Disposables – Das wird nicht gut enden

Disposables sind Einweg-E-Zigaretten. Man schmeißt sie also weg, wenn Tank oder Batterie am Ende sind. Da wird nichts nachgefüllt oder geladen. Ein Durchgang und das Ding wandert in die Tonne. Natürlich nicht in die Mülltonne. Denn ein Disposable besteht neben Hülle sowie Tank aus Elektronik und einer Batterie. Und diese Sachen gehören in den Sondermüll.

Aber mal ehrlich, die meisten Einwegdampfen werden niemals einen Wertstoffhof oder eine Recyclinganlage sehen. Die landen eben doch im Hausmüll. Und das ist richtig matschige Kacke. Die üble. Die an der Rosette brennt. Den ganzen Tag.
Doch eigentlich beginnt der Tanz noch viel früher. Das, was da in der Tonne landet, musste vorher hergestellt werden. Dafür wurden ordentlich Rohstoffe und Energie weggedonnert. Um aromatisierten Elektroschrott mit Akku draus zu machen. Der dann für fünf bis zehn Euro an der Tanke oder im Vapeshop verbimmelt wird.

Das ist in jeder Hinsicht das Gegenteil von Nachhaltig. Noch mehr der Umwelt in die Fresse geht kaum. Das ist das Maximum Infinitum von bekloppt.

So weit, so dreckig. Schon hier müsste selbst der größte Greta-Hasser zugeben, dass Disposables wie ein Karbunkel am Arsch sind. Braucht keiner.

Erst recht brauchen wir Dampfer das Teil nicht. Denn es fällt uns gehörig auf den Fuß. Das ganze Nachhaltigkeitsding ist dabei sogar nur die Spitze vom Misthaufen. Disposables brechen uns noch aus ganz anderen Gründen das Genick. Diese kleinen, bunten, niedlichen Dinger mit Erdbeergeschmack. Sie sind der feuchte Traum jedes Wolkenhassers.

Einwegdampfen kann es doch nur aus einem einzigen Grund geben: Verführung Minderjähriger.

Hängt die Hexe, tötet den Ketzer. Ein Fest für jeden verblendeten Antidampfidioten: Unsere Kleinen sollen durch Disposables zu suchtigen Nikotinzombies gemacht werden. Von der bösen E-Zigarettenmafia.
Und gegen das Krakeelen kommst du nicht an. Auch für Politiker sehen die Dinger wie in Koks getunkte Schnuller aus.

Klar, man könnte jetzt mit Fakten. Dampfen ist harmloser als Colatrinken1. Kein Steppke (und keine Steppkin) interessiert sich hierzulande für Nebel mit Geschmack2. Raucher können mit der E-Zigarette besser aufhören als mit jedem anderen Hilfsmittel3. Sie rettet Leben.
Alles tutti und stimmt.

Aber keine Sau interessiert sich für Fakten, wenn es um leckere Wolken geht. Erst recht nicht bei E-Zigaretten zum Wegwerfen.
Gegen das Dampfen werden eh schon fette Geschütze aufgefahren. Jetzt müssen wir uns noch die Frage gefallen lassen: Braucht es für all das Disposables?

Und die Antwort ist simpel: Nein!

Es gibt eine Menge Podsysteme auf dem Markt. Die sind entweder zum Nachfüllen oder man kann sich fertige Pods kaufen. Viele Raucher wollen es einfach. Das ist einfach. Noch einfacher muss nicht. Keiner braucht Disposables.
Wer echt nur mit Disposables umsteigen kann, bei dem ist es vielleicht besser, wenn er sich aus der Evolutionskette entfernt.

Die E-Zigarette ist eh schon am Arsch. Von allen Seiten wird geschossen. Wir haben bereits eine Liquidsteuer. Die wird einen großen Teil des Dampfermarktes in Deutschland schlicht pulverisieren. Ein europaweites Aromenverbot droht. Kurz: Wir stehen mit dem Bobbes an der Wand.
Und Disposables sind das Messer im Rücken.

Wenn wir nicht handeln, handelt die Politik.

Früher oder später werden Einwegdampfen vom Markt verschwinden. Entweder freiwillig oder sie werden verboten. Das halte ich für sicher. Gäbe es mehr Dampfer, dann hätte die Rasselbande in Berlin oder Brüssel schon längst gehandelt. So waren Ladekabel für Handys erst mal wichtiger.
Bis die Dinger verboten sind, liefern sie neue Munition. Für höhere Steuern… denkt doch an die Kinder. Für Dampfverbote in der Öffentlichkeit… denkt doch an die Kinder. Für Aromenverbote… denkt doch an die Kinder.
Und wir Dampfer müssen uns den Vorwurf gefallen lassen, wir killen den Planeten. Zurecht.

Noch haben wir die Chance. Noch können wir was machen, bevor die Politik zuhaut. Und bevor sie uns die Einwegdampfe argumentativ im Rektum versenkt.
Jeder Kunde hat die Wahl. Kauf einfach keine E-Zigaretten zum wegwerfen. Jeder Händler kann sich fragen, ob ihm der schnelle Euro wichtiger ist, als die Zukunft der E-Zigarette. Die Händlerverbände können sich klar gegen Einwegdampfen positionieren und Druck auf ihre Mitglieder machen. Konsumentenverbände sollten klar und deutlich aufklären.

Disposables werden wieder verschwinden. Die Frage ist nur, wie viel Schaden sie vorher anrichten. Das entscheidet sich jetzt.


1) Rachel Murkett et al.: Nicotine products relative risk assessment: a systematic review and meta-analysis

2) DEBRA-Studie: Aktueller E-Zigarettenkonsum unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen (PDF)

3) Cochrane: Updated Cochrane Review shows electronic cigarettes can help people quit smoking

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