geräte, die Spaß machen und beim Geschmack ziemlich gleich gut punkten. Der Größenunterschied ist auch nicht grad riesig. Aber im Detail liegt der Hund im Pfeffer begraben.
Die Wenax ist ganz klar die Langläuferin mit ihrem fetten Akku. Und wer’s mit Knöpfchen mag, der ist auch bei ihr richtig. Das mit den wechselbaren Coils und den drei Leistungsstufen ist zudem sicher für viele Dampfer eine geile Sache.
Aber es soll hier ja jetzt um den Ein- und Umsteiger gehen. Meistens kommt der eben von der qualmenden Fluppe. Und damit das mit der Liebe auf den ersten Zug klappt, sollte das Gerät einfach und unkompliziert sein.

Da kommen die Yearn und die Barr ins Spiel. Einfacher geht kaum. Und im Grunde ist es wohl wurscht, welche von beiden der Fluppenfan sich krallt. Für mich persönlich ist eben USB-C was tolles und ich mag’s auch schön leicht. Zudem ist die Barr ganz klar der Preisleistungssieger, sie kostet meistens so um die 13 Euro. Das sind grad mal zwei Kippenschachteln.

Du kennst jemanden, der Tschüssi zur Fluppe sagen will? Oder einen Raucher, der gerne raucht aber offen für Neues ist? Naja, bald ist Weihnachten. Wär’ doch was richtig geiles für unter’s Nadelbüschchen. Noch nie war Leben retten so einfach… und lecker.


Wenn der ein oder andere Begriff unklar ist, findest du ziemlich sicher die Erklärung im Lexikon auf e-Dampfen.info.

Weitere interessante Geräte für Umsteiger, die ich aber noch nicht in meinen Griffeln hatte:

Zeep Kit (YouTube – “Ich rauche nicht”)

VStick Pro (YouTube – “Steamshots TV”)

Endura M18 (YouTube – “GrimmGreen” [engl.])

Und ein moderner “Klassiker”:

Caliburn (YouTube – “Dampfer ohne Dampfe”)

 

Wir haben verloren

Der Kampf geht jetzt schon echt lange. Angefangen hat’s mit dem Versuch der Politik, die Dampfe in die Regale der Apotheke zu packen. Neben Nicorette und Co. Am Ende landete sie in der überarbeiteten Tabakprodukterichtlinie a.k.a. TPD2. Auf der einen Seite ein Sieg, wohl der letzte für lange Zeit. Auf der anderen Seite war es dann aber auch wieder nicht so richtig der Jubler. Wer die TPD kennt und auch Ahnung hat, wie die Länder in der EU sie umgesetzt haben, der schnappt sich bestimmt nicht die Konfettikanone und schmeißt ne Party. Naja, besser als Apotheke wenigstens. So bissel Sieg eben. Der letzte.

Danach haben wir verloren. Einen Kampf nach dem anderen. Ist jetzt Kot, das so klar zu sagen und drückt irgendwie auf die Stimmung… Aber is nun mal so. Die Hansels (und Hanselinchen) in Brüssel haben unsere Wolkenmaschinen nicht platt gemacht… immerhin. Aber sie haben sie doch schön feste an die Zigarette getackert. Die Dampfe ist ein Tabakprodukt… Jetzt ne Konfettikanone?

Seitdem tun fast alle Politiker so, als würden die den Unterschied zwischen Rauch und Dampf nicht raffen. Auch unsere Berliner Rasselbande. Haben wir erst jetzt wieder gemerkt, als das Tabakerzeugnisgesetz überarbeitet wurde. Werbung erlauben für etwas, das harmloser als Cola ist? Auf keinen Fall! Sind ja schließlich Wolken. Das ist ungefähr so sinnig, wie ein Werbeverbot für Apfelsaft, weil man das trinken kann… so wie Apfelschnaps.
Aber in Berlin geht’s eben nicht um Fakten, wenn über die Dampfe geredet wird. Da grassiert Ideologie, Meinung und Ahnungslosigkeit. Immer noch.

Und so ist auch das überarbeitete Tabakerzeugnisgesetz nicht nur eine Katastrophe, sondern der letzte Kampf, den wir krachend verloren haben. Nicht wegen der verbotenen Werbung, die eh kaum eine Liquidbrauerei oder E-Zigarettenschmiede gemacht hat. Der eigentliche Klops ist die Gleichstellung von Liquids ohne und mit Mister Nik. Haben noch nicht viele kapiert, aber das wird die Dampferszene im nächsten Jahr ordentlich durchrühren. Da werden Aromen, Liquids und sogar Firmen von der Bildfläche verschwinden. Das Feld wird ordentlich für die “gemütlichen” Podsystemen der Tabakmultis gepflügt. Die Vielfalt verschwindet immer mehr. Mit freundlicher Hilfe der Bundesregierung. Ich glaube, jetzt passt eine richtig fette Konfettikanone!

Sind wir ehrlich, die E-Zigarette kennt nur eine Richtung: Rückzug.
Jupp, TPD ist doch super, bleibt die Dampfe wenigstens legal. Klar, Jugendschutz ist wichtig… für ne Sache, die harmloser als braune Zuckerbrühe mit Koffein ist. Comikfiguren auf Verpackungen? Igitt, wie böse. Überhaupt, muss Farbe sein? Dampfen ist ja auch nix geiles, spaßiges für jedermann. Die E-Zigarette ist doch nur die beste Rauchentwöhnung seit der Erfindung der Schwiegermutter. Warum haben wir das mit den Apotheken überhaupt verhindert?

Mit jedem Kompromiss haben die Wolkenhasser nur Landgewinn gemacht. Und wir denken immer noch, dass Kompromisse was bringen. Wir haben noch nicht kapiert, dass Kompromisse nur gehen, wenn man auf halbwegs gleicher Augenhöhe rumhüpft. Davon ist die E-Zigarette Lichtjahre entfernt.
Wir sind wie die Spinne, die mit dem Menschen über ein Bleiberecht in der Wohnung verhandeln will: Guck mal Menschlein, ich übertrage weder Krankheiten noch kann ich dir irgendwie wehtun. Ich fang dir sogar diese nervigen und unhygienischen Fliegen weg. Und ich verkriech mich in die hinterste Ecke, wo du mich kaum sehen kannst. Alles gute Argumente.
Und trotzdem plättet der fleischige Zweibeiner jede Spinne, die ihm über den Weg krabbelt. Er mag einfach keine Spinnen. Ist so. Ihm ist wurscht, dass die ihm nix tun, dass sie sogar nützlich sind. Er mag keine Spinnen. Prinzip.
Wolken sind böse. Prinzip.

Nun steht die E-Zigarette mit dem Rücken zur Wand. Mit gefesselten Händen und verbundenen Augen. Und die Wolkenhasser zünden schon die Kippe an, die sie uns in den Mundwinkel stecken wollen. Die letzte.

Gucken wir uns doch an, wie es der E-Zigarette geht. Vor allem weltweit. In den USA sind in vielen Bundesstaaten Aromen außer Tabak verboten, in einigen der Verkauf von E-Ziggis sogar ganz. In Australien musst du richtig Patte löhnen oder in den Knast, wenn du versuchst, für dich Wolkensuppe mit Nikotin zu besorgen. Andere Länder haben die Dampfe ganz einfach komplett verboten. Und Rauchen bleibt erlaubt.
In Europa haben wir eine fast komplett sinnfreie und uneinheitliche Regulierung, die den Markt langsam aber sicher abwürgt. Das Aromenverbot steht auch bei uns vor der Tür. Und lange wird’s nicht mehr dauern, dann grabscht der Fiskus in die Tasche der Dampfer. Weil… öhm… Steuern auf Wolken Tradition haben… oder so. Und von EVALI muss ich wohl gar nicht erst anfangen?! Hat man kein Glück, kommt meistens eben auch noch Pech dazu.
Mit anderen Worten: Es sieht echt beschissen aus.

Aufgeben is nich!

Aber warum mach ich jetzt so miese Laune? Ist das hier ein Aufruf, die Flinte in die Zerealien zu donnern?

Nein, ganz im Gegentum! Aber wir sollten wissen, auf welcher Scholle wir schippern. Nur wer weiß wo er ist, kann auch wissen wohin er will. Hab ich mal auf einer lustigen Postkarte mit einem vergammelten Paddelboot drauf gelesen. Postkartenweisheiten sind die besten.

Wir stehen eben auf dem Trümmerhaufen der ganzen verlorenen Schlachten. War nicht alles Kot, aber doch das meiste. Und wie ich schon des öfteren absonderte: Es wird wahrscheinlich erst schlimmer, bevor es besser wird. Und es wird echt noch heftig schlimm.
Aber der Kampf hat trotzdem gerade erst begonnen. Die “Truppen” sammeln sich. Es liegt immer noch in unserer Hand. Wenn wir es nur richtig anstellen. Es wird nicht leicht, nicht frustfrei und es wird vor allem ein langer Marsch. Klar wird’s auch nicht ohne Kompromisse gehen, so funktionuckelt Politik eben. Aber da gibt’s ne Chance, dass wir endlich vom Kindertisch zu den Erwachsenen dürfen.

Ein Grund für Hoffnung ist der neue Konsumentenverband, der bald die Tanzfläche betritt. Und da sind wir alle gefragt. Denn nur, wenn genug mitmachen, kann der auch was wuppen. Aber die Voraussetzungen sind so gut wie schon lange nicht mehr. Weg von Hobby, hin zu Lobby. Oder wie der Franzose sagt: Butter bei die Fische.

Auch im kleinen können wir viel machen. Das fängt schon dabei an, dass wir unser Selbstbewusstsein aufpolieren. Endlich aufhören, Exraucher zu sein und anfangen, Dampfer zu werden. Klar rettet Dampfen Leben. Ist so, bleibt so. Aber es ist eben auch ein supergeilleckerschmecker Lifestyle und kann das beste Hobby seit Erfindung der Katzenangel sein.
Wie schon der weise griechische Philosoph Kung Fu gesagt hat: Entdecke dich selbst und steh zu dem, was du findest.
Wolken dürfen Spaß machen, Wolken dürfen gut sein und Wolken können das Leben nicht nur retten, sondern ganz einfach schöner machen. Dampfen ist echt nicht die wichtigste Sache der Welt, aber bestimmt eine der schönsten. Das sollten wir leben.

Egal was kommt, egal wie sehr man uns auf die Füße kackt, die Dampfe ist da. Und sie ist gekommen um zu bleiben. Die Frage ist nicht, ob wir gewinnen, sondern wie.

Vom Missbrauch einer Seuche

Wir haben die Zeit der Pandemie, die Zeit “Corona”. Covid-19 geht um und alle sind verunsichert. Also auf Zombieapokalypse waren wir ja irgendwie vorbereitet. Durch “Binge-Watching” von “The Walking Dead” hatte ja schon fast jeder seinen Doktor in Zombilogie. Einfach Kopf wegballern, Problem gelöst.

Scheiße nur, dass das bei einem Virus nicht so einfach ist. Virus ist kompliziert. Erst recht, wenn das so ein mutiertes Erkältungsvirus ist. Da kippen die Leute eben nicht reihenweise um. Das ist nicht so wirklich Horror. Da fehlen die Leichen auf den Straßen… Okay, außer vielleicht in Italien. Da ist Hölle.
Trotzdem. Im Grunde sterben an dem kleinen gekrönten Erreger ja nur die Alten und Gebrechlichen. Oder? Nöpp, auch gesundes junges Gemüse kann vom Virus dahingerafft werden. Merken, das ist nachher noch wichtig.

Aber dennoch stimmt: Gerade die älteren Leutchen werden vom SARS-CoV-2 deutlich häufiger richtig heftig erwischt. Und die sterben eben auch häufiger. Und alle, die zu Risikogruppen gehören. Was genau jetzt Risikogruppe ist, kann man so hundertprozentig nicht sagen. Aber im Prinzip alle, die eh schon durch akute oder chronische Krankheiten geschwächt sind, Leute mit schwachem Immunsystem oder die an einer Autoimmunerkrankung leiden. Und Leute, die bereits Probleme mit der Lunge haben. Also auch Raucher. Oder?

Wenn Zufall zum Beweis wird

Also, ehm, jein. Mal rein von der Logik ist es natürlich nicht gerade förderlich, wenn man sich jeden Tag so um die zwanzig Kippen durch den Pneu zieht. Vor allem, wenn es um eine Lungenerkrankung geht. Aber kann man trotzdem so pauschal sagen, dass Raucher, die sich noch keine COPD oder irgendeinen Krebs angeraucht haben, häufiger und heftiger von Covid-19 niedergestreckt werden? Ohne Fakten nicht. Und da hüpft das Komma und tanzt der Pudel. Diese Fakten gibt es noch nicht.
Nur warum wird dann überall rausgehauen, dass Raucher viel schlimmer vom Virus erwischt werden als Nichtraucher, sogar 14 mal schlimmer? Weil’s grad super ins Konzept passt. Willst du Raucher bekehren, dann nutze die Angst. In diesem Fall die Angst vor dem Virus.

Allerdings sind diese “14 mal schlimmer” nicht einfach so aus der Luft gegrapscht. Da gibt es tatsächlich eine Studie zu… oder so was ähnliches. Genauer gesagt hat man sich 78 an Covid-19 erkrankte Leute rausgepickt und die dann genauer angeguckt. Von denen ging es den meisten schnell wieder besser. Bei den anderen verschlechterten sich die Symptome. Und jetzt hat man sich unter anderem angeguckt, wer dem Glimmstengel frönte und wer nicht. Daraus hat man dann berechnet, dass Raucher 14 mal häufiger einen schweren Covid-19-Verlauf haben als Nichtraucher. Problem ist jetzt nur, dass unter den 78 Leutchen gerade mal 5 Raucher waren. Von denen verlief bei dreien die Krankheit dramatischer. Da kann man also im Grunde nix seriöses draus schlussfolgern. Das sind schlicht zu wenige Leutchen gewesen. Hätte man die Erkrankten gefragt, wer mindestens einmal die Woche Fischsuppe isst, müsste die WHO jetzt vielleicht auch vor Fischsuppe warnen.

Raucher kriegen’s seltener

Aber es gibt ja auch noch die Behauptung, Raucher würden viel häufiger an Covid-19 erkranken. Auf die Idee ist man gekommen, weil in China viel mehr Männer Krank wurden als Frauen. Und im Reich der Mitte rauchen nun mal knapp mehr als die Hälfte der Männer aber noch nicht mal ganz drei Prozent der Frauen. Also muss es wohl am Rauchen liegen, dass der Virus mehr Männer erwischt hat. Eigentlich eine klare Soße, oder? Auch hier: Nein.
Denn in sechs Studien, die bisher ausgewertet wurden, waren durchschnittlich keine zehn Prozent der Patienten Raucher. Normalerweise hätte man aber wenigstens ungefähr 30% Freunde des glimmenden Stängels erwartet. So rein vom Anteil an der Bevölkerung. Das bedeutet, nach dem Ergebnis der Studien waren Raucher sogar eher weniger an Covid-19 erkrankt als Nichtraucher.
Auch hier wird also mit Zahlen jongliert, die nix aussagen und alles, was nicht ins Bild passt, wird unter den Teppich gekehrt. Ein Spiel, das Dampfer kennen.

Das “Katy-Perry-Risiko”

Und jetzt kommen wir auch endlich zu den Dampfern. Denn die werden aktuell einfach mit den Rauchern unter einen Hut gewuppt. Dabei gibt es von Dampfern, was Covid-19 angeht, noch nicht mal schlechte Daten. Da gibt’s keine. Nix, nullo, niente, nada. Es gibt ja noch nicht mal eine Idee, warum Dampfer anfälliger für das Virus aus dem Land der Mitte sein sollten. Also erfindet man irgendeinen Unsinn.
Der Bürgermeister von New York, Bill de Blasio, kramt in seinem Krieg gegen die leckere Wolke zum Beispiel einen Einzelfall raus. Da geht’s um einen jungen, fitten Menschen, bei dem Covid-19 richtig heftig zugeschlagen hat. Der war vorher gesund und gehörte zu keiner Risikogruppe. Allerdings hatte er gedampft. Für de Blasio eine klare Sache, die Dampfe war schuld.
Dieser eine Fall war für ihn dann auch Grund genug, Dampfer zu einer Risikogruppe zu erklären. Mettbällebad!
Vielleicht hat der junge Mann aber auch gerne Katy Perry gehört? Risikogruppe Perryfans?

Der Grund ist so simpel, wie einfach. Wie ich ja schon zu Beginn sagte: Auch junge, vollkommen gesunde Menschen können schwer an Covid-19 erkranken. Und sogar sterben. Nicht sehr häufig, aber das tun sie leider immer wieder. Übrigens ist es auch vollkommen normal, dass die meisten Erkrankten um die 50 sind. Und eben auch vor Zwanzigjährigen macht SARS-CoV-2 nicht halt. Mit und ohne E-Zigarette.

Super Gründe für den Umstieg

Rauchen ist ganz klar nicht unbedingt die beste Idee, wenn es um Lungenkrankheiten geht. Und es ist bestimmt nicht auszuschließen, dass das auch für Covid-19 gilt. Aber es weiß eben aktuell keiner. Kann sein, dass sich das bald ändert und natürlich ist Vorsicht die Mutter des Eierkartons. Trotzdem gilt aktuell: Es gibt (noch) keine Fakten, die Raucher per se zu einer Risikogruppe machen.

Von der Kippe auf die Dampfe zu wechseln ist immer eine gute Idee. Es hat keine nervigen Sachen wie Brandflecken, stinkende Klamotten oder vergilbte Wände. Es ist viel mehr jammi. Es ist in der Regel deutlich billiger als Rauchen. Und nebenbei bringt dich Dampfen nicht um.
Da braucht’s keine Seuche, die man für eine Antiwolkenagenda missbrauchen kann. Egal, wie gut der Zweck auch sein mag, er heiligt trotzdem nicht alle Mittel.

Wir brauchen Fakten, keine Ideologien, die sich ihre eigene Wahrheit stricken. In diesen Zeiten mehr denn je.


Konstantinos Farsalinos et al.: Smoking, vaping and hospitalization for COVID-19

Konstantinos Farsalinos: Smoking, vaping and the coronavirus (COVID-19) epidemic: rumors vs. evidence

Wei Liu et al.: Analysis of factors associated with disease outcomes in hospitalized patients with 2019 novel coronavirus disease


AKTUALISIERUNG: In der ersten Version des Artikels hatte ich Lady Gaga anstelle von Katy Perry erwähnt. Was ich nicht wusste: Lady Gaga leidet an der Krankheit Lupus (ja, das Ding von Doktor House).
Damit gehört sie tatsächlich zu einer Risikogruppe, wenn es um Covid19 geht. Mir ging es nur darum, deutlich zu machen, wie beliebig es ist, Dampfen für die Erkrankung des jungen Mannes verantwortlich zu machen. Dennoch fand ich die Überschrift “Das Lady-Gaga-Risiko” und ihre Erwähnung unter diesen Umständen unpassend. (29.03.2020)