7 Fakten über die E-Zigarette

Die Dampfe hat’s nicht leicht… immer noch nicht. In Deutschland leben wir ja noch so ein bisschen im Land der Glückseligen. Zwar nervt das, wenn wir sechs Monate absolut überflüssigerweise auf den neusten Shice aus Chinaland warten müssen oder Nikotin nur in Minifläschchen kriegen, aber wenigstens können wir uns unser Dampfzeug nach Hause bestellen, dürfen lecker Geschmack in der Suppe haben und kriegen alles ohne Nikotin noch in großen Flaschen.
Schon in der EU sieht’s in einigen Ländern weit düsterer aus.

In vielen Ländern außerhalb unseres Kontinents ist die Dampfe sogar ganz verboten, oder zumindest alles mit Nikotin, und in den USA wird derzeit ein Krieg gegen die leckere Wolke geführt, der an Absurdität nur noch von Disneyland überboten wird… wenn Chewbacca mit Goofy auf der Hauptstraße tanzt.
San Francisco treibt’s sogar so weit, alles an Dampfen zu verbieten, was noch keine Zulassung von der FDA hat… also alles. In sieben Monaten ist in der kalifornischen Metropole de facto der Verkauf von E-Zigaretten illegal. Dann kriegst du zwar an jeder Tanke weiter Kippen und kannst dich problemlos legal mit Marihuana versorgen, aber Disconebel mit Geschmack gibt’s nur noch beim Dealer um die Ecke.
Das alles, weil die Märchenonkel von der FDA sich eine Epidemie ausgedacht haben.

Wie gesagt, uns scheint da ja fast noch unser Zentralgestirn aus dem Enddarm. Trotzdem wird selbst bei uns das Dampfen fast so reguliert, als ginge es um den neusten Schrei aus der Schmiede von Heckler und Koch. Es wird offen überlegt, ob man nichtrauchende Nichtdampfer staatlicherseits vor Disconebel schützen sollte und die Dampfer zu den Rauchern vor die Tür verbannt werden. Aktuell will die Rasselbande in Berlin sogar die Werbung für ein Produkt verbieten, das weniger bekannte Gesundheitsrisiken als Cola hat… Holidays are coming.

Nein, das Dampfen hat’s aktuell mal gar nicht leicht. Und da scheint’s auch keine Rolle zu spielen, dass die leckere Wolke fast alle Fakten auf ihrer Seite hat. Überhaupt, was sind schon Fakten, wenn nur noch die gefühlte Wahrheit zählt? Wolken sind böse, weil’s eben Wolken sind.

Aber wie kann man der Truppe im Bundestag eigentlich für ihre Ignoranz sauer sein, wenn viele Dampfer selber wie Kleinkinder die Finger in die Ohren stecken und nix von Fakten wissen wollen. Diese Dampfer sind arme exrauchende Suchtis, die E-Zigarette ist für sie nur “das kleinere Übel” und “bestimmt nicht gesund”, Nichtraucher sollten “lieber erst gar nicht mit so nem Mist anfangen” und die Kinder müssen auf jeden Fall davor geschützt werden, durch die Dampfe zu grenzdebilen suchtigen “Nikotinjunkies” zu verkommen.
Dampfen muss schädlich sein, da muss doch irgendwo ein Haken sein. Ein Genussmittel ohne Schaden? Das kann es nicht geben, das darf es nicht geben. Freude braucht Reue, sonst knarzt es im Weltbild.

Blöderweise geben die Fakten aber eben nix her mit ernsthaftem Schaden. Wär ja noch nicht mal echt schlimm, wenn da doch was wäre. Wie gesagt, es ist ein “Genussmittel”, das dürfte sogar so’n bissel ungesund sein… so wie Cola, Steak und Kaffee.
Doch Dampfen ist zwar ein wenig wie Rauchen… zumindest gibt’s Wolken… aber bei der Schädlichkeit kommt es nicht mal ein My an die Wolke aus dem gerollten Blätterwerk ran. Das sagen uns eben die Fakten. Und ich denke, gerade jetzt ist es wichtig, diese Fakten immer wieder auf den Tisch zu legen, ganz klar zu sagen, wo der Drops die Muschi mausert.

Ich erreiche mit meinem Geschreibsel zwar nur ein paar Dampfer in der berühmten “Blase”, ist mir schon klar. Und im Internetz des Reichstagsgebäudes wird sich keine Sau meinen Blog auf den Bildschirm holen. Aber wenn ich nur Dich einen Leserling erreiche (ja, ich meine DICH), während du deine Augen sanft über diese Buchstaben hoppeln lässt, wenn ich es nur hinbekomme, dass ein Dampfer mal ernsthaft darüber nachdenkt, was die Fakten uns über den leckeren Nebel verraten… na, dann is mein Job getan. Deshalb hier jetzt mal die Auswahl der sieben Fakten über die E-Zigarette:

1. Der Dampf einer E-Zigarette enthält weniger Formaldehyd als die Atemluft eines Menschen.
Is ja nicht so schwer zu messen, woraus unsere leckeren Wölkchen bestehen. Vor allem, weil moderne Instrumente so genau messen, dass du in Berlin sehen kannst, wenn in Paris einer gefurzt hat… zumindest bei Westwind.
Also hat man den Dampf ordentlich untersucht.
Und wenn seriös gemessen wurde, dann war das Ergebnis auch immer recht eindeutig. Zwar hat man Schadstoffe finden können, aber in so kleinen Mengen… naja, ein pariser Furz eben.

Jetzt haben die Leutchen mit den weißen Kitteln aber nicht gesagt, “Hey, guckt mal, da ist ja nicht mehr drin als ein harmloses französches Lüftchen”, sondern sie haben aus diesen Fitzelmengen einen übelriechenden Flatulenztornado gemacht.

Fakt ist aber nun mal, dass man bedeutend weniger Formaldehyd und Acetaldehyd gefunden hat, als ein Mensch am Tag selber ausatmet.
Und auch wenn Acrolein in unseren oralen Absonderungen nicht zu finden ist, bleibt die Dampfe sogar bei diesem Stöffchen weit unter allen Grenzwerten.

Konstantinos E.Farsalinos et al.: Aldehyde levels in e-cigarette aerosol: Findings from a replication study and from use of a new-generation device

2. Beim Dampfen werden weniger Schwermetalle freigesetzt, als in Inhalationsmedikamenten erlaubt ist.
Ja, auch Metalle, sogar Schwermetalle, kann man in der Wolke finden. Aber auch hier gilt wieder die Frage: Wie viel ist denn drin?
Ich sag’s mal so, von Schrotthandel sind wir aber mal echt weit entfernt. Klar, wenn wir den Dampf mit der Atemluft vergleichen, sieht’s erst mal halbwegs gefährlich aus. Deswegen haben es die Leute auch gemacht, die im Nebel nach Blei und Co. gesucht haben, damit die ganze Sache so’n bissel Drama kriegt.
Nur atmet ein Durchschnittsmensch etwa 20.000 mal am Tag und an der Dampfe zieht man vielleicht 600 mal. Ist schon ein Unterschied… so’n kleiner.

Also sollte man das ganze eher mit was vergleichen, das Sinn macht, zum Bleistift die Grenzwerte für inhalative Medikamente des “U. S. Department of Health and Human Services”. Macht man das, dann sieht die ganze Sache nämlich schon heftig anders aus.
Dann muss man nämlich schon etwa 70ml Liquid am Tag wegdampfen, damit man bei Nickel in den Grenzbereich kommt. Bei allen anderen gefundenen Metallen waren es weit mehr, bei Blei zum Beispiel über 300ml und bei Aluminium sogar über 2.000 Liter. Und das nur, damit man die Obergrenze für Medikamente überhaupt mal erreicht.

Pablo Olmedo et al.: Metal Concentrations in e-Cigarette Liquid and Aerosol Samples: The Contribution of Metallic Coils
Konstantinos E.Farsalinos et al.: Metal emissions from e-cigarettes: a risk assessment analysis of a recently-published study

3. “Passivdampf” ist harmlos.
Es wurde wirklich genug rumgemessen und nach allem möglichen an fiesen Stöffchen gesucht. Gefunden hat man nichts, niente, nada. Das einzige, was den Wolkenhassern blieb, war der Versuch, Propylenglykol zu was bösem atemwegsreizendem zu machen. Nur ist das eben absoluter Hirnkot.

Der leckere Nebel ist für alles drum rum harmlos, sogar für das liebe Kätzchen, den Bello oder die lieben Kinderchen. Da gibt’s nichts mehr zu diskutieren. Das ist einfach “Kugelerde”.

Jan Czogala et al.: Secondhand Exposure to Vapors From Electronic Cigarettes
HHE Report No. 2015-0107-3279: Evaluation of Chemical Exposures at a Vape Shop (PDF)
Wolfgang Schober et al.: Schadstoffbelastung von Pkw-Innenräumen beim Rauchen unterschiedlicher Rauchsysteme (PDF)
Wouter F. Visser et al.: The Health Risks of Electronic Cigarette Use to Bystanders

4. Es gibt keine Belege dafür, dass reines Nikotin abhängig macht.
Hier war ich mal vorsichtig, wie ich’s ausdrücke. Ich hätte auch schreiben können, dass Nikotin ohne Tabak nicht abhängig macht… zumindest Leute, die noch nie was mit Rauchen am Hut hatten. Aber das zu beweisen, ist etwas schwierig, selbst, wenn es dafür klare Hinweise gibt. Außerdem ist das mit dem “Abhängig” echt ne komplizierte Sache. Da geht’s eben nicht nur um Chemie, sondern vor allem viel um Gewohnheiten und Rituale. Deshalb ist es auch irgendwie auffällig, dass es keine “Nikotinjunkies” gibt, die ihre Sucht dauerhaft mit Pflastern und Kaugummis stillen.

Aber das brauch ich auch gar nicht zu beweisen, denn irgendwie reicht’s doch, dass das Gegenteil bis heute noch keiner hinbekommen hat. Denn es gibt tatsächlich keine Studie, die’s geschafft hat, nachzuweisen, dass Nikotin alleine abhängig macht. Denn wär da wirklich so viel mit “Suchtpotenzial”, sollte das doch echt kein Problem sein. Nöpp, gibt’s aber nix. Ganz im Gegentum, es gibt sogar Studien, wo Leute Nikotin bekommen haben und am Ende ohne Probleme wieder von dem Zeug lassen konnten.

Newhouse et al.: Nicotine treatment of mild cognitive impairment: a 6-month double-blind pilot clinical trial.
Karl Fagerström: Dependence on tobacco and nicotine

5. Es gibt keine Belege dafür, dass Nikotin die Entwicklung eines Jugendlichen negativ beeinflusst.
Ganz klar, Nikotin “verändert” das Gehirn von Jugendlichen… in gewisser Weise. Und zwar, weil alles, was wir tun, unser Gehirn verändert. Egal ob Eisessen, Fahrradfahren, Colatrinken, Küssen und was so nach dem Küssen kommt.
Die wichtige Frage ist also: Ist diese Veränderung schädlich?

Und es ist recht klar, dass da schlicht kein Hinweis auf irgendeine schädliche Veränderung ist. Die Studien, die behaupten, sie hätten da was gefunden, sind entweder Machwerke mit Tierversuchen, die haben mit Menschen erst mal nix zu tun, oder sind sogar nur reine Gedankenexperimente.
Man kennt mittlerweile viele fiese Folgen des Rauchens, wie Krebs, COPD, Herzklabaster… Nur gehört eine Sache definitiv nicht dazu: Verblödung. Und sehr viele Raucher haben schon als Jugendliche mit dem Qualmen angefangen, das wäre mittlerweile aufgefallen. Glaub mir.

Selbst wenn es also eine Epidemie unter den kleinen Rotzlöffeln geben würde, und die gibt’s ja noch nicht mal, dann hätten wir immer noch kein echtes Problem, denn passieren würde den Kiddies… öhm… nix. Sie würden einfach nur etwas machen, was Erwachsene moralisch irgendwie für nicht so dolle halten. Aber die kleinen Gehirnchen von denen dürften von Instagram und Co. weit mehr geschädigt werden, als durch das Nikotin aus der Dampfe.

Dampfe.info: Info für Eltern

6. Jugendliche werden durch Dampfen nicht zum Rauchen verleitet.
Ist ja irgendwie schon logisch, dass keiner, der mal’n leckeres saftiges Steak probiert hat, plötzlich Lust auf gegrillte Schuhsole bekommt. Kann eigentlich jeder kapieren, außer man will es einfach nicht. Weil es nicht ins Konzept passt.
Mit unserem Nachwuchs lässt sich nämlich schön Panik machen. Denn, selbst wer kapiert, dass da bei der Dampfe nix mit Schädlichkeit ist, hat trotzdem Angst, dass die Kleinen durch den leckeren Nebel zur gequalmten Wolke verleitet werden.
Und das wissen natürlich auch die Feinde der leckeren Wolke.

Also fälscht… sorry… interpretiert man Studien so, wie man es gerade braucht und macht aus Korrelation einfach Kausalität. Dann reicht sogar plötzlich schon die Werbung für eine Dampfe, um aus unseren Halbstarken Kettenraucher zu machen. Aber das ist eben alles nur unseriöser Kuhdung.

Klar, man kann so wirklich hundertprozentig weder das eine noch das andere beweisen, deshalb ist diese “Gatewaytheorie” ja schon grundsätzlich absoluter Nonsens und hat mit seriöser Wissenschaft so viel zu tun, wie ein Regenwurm mit Turmspringen.

Trotzdem gibt’s eine Menge hervorragender Studien zu dem Thema, die zumindest ziemlich klar zeigen: Es gibt keine Spur von einem “Gateway” zum Rauchen.

Prof. Dr. Heino Stöver et a.: Der Konsum von elektronischen Dampferzeugnissen (eDe) unter Jugendlichen (PDF)
Linda Bauld et al.: Young People’s Use of E-Cigarettes across the United Kingdom: Findings from Five Surveys 2015–2017

7. Es gibt keine Belege dafür, dass Dampfen ernsthaft schädlich ist.
Klar, kann man kaum beweisen, dass etwas harmlos ist. Das wär eben so, als wollte ich beweisen, dass es im Bodensee keine Piranhas gibt. Kannst du haken, geht nicht. Ein “kann man nicht ausschließen” bleibt immer, bevor man nicht das komplette Wasser aus dem Tümpel lässt… und den Schlamm komplett durchwühlt.

Trotzdem darf jeder getrost davon ausgehen, dass das doch ein recht übersichtliches Risiko ist, im Bodensee von einem Rudel Piranhas verspeist zu werden.
Keiner käme auf die Idee, das Baden zu verbieten, weil irgendein durchgeknallter Feind des öffentlichen Wasserplanschens laut brüllt, da könnten Horden von gefräßigen Kiemenatmern im Nass lauern. Der müsste da schon irgendwie einigermaßen handfeste Beweise vorlegen.
Und bis er das macht, würden alle weiter ruhig im Bodensee paddeln und nicht einen Gedanken an Piranhas verschwenden. Wär ja auch Unsinn.

Warum ist das beim Dampfen eigentlich anders? Ich meine, wir wissen, was im Nebel drin ist und dass das alles harmloses Zeug ist. Seit Jahrzehnten werden Horden von Leuten in Disconebel gehüllt, ohne dass was schlimmes passiert ist. Das ganze Nikotinzeug aus der Apotheke gilt als sicher und echt gute Studien belegen, dass Nikotin auch im Snus keine Probleme macht. Es gibt also nicht den kleinsten Grund, davon auszugehen, dass da Piranhas im Nebel sind.
Zumindest solange, bis einer was handfestes auf den Tisch legt und das Gegenteil beweist.

Und das kann eben keiner. Da werden Zellen mit Liquid oder Aromen überschüttet… mit so einem Unsinn könnte man sogar beweisen, dass Ketchup doof macht… und kleine Nagetiere mit unrealistisch großen Mengen Nikotin gequält, nur damit man irgendwas findet. Aber was seriöses, handfestes, ein echter Hinweis darauf, dass Dampfen ernsthaft schadet? Fehlanzeige.
Und deshalb haben die Wolkenhasser den Spieß umgedreht und fordern von den Dampfern, dass die den ganzen Bodensee leerpumpen… und den Schlamm durchwühlen. Bis dahin gibt’s Badeverbot, man kann ja nie ausschließen…

Riccardo Polosa et al.: Health impact of E-cigarettes: a prospective 3.5-year study of regular daily users who have never smoked (PDF)
Phillips B. et al.: Toxicity of the main electronic cigarette components, propylene glycol, glycerin, and nicotine, in Sprague-Dawley rats in a 90-day OECD inhalation study complemented by molecular endpoints.
EurekAlert: No adverse health impacts from long term vaping — Study
Riccardo Polosa et al.: Health effects in COPD smokers who switch to electronic cigarettes: a retrospective-prospective 3-year follow-up
Albert D. Osei et al.: Association Between E-Cigarette Use and Cardiovascular Disease Among Never and Current Combustible-Cigarette Smokers
Mauro Scungio et al.: Measurements of electronic cigarette-generated particles for the evaluation of lung cancer risk of active and passive users
Hansson J. et al.: Use of snus and risk for cardiovascular disease: results from the Swedish Twin Registry.
Catherine L. Ford et al.: Nicotine Replacement Therapy and Cardiovascular Disease
Cooper S. et al.: The SNAP trial: a randomised placebo-controlled trial of nicotine replacement therapy in pregnancy–clinical effectiveness and safety until 2 years after delivery, with economic evaluation.
Waldum H.L. et al.: Long-term effects of inhaled nicotine.

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Die Kapitulation

Erst mal vorweg: Ich bin nicht naiv… also, nicht sooooo naiv. Politik bedeutet, dass man mit Kompromissen und kleinen Schritten vorwärts trippelt und einen langen Atem braucht. So strampelt der Hase, das ist Demokratie, besser geht’s nicht.
Deshalb verstehe ich auf der einen Seite echt gut, was der BfTG und der VdeH jetzt versuchen. Sie füttern die Wölfe, damit die sie nicht zerfleischen. Zuckerbrot für Politiker und viel Kreide fressen. Und noch einen aus der Sprichwortkiste: Wenn die Felle schwimmen, hilft nur noch ins Wasser hüpfen. Macht das Sinn? Egal.

Ich kann also schon irgendwie verstehen, dass und warum die Dampfverbände ihre “Leitlinie für eine verantwortungsvolle E-Zigaretten-Werbung” rausgehauen haben. Alles in allem ist das aber trotzdem nix anderes als das Wedeln mit der weißen Fahne, der Versuch, die totale Niederlage zu verhindern.
Nur, wie schon der “Guru” ganz richtig schrieb, da ist nix mehr zu verhindern. Das Kind, Brunnen… plumms.

So wie’s aussieht, haben es die Racker (und Rackerinnen) von CDU und SPD echt geschafft, sich mal bei was einig zu sein. Schade nur, dass es gerade bei diesem bekoteten Unsinn ist. Das komplette Werbeverbot für ne Sache, die harmloser als Colasaufen ist. Konfettikanone!
Aber wickeln wir den Dackel erst mal von der Hutschnur durchs Nadelöhr. (Tat der weh?)

Was steht in der Leitlinie eigentlich überhaupt drin? Ich lass die Präambel erst mal weg, da steht eh nur komisches Geschwurbel drin. Gleich direkt zum Werbekodex.

Am Anfang geht’s darum, dass in der Werbung drinstehen soll, Dampfen macht viel weniger aua als Rauchen und es soll keine Werbung für “Dualuse” geben. Also so die Richtung: Keine Tabakwerbung durch die Hintertür. Beides soweit okay… für die Verbände ist Dampfen eben nur ne Rauchentwöhnung.
Und dann ist da noch der Satz: “E-Zigaretten sollen nicht als Mittel zur Umgehung von gesetzlichen Rauchverboten beworben werden.” Klingt erst mal logisch, ist aber Unsinn. Das ist, als wenn Fahrräder nicht damit beworben werden dürfen, dass man mit denen schneller durch die vollgestopfte Stadt kommt, als mit dem fetten SUV. Aber die Politik wird eh noch dafür sorgen, dass der leckere Nebel überall da verboten wird, wo der stinkige Qualm schon verboten ist, dann erledigt sich das von selbst.

Jetzt kommt der erste Witz: “Werbebotschaften und – bilder, die den Eindruck erwecken, der Konsum von E-Zigaretten sei gesundheitlich unbedenklich, sind unzulässig.
Nichts, aber so was von absolut nichts ist “gesundheitlich unbedenklich”. Aber nur bei der Dampfe macht man daraus ein Ding? Mir schon klar, dass das ein Zuckerbrot für die Rasselbande in Berlin ist, aber noch sinnfreier geht’s doch echt nicht.
Hauptsache mein Bier ist erfrischend, eine Perle der Natur, das einzig Wahre und, ohne Alkohol, sogar das beste Zeug für nach’m Sport.
Ich glaube, jetzt brauch ich erst mal die wohltuende Kraft der Kräuter und gönn mir nen Underberg. So Verdauung und so. Ist ja gesund, oder?

Aber die Pointe vom Kracher komm mit den Warnhinweisen: “E-Zigaretten-Werbung muss gut lesbare Warnhinweise und deutliche Hinweise enthalten, dass sich die Werbung ausschließlich an erwachsene Raucher bzw. Dampfer richtet.” Zu der Sache mit dem Jugendschutz komm ich später.
Aber bitte, was für Warnhinweise? Vorsicht, dieses Produkt kann Sie zum Nichtraucher machen? Vor was wollen die denn warnen? Gibt ja nix.
Jetzt mal echt, bis heute gibt’s nicht den Fitzel an Hinweis, dass Dampfen irgendwas ernsthaft böses macht.
Muss wohl erst noch was lustiges erfunden werden, so wie das Märchen von dem “Stoff, der sehr stark abhängig macht”. Alles, was mit Wolken zu tun hat, braucht dringend so nen todesanzeigenartigen Kasten, in dem was drinsteht, das wie ne Warnung aussieht. Mein Vorschlag wäre: “Dieses Produkt enthält Chemie. Chemie kann tödlich sein.”

Den nächsten Punkt find ich echt super, uneingeschränkt: “In der Werbung für E -Zigaretten kommen keine Personen zum Einsatz, die jünger als 30 Jahre sind.” Nee, echt jetzt, endlich mehr ältere Knacker in der Werbung, jenseits der Haftcremereklame. Und dann auch noch für so was geiles wie ne E-Fluppe. Coool Mann!
Man gut, dass Influencer keine Werbung machen. *zwinkersmiley*

Im Rest dieses Machwerks geht es eigentlich nur noch um Jugendschutz und dass kein Weißkittel in die Kamera lallen soll, Dampfen sei gut für die Haare. Hat seine Zahnarztfrau gesagt. Geschenkt.
Zum krönenden Schluss bieten die Verbände dann noch fix ne neue ABM-Maßnahme an, ne Prüfstelle, die das ganze überwacht. Für Leutchen, die sich wichtig fühlen wollen und für’s Nixtun gerne mal nen Euro einstecken. Kommt bei der Berliner Reichstagstruppe immer gut an.

Durch diese ganze Buchstabensammlung zieht sich ein roter Zwirn: Jugendschutz.
Davon schwurbelt unnötigerweise schon die Präambel: “Der Jugendschutz hat für uns Priorität: wir verkaufen unsere Produkte ausschließlich an Verbraucherinnen und Verbraucher, die ihre Volljährigkeit nachgewiesen haben.
Öhm jupp, mit anderen Worten, sie machen, was im Gesetz steht. Find ich echt toll. Sollte man auch noch mal erwähnen dürften. Eifein, Bello kriegt’n Leckerlie.

Es geht also nur noch darum, dass unsere Kleinen geschützt werden. Auch vor Werbung für Wolken. Ob was aua macht, is schon obersalami.
Die Regierer, Regiererinnen und Regierumse in Berlin haben nämlich die Keule Jugendschutz entdeckt und zerdeppern mit der jetzt dem Dampfen freudig das Genick.

Schuld daran ist aber nicht, dass irgendwelche Dampfenschmieden und Liquidpanscher das Dampfen als Lifestyle vermarkten,… hey, mal ehrlich, ist es doch schließlich auch… sondern dass alle schon immer auf der Jugendschutzschiene mitgedackelt sind. Von Anfang an kam keiner auf die Idee, mal freundlich darauf hinzuweisen, dass es da nix gibt, vor dem unsere Halbstarken geschützt werden müssen. Klar, kann ich so’n bissel auch verstehen, wer möchte schon als Kinderverführer dastehen!? Aber dann darf hinterher auch keiner heulen, wenn ihm der Jugendschutz deftig um die Ohren fliegt.
Wenn’s um Kinder geht, dann ist nämlich Schluss mit vernünftig, dann muss geschützt werden… ums verrecken.

Wie ich oben schon von mir gelassen hab, braucht Politik kleine Trippelschritte und langen Atem, is so. Nur muss man auch kapieren, wenn man im Treibsand trippelt und wenn das Gegenüber einem beide Hände um die Kehle legt. Vielleicht wär’s mal Zeit für die Frage, ob’s nicht schon so weit ist?! Ob man nicht Kompromiss um Kompromiss längst voll in die Ecke gequetscht wurde?

Wir sollten endlich eine Frage laut stellen: Wovor sollen unsere Jugendlichen geschützt werden?

Vor Disconebel mit Geschmack, der harmloser als Cola ist? Vor einem Gatewayeffekt, den es bewiesenermaßen nicht gibt?
Nein, die Kiddies sollen nur vor einer einzigen Sache geschützt werden: Etwas zu tun, was ignorante Ideologen schlicht für moralisch verwerflich halten. Ob’s schadet? Wen interessiert’s? ES SIND WOLKEN!

Das “Nichtwolkenmachen” ist zu einer Religion geworden, die keine Argumente oder Fakten mehr akzeptiert. Und um sie durchzusetzen und zu verbreiten, ist mittlerweile jedes Mittel heilig.
Doch wie bei allen anderen Religionen, hilft auch hier kein Schwanz einziehen oder Köpfchen ducken. Da hilft nur kompromisslose Aufklärung.

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BfTG: E-Zigarettenverbände veröffentlichen Selbstverpflichtung zu Werbe-Leitlinien

Vapers.guru: Verbände geben Leitlinien für Werbung heraus

V.S.I.: Leitlinien für E-Zigaretten Werbung

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Der Krieg der PöLa

Wer schon länger der leckeren Wolke frönt und den Kampf der Wolkenhasser gegen die Dampfe verfolgt hat, der kennt sie: Frau Dr. Martina Pötschke-Langer. Bis 2016 war sie Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention im Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). Leider hatte sie sich 2016 aber nicht in den Ruhestand verabschiedet, den sie sich bestimmt voll und ganz verdient hätte und den ihr auch sicherlich jeder Dampfer gönnt, sondern sie übernahm den Vorstandsvorsitz des Aktionsbündnis Nichtrauchen e.V.

Da wurde es zwar ein wenig ruhiger um sie, aber wirklich weg war die Kämpferin gegen die Wolke nie. Ganz im Gegenteil. Und jetzt hat sie bzw. das Aktionsbündnis Nichtrauchen e.V. ein neues Positionspapier zur E-Zigarette rausgebracht. Das besteht aus ein paar wilden Behauptungen und natürlich auch einer Handvoll Forderungen an die Politik.

Es ist wieder ein Meisterwerk der Desinformation geworden, eine Kunst, der Frau Dr. Pötschke-Langer schon zu DKFZ-Zeiten mit Freude und Inbrunst frönte.
Dann gucken wir uns das Ding doch mal an.

Dampfen ist gefährlich, denn…

“… das vom Konsumenten inhalierte Aerosol enthält in Abhängigkeit vom E-Zigarettentyp, der Zusammensetzung des verwendeten Liquids und dem Konsumverhalten verschiedene schädliche Substanzen, darunter atemwegsreizende wie Propylenglykol, krebserzeugende Substanzen wie Formaldehyd und teilweise gesundheitsschädigende Metalle wie Blei und Chrom.”

Propylenglykol ist sogar fast immer in der leckeren Wolke, da ist der “E-Zigarettentyp” ziemlich Schnuppe. Nur will die liebe Frau Dr. Pötschke-Lange einfach nicht kapieren, dass da nix mit “atemwegsreizend” ist. Es mag ihr persönliches Mantra sein, wahr wird’s dadurch trotzdem nicht. Aber Realität ist eben nicht ihr Geschäft, sondern der Kampf gegen die Wolke mit allen Mitteln. Da erfindet man eben auch mal schnell eine “Atemwegsreizung”… die noch nicht mal die ECHA gesehen hat und flugs unserem Grundstöffchen Unbedenklichkeit bescheinigte.
Doch da sind ja noch Böslinge wie Formaldehyd und Metalle im Nebel. Und da muss ich leider zugeben: Das stimmt.
Was das Aktionsbündnis nur leider hier irgendwie nicht wichtig findet, ist, wie viel davon tatsächlich im Gewölk steckt. Bei den Metallen muss man nämlich teilweise einige Liter Liquid am Tag wegpaffen, damit der Grenzwert für inhalative Medikamente überhaupt angekratzt wird. Und Formaldehyd und Co. entsteht bei der Dampfe über den Tag weniger, als du in der gleichen Zeit ganz normal so auspustest… ohne Dampfen. Der Mensch ist also ne fettere “Giftschleuder” als die Dampfe. Gefahr “Nebenmann”!

Für diesen Stuss mit den Schadstoffen wird als Referenz übrigens keine Studie genannt, die tatsächlich was nachgewiesen hat, sondern eine, die sich einfach nur andere Studien angeguckt hat. Das blöde dabei: Denen war’s Latte, ob die jetzt ne vernünftige oder eine Schrottstudie vor sich hatten. Da ging’s nur um die Menge, nicht die Qualität. Tatsächliche Aussagekraft hat diese Blättersammlung eher weniger.
Aber das mit den Referenzen ist in dem ganzen Papier sowieso ne knuffige Sache, kommen wir noch drauf zurück. Weiter geht’s.

“… E-Zigaretten enthalten meist Nikotin. Nikotin macht abhängig und aus Tierversuchen ist bekannt, dass es das Wachstum von Tumoren fördern und während der Schwangerschaft die Hirnreifung des Ungeborenen beeinträchtigen kann.”

Hier wird wieder eine der Lieblingsbehauptungen von Wolkenhassern in die Welt geblasen: Nikotin macht abhängig. Das Problem an der Sache ist nur, dass es dafür nicht den kleinsten Beweis gibt. Das konnte echt noch nirgendwo nachgewiesen werden, noch nicht mal in Tierversuchen. Es sieht eher so aus, dass, wenn einer noch nie was mit Nikotin zu tun gehabt hat und der donnert sich jetzt das Zeug mit der Dampfe in den Balg, dann ist da nix mit Abhängig.
Aber das Aktionsbündnis hat natürlich auch hier wieder eine Referenz zu einer Studie. Blöderweise ist das keine, die tatsächlich das Abhängigkeitspotenzial von Nikotin untersucht hat, sondern in der einfach nur steht, was Nikotin so macht… und zwar, wenn’s im Tabak steckt.
Jupp, in der Studie geht’s nämlich um Nikotin im gerollten Blätterwerk, das hat mit der Dampfe so viel zu tun, wie ein Regenwurm mit dem Brenner Basistunnel. Es steht sogar in der Studie direkt drin, dass zur Abhängigkeit viel mehr gehört, als nur Nikotin. Geile Tomate.

Aber Nikotin ist ja auch sonst voll böse… oder!?
Also, öhm… nicht so wirklich. Ja, es gibt Hinweise darauf, dass Nikotin das Wachstum bestehender Tumore fördern könnte. Aber erst mal muss man dafür überhaupt schon diese fiesen Dinger im Körper haben und dann ist das auch noch alles andere als sicher.
Und man hat übrigens tatsächlich herausgefunden, dass Nikotin die Hirnreifung von Ungeborenen beeinträchtigt… bei Tieren. Und bei ziemlich heftigen Mengen von dem Zeug.
Ich bin mal so dreist und behaupte, dass sich die Gehirne von Mäusen und Menschen so’n bissel unterscheiden… nicht bei jedem, okay, aber so in der Masse. Was wir außerdem wissen, ist, dass Mäuse generell ziemlich anders auf Mister Nik reagieren. Am Menschen konnte man zumindest bis jetzt noch nix von dem ganzen Zeug beobachten.

“… zur Wirksamkeit von E-Zigaretten als Hilfsmittel zum Rauchstopp ist derzeit noch keine eindeutige Aussage möglich. Aktuell werden E-Zigaretten im Rahmen der leitliniengestützten Tabakentwöhnung nicht empfohlen. Einige Fachgesellschaften vertreten die Position, dass E-Zigaretten zum Rauchstopp versucht werden können, wenn eine leitliniengestützte Tabakentwöhnung erfolglos geblieben ist.”

Mal abgesehen davon, dass es vollkommen wurscht ist, ob die Dampfe als Rauchentwöhnungsmittel taugt,… hat ja mit der Schädlichkeit nix zu tun… gibt’s mittlerweile einige Studien zu dem Thema, die oberklar zeigen, dass die Dampfe doppelt so gut wirkt, wie Pflaster, Kaugummi und Co.
Dass in Deutschland keiner die leckere Wolke zur Rauchentwöhnung empfiehlt, sagt ja irgendwie nur, dass viele Leutchen bei uns den letzten Schuss noch nicht gehört haben. Mehr nicht. Es sagt nix darüber, ob Dampfen für “Kippenjunkies” jetzt Sinn macht oder nicht.
Ich kann ja auch nicht einfach raushauen: Bananen machen Verstopfung, weil ich die selber nicht als Abführmittel empfehle.

Und zum guten Schluss noch mal, damit das auch wirklich jeder mitkriegt:

“… auch wenn E-Zigaretten im Vergleich zu Tabakrauch erheblich weniger Schadstoffe enthalten, bedeuten sie für ihre Konsumenten – insbesondere für Jugendliche – eindeutig eine Gesundheitsgefährdung.”

Nur mal zum Mitschreiben: Dieses “erheblich weniger Schadstoffe”, von dem die hier tippseln, sind 99 bis 100 Prozent weniger. Was bitte für eine Gefahr bleibt denn da noch!?
Außerdem wird das mit der Schädlichkeit ja nicht einfach wahr, weil’s hier immer wieder steht. Wir sind ja nicht im Träumdirwasland. Wär schon schön, wenn auch irgendwelche Belege für diese Gesundheitsgefährdung rausgekramt würden. Tja, in diesem bedruckten Origami… Pustekuchen.
In dem ganzen Machwerk findet man nicht gerade viele Belege für irgendwas.

Trotzdem folgt natürlich jetzt die Forderungstirade.

  1. Schutz der Jugend durch konsequenten Vollzug des Jugendschutzgesetzes und Verbot von Produktbeschreibungen, die Jugendliche in besonderem Maße ansprechen
  2. Verbot des Zusatzes von suchtsteigernden Substanzen; kontinuierliches Monitoring und Prüfung von Zusatz-und Aromastoffen hinsichtlich gesundheitsschädlicher und suchtsteigernder Wirkung
  3. Umfassendes Werbeverbot für E-Zigaretten
  4. Verwendungsverbot in Nichtraucherbereichen
  5. Besteuerung von E-Zigaretten deutlich über dem Mehrwertsteuersatz
  6. Übernahme der Entsorgungskosten für die durch den Konsum von E-Zigaretten entstehenden Abfälle durch die Industrie
  7. Politische Einflussnahme der Hersteller und Händler von E-Zigaretten, sowie ihrer Lobbygruppen transparent machen und eindämmen

Klar, man kann darüber diskutieren, ob das mit dem Jugendschutz beim Dampfen überhaupt Sinn macht. Aber da’s im Moment nun mal so ist, dass für die kleinen Racker die leckere Wolke verboten ist, muss das mit dem Jugendschutz auch klappen. Und das tut es im Land zwischen Rhein und Oder jetzt schon ziemlich gut. Man kann immer besser, aber Alarm ist da nun echt nicht.
Und wenn das mit dem Jugendschutz klappt, dann braucht man sich um Produktbeschreibungen keinen Kopp machen und erst recht ist ne Steuer Schwachsinn, die unsere Kleinen schützen soll. Genauso ist es hirnrissig, dass man für ne Sache, die harmloser als Cola ist, keine Werbung machen darf.

Dass die Dampfe in das Nichtraucherschutzgesetzt soll, ist mal der Oberblödsinn. Hier verweist das Papier auch nur auf einen Schrieb der sogenannten Innenraumhygienekommission von 2016, wo aus Nebel Feinstaub wurde und die Flüssigkeitströpfchen schädlich waren, weil… öhm… sie da waren. Wundert mich, dass noch nicht vorm Kochen oder nebligen Herbsttagen gewarnt wurde.
Wir reden hier immer noch über Disconebel mit Geschmack. Es kann jeder mit nem IQ eines Misthaufens erkennen, dass das ein riesiger Hirnfurz ist. Wir wissen mittlerweile, dass der Nebel aus der Dampfe niemandem was tut, da ist nix unsicher. Es muss also keiner vor irgendwas geschützt werden.
Hier geht’s der Frau Dr. Pötschke-Langer auch nicht um Schutz. Sie will einfach nur, dass die Leute Angst vor Dampfern haben und sie für Massenmörder halten. Hat ja bei den Rauchern auch schon funktioniert.

Lustig wird’s bei Punkt sechs. Ich zitiere mal aus der Begründung:

“Durch die aus Plastik, Metall und Batterie/Akku bestehenden Grundgeräte und die zahllosen Nachfüllfläschchen entstehen große Mengen an Sonder-und Plastikmüll.”

Mal abgesehen davon, dass Akkus sowieso vom Händler zurückgenommen werden und Elektroschrott überall bei Wertstoffhöfen meistens kostenlos ein seliges Ende finden… Plastikmüll? Echt jetzt?
Der Gesetzgeber zwingt die Hersteller und Händler, alles in kleine 10ml Minifläschchen zu füllen, und dann sollen die für diesen Unsinn auch noch in die Tasche greifen? Konfettikanone!

Ein Punkt, den ich allerdings wirklich okidoki finde, ist der letzte. Transparenz find ich super, nicht nur bei Windschutzscheiben. Aber dann für alle. Dann müssten die vom Aktionsbündnis auch mal damit rausrücken, dass damals die Pillendreher von Novartis das Bündnis über eine Agentur gegründet haben, damit sie ihre Nikotinpflästerchen besser verkaufen können. Ich wäre nicht gerade überrascht, wenn noch heute lustig die Rubel von den dicken Pharmafirmen rollen würden.
Es würde zumindest erklären, warum dieses Bündnis so einen gequirlten Kuhkot raushaut.

Eigentlich sollte man dieses Machwerk noch nicht mal ignorieren… Nur leider dürfte das aktuell auf jedem Schreibtisch von den Leutchen im Bundestag landen. So pumpt Frau Dr. Pötschke-Langer die Abgeordneten weiter voll mit Halbwahrheiten, falschen Behauptungen und verdrehten Tatsachen.

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Positionspapier des Aktionsbündnis Nichtrauchen e.V. zu E-Zigaretten (PDF)

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Das falsche Schlachtfeld

Da soll’s ja eine Epidemie geben in den Staaten. So’n ganz fettes Ding. Fast alle Kiddies nuckeln an Juuls und können ohne Nikotin nicht mehr leben, verticken sogar ihre Nikies, um sich den Stoff aus dem Pod zu besorgen. Jo… öhm…
So dröhnt es zumindest aus den Propagandatröten der FDA. Dass das alles absoluter Blödsinn ist, kümmert in den USA schon keinen mehr, der Krieg gegen den leckeren Nebel läuft auf Hochtouren. Da wird vor allem gegen die Aromen im Wolkentonikum geschossen und neuerdings steht sogar im Raum, dass man die Podsysteme generell verbieten will. Alles nur, um die Kiddies vor etwas zu schützen, was die eh nicht kaufen dürfen.

Zusammen mit der Juul schwappte diese Panikwelle jetzt über den Teich und allen bibbern die Knie, weil bei uns bald nur noch jugendliche Nikotinzombies durch die Straßen sabbern. Angelockt von Mango, Crème brûlée und Gummibärchengeschmack, werden Millionen von Halbstarken durch die leckere Wolke zu willenlosen Nikotinjunkies. Klare Sache.

Okay, das mit dem “abhängig von Nikotin” ist schon Kuhmist, es gibt nämlich null Belege dafür, dass Leutchen, die noch nie dem Mister Nik gefrönt haben, überhaupt von dem Zeug abhängig werden. Aber davon ab, gibt’s noch’n klitzekleinen Anker an der ganzen Geschichte: Jugendliche dürfen gar nicht dampfen. Die dürfen sich das Zeug noch nicht mal im Laden oder im Internetz krallen. Aber da komm ich gleich noch drauf.
Aktuell wird nämlich auch im Land der Brunhilde… oh mein Fagott, er hat es gesagt… über Aromen in Liquids gebrabbelt, denen unsere kleinen Kiddies hilflos verfallen könnten. Also ehrlich, muss denn ein Liquid für Erwachsene echt nach Gummibärchen oder Marshmallows schmecken? Und überhaupt, nicht nur die Aromen. Was sollen denn diese ganzen bunten Verpackungen, die mehr nach Kindergeburtstag als nach gepflegter, nebliger “Herrenrunde” aussehen? Und Akkuträger, die einen an Batmobil oder Spinnenmännchen erinnern? Ist doch alles Kinderkram. Warum macht man so was? Ist das echt in Ordnung? Ja.

Weil es Erwachsenenzeug ist!

Denn da kämen wir wieder drauf: Dampfen ist ab 18. Das ist zwar in meinen Augen Unsinn, aber nun mal aktuell Tatsache. Und das heißt, es ist vollkommen wurscht, wonach was aussieht oder schmeckt. Es ist oberlatte, ob das auch Kinder toll finden würden. Sie können es eh nicht kaufen. Zumindest, wenn das mit dem Jugendschutz funktioniert. Und das wär dann nämlich auch der Mops im Dackel.
Diese ganze Diskussion geht voll am Thema vorbei. Das Problem ist nicht das Leckerschmecker im Liquid oder lustig bunte Akkuträger, sondern ganz einfach, ob das mit dem Jugendschutz klappt.
Und mal ganz ehrlich, in se gudd old Bundesrepublik klappt das ziemlich supi. Klar, besser geht immer, aber so grundsätzlich haben wir das ganz gut drauf. Kennt doch jeder, der schon mal versucht hat, in seinem Dampfershop im Netz Watte zu kaufen. Erst mal den Perso rauskramen und brav die Zahlenkolonne eintippen, bevor da irgendwas geht. Und die nette unterbezahlte Fachkraft von DHL starrt dich nicht so an, weil sie dich gleich vernaschen will, sondern weil die dir dein Päckchen nur geben darf, wenn du schon mindestens 18 Lenze zählst.
Im Automaten gibt’s Dampferzeug eh noch nicht und im Dampfshop um die Ecke schmeißen sie dich meistens gleich wieder raus, wenn du noch keine Haare am Sack hast… oder an anderen Geschlechtsteilen.

Was soll also dieses ganze Gebrabbel, dass Verpackungen von Wolkensuppen bloß nicht zu kindisch daherkommen dürfen? Wenn’s nach fruchtigen Lutschbonbons schmeckt oder ner spritzigen Melone, dann darf man das der Verpackung auch ruhig ansehen. Oder wenn das lecker Liquid an Sachen aus der Kindheit erinnert… solange man nicht auf Markenrechte nen Haufen setzt, ist das voll in Ordnung. Auch Erwachsene sind Kinder… zumindest gewesen.
Mit der Verpackung muss ich den Nachwuchs nicht vorm leckeren Disconebel schützen, das macht schon Pappa Staat mit’m Gesetz.

Das mit der Selbstzensur ist Ziegenexkrement! Nur weil wir nicht wie Kinderverführer aussehen wollen? Weil wir Dampfer schön die Füße stillhalten müssen, damit uns die Berliner Rasselbande nicht drauf tritt? Aber die treten sowieso, egal, was wir machen.
Unser Wolkentonikum macht wahrscheinlich weniger Aua als “Nimm 2”, soll aber aussehen wie ne Flasche Schnaps.

Wobei… nee, nicht wie Schnaps. Bei Alkohol ist das alles ja ne ganz andere Sache. Da ist es voll knorke, wenn Wodka nach Erdbeeren, Wassermelone oder Nuss-Nougat schmeckt. Gin darf mit einer voll erwachsenen Marshmallownote daherkommen und ne 25er Packung kleiner Likörchenflaschen natürlich aussehen, als seien die der Stimmungsmacher für den nächsten Kindergeburtstag.
Das geht alles voll in Ordnung, ist schließlich Erwachsenenzeug. Und auf’m Kindergeburtstag gibt’s ja natürlich keinen Alkohol, nur Kindersekt und Kinderbowle… da können die kleinen schon mal “trocken” üben.

Jeder, der einen höheren IQ als das RTL-Vorabendprogramm hat, kapiert, dass Erwachsene auf Fruchtiges und Süßes stehen… nicht nur in der Mon Chéri Zeit. Für viele ist das jammi Brausebonbonliquid einfach auch wichtig, damit sie nicht mehr zum gerollten Blätterwerk greifen. Leckerschmecker gehört zum Dampfen wie Räder an’s Auto. Außerdem reden wir hier über was, das harmloser als Cola süppeln und mal heftig weniger schädlich als Alkohol ist, den die Kiddies sich sogar schon mit 14* in den Leib schütten dürfen.

Es wird Zeit, dass wir ernsthaft und sachlich darüber reden, ob das mit dem Jugendschutz bei leckerem Disconebel überhaupt Sinn macht. Bis es soweit ist, sollten wir uns nicht mehr von Ideologien verarschen lassen, sondern wieder das Ding auf dem Hals benutzen und wenigstens auf dem richtigen “Schlachtfeld” tanzen.

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* Nach §9 Absatz 2 des JuSchG ist es Jugendlichen (also ab 14) erlaubt, in Beisein eines Erziehungsberechtigten Bier, Wein oder Schaumwein zu kaufen und zu konsumieren.

Vapoon: Lasst die kleinen dampfen

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Nessie im Verdampfer

Wenn’s darum geht, ob die leckere Wolke ernsthaft Aua macht, dann ist es regelrecht pervers… und das schon seit langem. Angefangen hat’s, als die Wolkenhasser sich von Logik und Sachlichkeit verabschiedeten. Als sie es geschafft hatten, den Spieß umzudrehen, als sie nix mehr beweisen mussten, sondern nur noch mit Behauptungen um sich warfen. Und das klappt jetzt schon verdammt lange.

Normalerweise ist es ja so, wenn ich was behaupte, dann muss ich das auch halbwegs beweisen können, sonst ist das nur irgendein dummes Geschwätz. Denn behaupten kann man echt viel: Merkel ist ein Reptiloid, Elvis ist nicht tot, sondern hatte ne Geschlechtsumwandlung und heißt jetzt Cher, Sauerteig macht man aus Zitronen oder von Bananen kriegt man nen krummen Dödel… auch Frauen. Kann ich alles behaupten, freie Welt und so. Nur wird’s mir zurecht keiner glauben und furchtbar nett lächelnde Männer werden mich in ein Habmichlieb-Jäckchen stecken und in einem gepolsterten Raum verwahren.

Aber was hat das mit der Dampfe zu tun? Ganz einfach, bei der wird auch lustig drauf los behauptet, ohne einen Fitzel an Beweis. Warum das bei der Dampfe klappt? Weil kein Schwein Beweise erwartet. Die Wolkenhasser haben nämlich was echt dolles geschafft, die haben die Beweislast umgedreht. Die behaupten Sachen und verlangen von den Freunden der leckeren Wolke, dass die das dann widerlegen. Geile Tomate.

Das ist so, als würde ich raushauen, es gibt Nessie und das Vieh könnte sich irgendwann mal ein paar Schwimmer als Hauptgericht holen. Also heftige Gefahr! Aber da leg ich jetzt natürlich keinen Beweis für auf’n Tisch, nöpp. Ich sag einfach, dass man erst mal das Gegenteil beweisen soll. Bis dahin lass ich vorsichtshalber im Loch Ness das Schwimmen verbieten. Man weiß ja nie.
Jetzt versuch mal zu beweisen, dass da kein Monster im Tümpel ist… viel Spaß. Und genau so funktioniert das bei den Wolkenhassern.

Klar, in der echten Welt funktioniert dieser Blödsinn bei Nessie natürlich nicht. Denn mal ehrlich, ist doch echt heftig unwahrscheinlich, dass in dem kühlen Nass ein Monster aus der Kreidezeit überlebt hat. Ich meine, so’n Viech ist nicht gerade klein und die wird’s ja wohl auch nicht als Singles geben… ohne Fortpflanzung ist da nämlich recht schnell Ebbe mit der Population. Trotzdem ist bis heute keinem Wissenschaftler so ne Herde von den possierlichen Tierchen über’n Weg gewatschelt. Gibt also genug Gründe, warum das mit Nessie einfach nur ne Schnapsidee ist. Eben ne Touristensache, mehr nicht.
Wer’s trotzdem glaubt, ist ein Spinner. Völlig egal, dass man nie hundertprozentig sicher beweisen wird, dass da keine Urzeitechse im Tümpel plätschert… müsste man schließlich schon das ganze Wasser abpumpen.
Das sagt einem das Ding auf’m Hals, dass so was schlicht Kappes ist. Und an ein Badeverbot, nur so vorsichtshalber, würde im Traum keiner denken… noch nicht mal für die kleinen Kiddies.
Wer trotzdem behauptet, da wär’n Monster im Loch, der müsste schon echt fette Beweise liefern, um mehr als nur ne Handvoll Spinner zu überzeugen.

Aber bei der Dampfe ist das irgendwie alles anders. Dabei ist’s die gleiche Soße. Wir wissen, was im Liquid ist, wir wissen, was in der leckeren Wolke ist und wir wissen, dass das alles harmloses Zeug ist. Da gibt’s also nicht einen logischen Grund, warum die Dampfe ernsthaft Aua machen sollte, nicht den kleinsten  Hinweis, dass da’n Monster im Nebel ist.
Trotzdem kommen die Wolkenhasser damit durch, wenn die ohne Beweise irgendeinen Unsinn raushauen, einen auf “könnte aber sein” machen und das kleinste, unwahrscheinlichste theoretische Risiko zu nem Jumbojet aufblasen. Beweise liefern sollen die Dampfer. Der Angeklagte darf gucken, wie er seinen Kopf aus der Schlinge kriegt… Konfettikanone.

Mit dieser Nummer kommen die nur aus einem Grund durch: Dampfen sieht aus wie Rauchen. Da sind Wolken und wir haben ja alle gelernt: Wolken sind böse.
Dampfen ist nur eben kein Rauchen, Wolke hin oder her. Beim einen geht’s um Nebel, beim anderen um Rauch.
Das ist etwa so, als wenn du bei Nebel lieber in der Hütte bleibst, weil’s draußen irgendwie nach Waldbrand aussieht. Manche wollen einfach den Unterschied zwischen Rauch und Nebel nicht in ihre Birne kriegen.

So richtiger Kuhkot ist, dass auch noch viele Dampfer den Blödsinn mitmachen. Von denen kommt dann ständig “ist bestimmt schädlich” oder “besser als Zigarette, aber auf keinen Fall gesund” und so’n Tinnef. Fragst du dann, was denn da schädlich sein soll, dann kommt immer nur: “Beweis mir doch, dass es nicht so ist”. Verdammte Hacke, das ist nur noch krank. Wenn sich Freunde der leckeren Wolke für dumm verhökern lassen wollen… Bitte. Aber die sollen aufhören, andere Leutchen zu verarschen, die eben nicht an Nessie im Nebel glauben, ohne dass man ihnen echte Fakten vor den Riecher hält.

Es ist nicht Job der Dampfe, zu beweisen, das sie harmlos ist. Du darfst der Dampfe gern ans Bein pinkeln, aber dann komm wenigstens mit was Handfestem, dann liefre mehr als schrottige Behauptungen.
Wenn da wirklich was mit Aua ist, dann bin ich der erste, der das auch wissen will. Nur eben kein rumgeeier mit theoretischen Elefanten und aufgeblasenen Konjunktiven. Passieren können kann fast alles. Könnte auch sein, dass ich morgen im Lotto gewinne, ich bestell mir trotzdem nicht gleich ne Kackschale aus Gold.

Gucken wir doch mal auf die fettesten Klopper, die uns immer wieder um die Ohren gedonnert werden und wo die so auf dem “Nessiemeter” stehen:

Fangen wir mit ner Sache an, die sich zu nem echten Klassiker gemausert hat: Propylenglykol ist Atemwegsreizend.
Gibt’s nicht eine Studie, die das zeigt, nicht ein wissenschaftlicher Beweis, dass da echt was dran wär. Im Gegenteil, hier grätschte die ECHA den Wolkenhassern sogar noch in die Weichteile und gab dem nebligen Stöffchen einen Persilschein. Trotzdem wird dieser Stuss immer wieder aus dem Hütchen gezogen. Ganz eindeutig zehn von zehn Punkten auf dem “Nessiemeter”.

Oder mal zu unserem lieben Mister Nik: Nikotin ist ungesund.
Klingt erst mal irgendwie logisch. Aber nur für Leutchen, für die Nikotin und Qualmen dasselbe ist. Guckt man sich das Stöffchen alleine an, fehlt’s schlicht an Beweisen für ernsthaft Aua. Das einzige, was die Feinde der leckeren Wolke haben, sind mehr als wackelige Studien und hübsch zusammengeschusterter Wissenschaftsmüll. Echte, wasserdichte wissenschaftliche Belege? Fehlanzeige. Im Gegenteil, Nikotinpflästerchen und Kaugummis verkaufen die gleichen Leute als sicher, die das Nikotin in der Dampfe als Massenvernichtungswaffe verteufeln. Logisch geht anders. Das katapultiert diesen Schwachsinn doch recht hoch auf dem “Nessiemeter”.

Nicht fehlen darf natürlich: Nikotin macht abhängig.
Das mit der Abhängigkeit ist echt’n weites Feld und komplizierter als die Falttechnik von Beipackzetteln. Aber wenn’s nur um das Zeug an sich geht, nur um den Mister Nik, dann ist’s auch hier mit klaren Beweisen Essig. Wenn man sich mal vorknöpft, was wir an Fakten so haben, dann sieht’s eher so aus, als ob da nicht viel ist mit Abhängigkeit. Auf jeden Fall sind wir von Heroin mal heftig weit weg und tummeln uns eher irgendwo bei Koffein. Ich meine, gibt ja doch verdammt wenig Nikotinjunkies, die Pflasterlutschend unter irgendwelchen Brücken rumlungern. Auf jeden Fall obere Hälfte auf dem “Nessiemeter”.
Aber das kümmert die Kämpfer gegen den Nebel nicht die Bohne. Bei denen werden Kiddies durch ein 08/15-Podsystem reihenweise zu Nikotinjunkies, ohne auch nur einen blassen Dunst an Fakten.

Und da wären wir auch schon bei: Durch die Dampfe werden Jugendliche zum Rauchen verleitet.
Dieser Stuss ist doppelt deppert. Da gibt’s nämlich nicht nur keine Beweise für, sondern das ist ne Sache, die kann man eigentlich gar nicht beweisen. Wie soll man denn beweisen, dass so’n Halbstarker, der erst dampft und dann raucht, nicht auch ohne Dampfe zur Kippe gegriffen hätte?!
Aber die Reihenfolge hat man in den meisten Studien noch nicht mal. Da weiß man nur, wer dem gerollten Blätterwerk und wer der leckeren Wolke frönt. Was zuerst da war, weiß keine Sau. Kann also gut sein, dass ein Kiddie durch die Dampfe nur seine Fluppen losgeworden ist, so’n Weißkittel aber daraus genau das Gegenteil strickt. Das Ding mit dem “Gateway” ist im “Nessiemeter” ziemlich an der Spitze, es gibt nämlich einen Haufen Studien, die ganz klar zeigen, dass das schlicht Unsinn ist. Es gibt keinen Gateway-Effekt, egal, wie oft die Wolkenhasser das auch raushauen.

Zum Schluss noch die Bombe unter den Pistolen: Dampfen ist schädlich.
Das wird immer wieder einfach so in die Landschaft geschubst. Und irgendwie schlucken das alle am liebsten, sogar die Dampfer. Glaubt man eben schnell, sind ja Wolken, die können gar nicht harmlos sein.
Na klar, könnte theoretisch auch sein, dass doch was Aua macht im Nebel… man weiß ja nie, so Pferde, Apotheken und Magenverstimmung.
Gibt’s nur eben keine Beweise für. Die Soße ist kein Fakt, sondern ganz schlicht ne Behauptung. So ne Sache wie das mit Nessie, nur, dass es alle einfach glauben. Und weil’s so gut klappt und sogar die Dampfer den Kloß schlucken, ohne dass sie dafür Beweise brauchen… Auf jeden Fall auch die volle Punktzahl auf dem “Nessiemeter”.

Also, ich hab echt nix gegen Kritik am köstlichen Nebel und will auch keinen auf Strauß machen… so Kopf, Sand, die Sache. Scheuklappen haben noch nie was gebracht und wenn’s da was gibt, müssen wir das wissen. Aber was bis jetzt von den Antiwolkenaktivisten aus dem Hut geholt wurde, waren fast nur faule Tricks und wilde Lügen. Denen geht’s nicht darum, ob die Wolke wirklich was böses anstellt, die wollen einfach nur, dass keiner mehr Wolken macht.
Deshalb haben wir bescheuerte Gesetze und Regulierungen, in den USA einen regelrechten “Krieg” gegen die Dampfe und sogar Länder, in denen gequalmt werden darf bis zum abwinken, aber du wegen ein paar harmloser Dampfwolken ins Kittchen wanderst.
Das wird sich solange nicht ändern, solange wir zulassen, dass die Wolkenfeinde mit ihrer Nummer durchkommen. Wenigstens sollten wir damit aufhören, da auch noch mitzumachen.

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Die dunkle Seite schlägt zu

Das “Zentrum der Gesundheit” hat sich von einem Video, dass Simon (V.S.I.) zu einem Artikel vom Oktober letzten Jahres gemacht hat, derbe ans Bein gepinkelt gefühlt. Ich würde mal sagen, war wohl ein Treffer. Leider scheinen solche Menschen, auf deren Seite du alles von Chlorella Algen bis Yacon Sirup kriegst, nur keine vernünftigen Infos… lediglich meine bescheidene Meinung *grinsesmiley*… ziemlich Kritikresistent. Warum auch immer, sie fühlten sich genötigt, Simon erst mal ne Abmahnung ins Haus flattern zu lassen, was er gestern auf der Facebookseite von V.S.I. mitgeteilt hat:

Ich habe das Licht und Schatten Video “Das Zentrum der Gesundheit und die Sache mit dem Formaldehyd” grade offline genommen.
Ich bin wegen einzelner Inhalte des Videos abgemahnt worden.
Ich werde damit natürlich zeitnah zum Anwalt und ggf. heute Abend beim Dampfsportdojo ein paar Takte dazu sagen.
Ob der Rechtsschutz das übernimmt wird sich zeigen, YouTube/Soical Media ist da ggf. nicht mit drin. Wenn nicht muss ich schauen, wie ich das stemme.

Es geht um diesen Artikel von denen (über Archive.org, besser is). Ich hatte mir damals gespart, über das Machwerk was zu schreiben, war mir einfach zu blöd. Da wird ne ziemlich schwache Studie mächtig aufgeblasen. Und klar war die Dampfe für das “Zentrum” schlimmer, als die Nachgeburt des Leibhaftigen. Aber um den Artikel geht’s mir jetzt hier gar nicht. Wie schon der Valentin sagte: Nicht mal ignorieren. Trotzdem fand ich’s gut, dass auf V.S.I. ein Video dazu raus kam.

Das Problem ist jetzt nur, dass die dem Simon nen Haufen auf den Teppich legen wollen, für ein Video, das in meinen Augen voll korrekt war. Um was es genau in dem Video bei der albernen Abmahnerei geht, weiß ich natürlich auch nicht aber das spielt auch erst mal keine Rolle.
Ich find’s einfach nur echt arm, dass die überhaupt so einen Unsinn veranstalten. Wenn Ideologie auf Verstand trifft, dann wird’s eben oft einfach nur lächerlich.
Klar ist, dass die Freunde der Wolke, die sich in der Fratzenkladde rumtreiben, wissen, was sie an Simon haben und ihn nicht hängen lassen werden. Und das sind viele! Einer, der genau weiß, was für einen Unsinn das “Zentrum der Gesundheit” meistens raushaut, hat auch gleich klar Stellung bezogen. Dr. Bernd Mayer, die meisten Dampfer werden ihn kennen, hat bei Facebook fix ein Statement abgegeben… das Facebook bereits nach acht Minuten wieder sperrte. Grund war, dass es gegen die Gemeinschaftsstandards verstoßen würde. Mettbällebad!

Ich hab denen mal eine Foto gemeldet, ich will’s eigentlich garnicht beschreiben… naja, sagen wir mal, es waren Köpfe drauf zu sehen, denen irgendwie Körper drunter fehlte. Das war für die Fritzen von FB voll okay. Aber so’n Text mit sachlicher Kritik… irgendwo gibt’s aber auch Grenzen. Also ehrlich.
Gut, ich weiß nicht, was die am Ende von Facebook geritten hat aber Bernd wäre nicht Bernd, wenn der das einfach so stillschweigend hinnehmen würde. Wahrscheinlich hätten’s schon ein paar Leute mitbekommen, was der Grazer Professor da zu sagen hatte, aber nu sind’s erst recht viele, weil der Text jetzt nicht nur im Zuckerbergschen Netzwer zu finden ist, sondern an nem Haufen anderer Orte runtergeladen werden kann… wie zum Bleistift jetzt auch hier.
Für alle, die nix runterladen wollen,… weil’s die Religion, die Schwiegermutter oder watt weiß ich was verbieten… hier mal der Text von Bernd Mayer, den er am 15.01.2019 auf Facebook gepostet hatte… zumindest für acht Minuten… zum direkt lesen:

Das Zentrum der Gesundheit hat sich Ende 2018 mit (mindestens) zwei Horror-Beiträgen über E-Zigaretten bemerkbar gemacht. So wurde u.a. vor den krebserregenden Stoffen im Dampf gewarnt und – entgegen der Evidenz aus allen verfügbaren klinischen Studien – behauptet, das Dampfen würde die Lunge schädigen. Möglicherweise haben sie da Menschen und Mäuse durcheinander gebracht.

Verständlich, dass Simon Bauer ein Video über diesen Quatsch gemacht hat, in dem er klipp und klar gesagt hat, was Sache ist. Nunmehr hat er berichtet, dass er von den mit diesem “Zentrum” assoziierten – und von ihm kritisierten – Heilpraktikern abgemahnt wurde. Die haben offenbar Angst vor sachlicher Kritik, die Umsatzverluste zur Folge haben könnte. Mir ist es nach öffentlicher Kritik esoterischer Heilverfahren in der Vergangenheit ähnlich ergangen.

Die Facebook-Seite dieses “Zentrums” strotzt vor esoterischen Unsinnigkeiten. Es würde zu weit führen, hier alle unhaltbaren Behauptungen aufzuzählen. Als charakteristisches Beispiel für die dort propagierte Pseudomedizin möchte ich die häufigen Empfehlungen zur “Entgiftung”, also Darmreinigung, Entschlackung und dergleichen anführen. Mit diesen für Laien vielleicht plausiblen, aber medizinisch unhaltbaren Schlagwörtern werden gutgläubige Leute zwar nicht geschädigt (sofern sie nicht wirkungslose Entschlackungstees usw. kaufen) aber definitiv in die Irre geführt.

Gefährlich werden die Beiträge von diesem “Zentrum” bei Empfehlungen zur Herstellung eines “natürlichen” Antibiotikums oder Ernährung zur Senkung des Blutdrucks. Damit gaukelt man Leuten mit Aversion gegen die – leider oft erforderliche – “Hardcore-Medizin” Heilkraft der Natur vor und hält diese gegebenenfalls von potentiell lebensrettenden Maßnahmen zur wirksamen Bekämpfung von Infektionen oder Senkung des Blutdrucks ab. Die grottig schlecht recherchierten Artikel über E-Zigaretten passen gut in das Gesamtbild dieser pseudomedizinischen Vereinigung.

Für nähere Informationen zu dem “Zentrum” verlinke ich eine Sammlung von Artikeln auf der Webseite der GwUP und einen Artikel von Psiram. Damit sollten eigentlich alle Unklarheiten beseitigt sein. Simon wird diese Attacke mit Sicherheit unbeschadet überstehen. Ich wünsche ihm jedenfalls alles Gute und bedanke mich für seine klaren Worte.

GwUP: https://blog.gwup.net/tag/zentrum-der-gesundheit/
Psiram: https://www.psiram.com/de/index.php/Zentrum_der_Gesundheit

Klar wird’s der Simon überstehen, aber Scheiße ist das ganze trotzdem. Der holt sich seine Zeit ja nicht im Sechserpack bei Aldi. Und die Kosten, die da auf ihn warten, werden auch nicht gerade zu Jubelsprüngen geführt haben.
Aber es gibt ja auch noch die viel beschworene Community! Zumindest genug Leute, die wissen, dass Simon vor seiner Kamera was wichtiges für sie macht… weit mehr als nur gute Unterhaltung. Und die Maschine läuft auch schon, weswegen Simon heute auf der V.S.I.-Seite einen weiteren Text rausgebracht hat (guckst du auch Aktualisierung unten):

Gestern habe ich euch darüber in Kenntnis gesetzt, dass ich wegen einer Abmahnung ein Video offline genommen habe. Es sieht wohl so aus, als muss ich den Rechtsstreit tatsächlich aus eigener Tasche bestreiten.
Direkt danach hagelte es unter dem Beitrag und auch via Messenger und Email Unterstützungszusagen. Dafür schon einmal vielen Dank. Es tut gut zu wissen, dass es so viele Menschen gibt, denen meine kritischen Beiträge wichtig sind. Das hat mir viel bedeutet.
Wie hoch die Kosten für den Anwalt ausfallen wird sich noch zeigen, aber mindestens ein paar hundert Euro betragen. Sollte da nichts mehr zu machen sein kommt noch ein vierstelliger Betrag dazu, den ich im Rahmen der Abmahnung zahlen müsste.
Sobald ich nach Rücksprache mit meinem Anwalt weiß, inwieweit ich Details der Angelegenheit öffentlich erklären kann/darf werde ich auch noch ein kurzes Video dazu machen.

Ich danke allen, die mich bei der Angelegenheit unterstützen wollen. Spenden könnt ihr hier:

▶▶ https://paypal.me/SimonSSB ◀◀

Bitte fügt in der Nachricht direkt am Anfang noch den Vermerk “#abmahnung” ein, damit ich das entsprechend zuordnen kann.
Sollte am Ende der Angelegenheit Geld übrig sein werde ich dieses gwup | die skeptiker als Spende zukommen lassen. Natürlich wird das dann alles entsprechend transparent gemacht.
Die Spender bleiben dabei anonym, außer sie vermerken in der Paypal Nachricht neben dem #abmahnung noch, dass sie explizit wollen, dass das veröffentlicht wird…was ich dann auch gerne tun werde.

Dampfen ist manchmal mehr als nur eine leckere Wolke, für manche ist es ein täglicher Kampf. Und den kämpft keiner nur für sich.

Aktualisierung >>

Zitat von Simon auf der V.S.I. Facebookseite:

So, kleiner Zwischenstand. Wir sind jetzt kurz vor 1500€. Das heißt selbst wenn mein Anwalt garnix mehr drehen kann wären die Abmahnkosten/Strafe und meine Anwaltskosten schon mal gedeckelt. Ihr seid völlig verrückt und vielen vielen Dank!

PS. Mein Handy eskaliert hier hart wegen der ganzen Paypal Benachrichtigungen brr-brrr-brrr-brr-brrr

Läuft also!

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Vapers.guru über das Zentrum der Gesundheit: Bei Krebs vom Dampfen hilft Kaffee im Arsch

Vapers.guru über “alternative Medizin” (17.01.2019): Die Sache mit der alternativen Medizin

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Ein Jahr verdampft… und neblige Aussichten

Es pladdert und stürmt ohne Ende und das ganze bei knuddeligen zehn Grad. Es muss Weihnachten sein in Deutschland. Das heißt, dass das Ende dräut… also… öhm, das Ende vom Jahr.
Und was gibt’s schöneres, als so’n knackiger Rückblick auf die letzten zwölf Monate und ein zaghafter Blinzler in die Glaskugel für’s nächste Jahr?! Röchtög, nix. Deshalb jetzt…

Fangen wir mit 2018 an. Wirklich dramatisches ist ja jetzt für die Dampfer im Land zwischen Nordsee und Alpen nix gewesen. Sind wir mal ehrlich, in Deutschland leben wir doch so’n Stück weit im Land der Glückseligen. Da hatten die Griechen dieses Jahr nen deutlich fetteren Klopps zu schlucken, als deren Spassberger in Athen schwuppdiwupp mal eben Liquids ohne Nikotin verboten haben. Geile Tomate. So rum hat’s echt noch keiner gemacht. Die goldene Zaunlatte 2018 geht definitiv in’s Land der alten Philosophen.

Die Leutchen aus dem Land der langen Nudel hatten’s bis vor kurzem eigentlich noch blöder. In Italien gab’s nämlich so um die vier Euronen Steuern auf jedes Fläschchen Liquid oben drauf. Dass das von Anfang an ne voll beknackte Idee war, wusste jeder, der sich nicht mit nem Bügeleisen den Scheitel zieht. Aber nu ist das Kasperletheater endlich größtenteils durch. Die Steuern wurden im Dezember recht heftig runtergefahren, auf jetzt nur noch 40 bis 80 Cent. Immer noch Unsinn, aber das kann wenigstens jeder wuppen.

Bei uns war’s, hatte ich ja schon, eigentlich recht stille. Nur Anfang Mai, da ging die Post durchs Gerstenfeld… es war Hall of Vape in Stuttgart. Das Treffen der Treffen, die Messe der Messen. Auf 26.800m2 und mit über 20.000 Besuchern gab’s im beschaulichen Leinfelden-Echterdingen die größte Dampfermesse Europas… und ne echt fette Wolke gleich zu Beginn. Jeder war da: Fast alle deutschen DampfTuber, einige ihrer prominenten Kollegen aus den USA, Bernd Mayer und auch Obi hatte mal wieder die Kamera gezückt. Und nächstes Jahr wird’s noch größer.

Richtig groß war auch die Kakophonie um die Metalle im Nebel. Da wollte uns doch ne Studie Schwermetalle unterjubeln, dass du gedacht hast, könnt ich glatt im Liquidshop nen Schrotthandel aufmachen.
Ende vom Konzert: War zwar was drin, aber nur in so Fitzelspuren. Hat die nicht davon abgehalten, trotzdem voll den Aufriss zu starten. Haben die sich schnell mal die Grenzwerte für Atemluft genommen und da sah’s für die Dampfe natürlich nicht ganz so rosig aus. Is ja auch irgendwie klar, schließlich atmet man so um die 15.000 mal am Tag. An der Dampfe zieht man gerade mal schlappe 300 bis 600 mal… is’n Unterschied.
Aber egal, es wurde natürlich trotzdem auf die ganz große Glocke geprügelt… Alle Dampfer krepieren an verbleiter Lunge und so’n Käse.
Als dann der Farsalinos sich das mal genauer anguckte und das mit was realistischem verglich, so Grenzwerten für Medis, die man sich in den Pneu zieht, da war’s eigentlich schon zu spät. Dass man tatsächlich Literweise Liquid am Tag durchziehen müsste, damit man überhaupt ernsthaft irgend nen Grenzwert streift… So What. Die Sau war durch’s Dorf geprügelt und die Dampfe ne Metallschleuder. Konfettiparade mit Ringelpiez.

Aber die großen Schlagzeilen gehörten sowieso fast immer den Wolkenhassern, da wurde dann der kleinste Furz zum Orkan aufgepumpt. Zum Bleistift der erste “Dampfertote”. Da hatte sich einem Wolkenfreund in Florida doch glatt ein Schrapnell seines Mechmods durch die Birne gedrückt und anschließend war der auch noch abgefackelt. Ist echt Scheiße und tut mir auch wirklich leid um den Kerl… beziehungsweise um seine Angehörigen, er hat’s ja jetzt hinter sich.
Aber was der Blätterwald aus der ganzen Sache gemacht hat… Das haut dem Fass den Deckel in’s Gesicht. Es gibt etliche Millionen Dampfer auf unserem blauen Planeten und dann geht einer hops, weil er nen Mechmod ohne Ausgasungslöcher benutzt hat. Der hat sich also ne Rohrbombe mit Zufallszünder ins Gesicht gehalten. Ne Megastory, endlich der erste Tote durch die E-Zigarette…
Und selbst das BfTG hatte nix besseres zu tun, als das Ding für Panikmache gegen Mechmods und ne Breitseite gegen Bestellungen im Ausland zu missbrauchen. Peinliche Nummer.

Mindestens genau so peinlich war die Sache mit der berühmten Liste aller Produkte, die in Deutschland angemeldet sind… so von wegen TPD und Sechsmonatsfrist. Die hätte das BMEL (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) eigentlich schon vor Jahren raushauen müssen, steht im Gesetz. Naja, egal, dieses Jahr war’s dann soweit… Konfettikanone. Die Liste ist jetzt echt online, nachdem die zwischendurch auch schon mal wieder weg war. Und was soll ich sagen?
Heiliger Kuhkot, was’n Unsinn. Das Ding bieten die ernsthaft als Excel-Datei zum runterladen an. Mal echt voll 90er.
Und die Liste ist so nützlich wie’n Eiskratzer am Arsch. Ich hab da alleine zwölf namenlose “Akkudeckel” gefunden… aber man gut, dass die ordentlich angemeldet sind. Oder der allseits beliebte Ammit RTA, der ist da gleich über 50 mal drin… wusste gar nicht, dass es von dem so viele Versionen gibt.

Ordentlich angemeldet dürfte auch das Monster aus dem USB-Port, der Bucklige Fetter vom Speicherstick, das uneheliche Kind des 10er Legosteins sein: Die JUUL, die ja jetzt auch bei uns über die Ladentheken purzelt. *genervtgucksmiley*
Leckmirschinski, was wurde ein Aufriss um dieses 08/15 Podsystem gemacht. War aber auch ein Profikonzert, das da von der FDA gefahren wurde.
Die FDA läuft in den Staaten sowieso dieses Jahr komplett Amok. Wär die FDA ne Person, die wär schon wegen Psychose gepaart mit Paranoia weggesperrt worden… so als Psychopath im Sicherheitstrakt. An der Spitze Scott Gottlieb, den viele Dampfer im letzten Jahr noch als den nebligen Messias gefeiert haben und der mittlerweile unter dem Druck der Wolkenhasser zusammengebrochen ist. Jetzt gibt’s im Land der begrenzten Unmöglichkeiten nix wichtigeres mehr, als den Kampf gegen die leckere Wolke.
Überall in den Schulen wird nur noch gejuult… also… öhm… von etwa 1,5% der Jugendlichen… und lauter Nikotinzombiekiddies bevölkern die Straßen der Großstädte. Irgendwas in der Art. Und die JUUL ist Schuld. Vollgepumpt mit hochpotentem Flüssignikotin in Salzform macht das kleine Nebelstöckchen die Kinderchens mit dem Geschmack von Mango und Crème brûlée reihenweise zu willenlosen Nikotinjunkies. Kopf, Tisch.
Und alles nur, weil die Dinger mit über 50mg/ml Magic-N vollgetankt sind. Aber nicht mit irgendeinem Nikotin, nein, mit dem sagenumwobenen “Nikotinsalz”… Stille im Konzertsaal.
Wie mir dieses Nikotinsalz auf den Sack geht, echt jetzt. Aber nicht, weil das irgendwie böse, schlimm oder ungesund wär, sondern weil ein Theater um dieses alberne Zeug gemacht wird, dass sich meine Hirnlappen am liebsten gegenseitig erwürgen würden.
Ich meine, das Zeug ist stinknormales Nikotin mit Benzoesäure. Das knallt nicht schneller und macht auch sonst nix anderes, als Nikotin eben so macht. Man muss nicht so doll von Husten, das ist aber schon alles. Und schneller süchtig wird da auch keiner von. Ich meine, wer Espresso trinkt, wird ja auch nicht fixer zu nem Koffeinjunkie, als einer, der sich nur ab und zu mal’n Pad durch die Senseo zieht.
Und der Scheiß wird jetzt schon seit Monaten durch den Blätterwald getrieben, albernes Nikotinsalz, ein stinknormales Podsystem und ein paar Kiddies, die sich harmlosen Nebel durch die Nüstern blasen. Dass die kleinen Racker gleichzeitig immer seltener zum echt gefährlichen gerollten Blätterwerk greifen… muss ja keiner mitkriegen.
Übrigens: Gatewaytheorie am Arsch!

Zum Glück gab’s dieses Jahr auch was, das diesem Stumpfsinn die schüttere Stirn bot. 2018 hieß es: Prof. Dr. Bernd Mayer goes YouTube. Mit seiner Reihe “Dampfen statt Rauchen” gab’s Videos, die Flutlicht ins Dunkel bretterten. Der Mann ist Profi, lassen sie ihn durch!
Endlich mal mit klaren Worten vom Fachmann. Die Fakten über Nikotin, Passivdampf, Nikotinsalz und den Unsinn um die JUUL in einer schönen Reihe. Und da wird noch mehr kommen, im nächsten Jahr… ich freu mich drauf. Echt jetzt.

Dann war da noch was. Zwei Bekloppte sitzen 11 Stunden am Stück vor der Kamera und am Ende rieseln über 56.000 Öcken für den guten Zweck: Charitylion 2.0. Einfach ne geile Aktion. Joeys Bild geht für 900€ raus, eine Brunhilde findet für über 1700€ ein Zuhause und natürlich gab’s auch wieder den teuersten Center Shock aller Zeiten. Bin schon gespannt auf’s nächste Mal.

Nun denn, 2019 kommt und was altes wird uns ne Weile noch an der Hacke hängen, wie’n Klumpen Hühnerkacke: die JUUL. Aber auch neue Themen wird’s geben, nur passieren wird wohl noch nicht so wirklich was. Zumindest in good old Dschörmanie.
Klar, über das komplette Werbeverbot für Tabakwaren und die Dampfe wird’s noch viel Gerede geben, aber am Ende werden weder die Linke noch die Grünen mit ihren Gesetzentwürfen durch kommen. Opposition ist eben Mist.

Auch über ne Liquidsteuer wird bestimmt gequasselt werden, aber vor 2020 bestimmt nix passieren. Das ist ein Thema für die EU und da dauern die Sachen eben. Deutschland wird da mit Sicherheit keinen Solotango tanzen. In Brüssel wird man mit den Gesprächen über die TPD3 anfangen, die sich aber auch noch ein paar Jährchen hinziehen dürften.
Interessant wird sein, ob die Mortler echt die Nikotinobergrenze von 20mg/ml zum Thema machen wird, angestachelt durch den ganzen Blödsinn über die JUUL und Nikotinsalz. Aber konkret passieren wird da 2019 auch wohl nix.
Schon eher wird’s spannend beim Nichtraucherschutz, ob die Berliner Rasselbande die Leutchen echt vor harmlosem Disconebel schützen wollen. Aber so schnell gibt’s da auch nix, Nichtraucherschutz ist schließlich Ländersache. Und so einfach wird der Drops da eh nicht zu lutschen sein.
Bei uns wird also alles erst mal noch so’n bissel vor sich hin plätschern. Der Brunhilde-Hype wird kommen, die DampfTuber kämpfen sich weiter durch die immer gleichen neuen Geräte, stellen das drölfzigste Lemon Tart Liquid vor und werden auch 2019 für genug Beef sorgen.

Mies könnte es auf der anderen Seite vom Teich werden, da hat die FDA die Hand am Sack. Nachdem schon einige Städte Aromen im Wolkentonikum verboten haben… also alles außer Tabak, Minze und Menthol… könnte Gottlieb im ganzen Land dem Leckerschmecker den Kampf ansagen. Einer muss ja die armen Kinder vor leckerem Nebel schützen. Wird noch ne spannende Sache.

Naja, wir werden sehen, was kömmt. Sicher ist, das Dampfen wird bleiben und auch 2019 werden immer mehr Leute den Weg zur leckeren Wolke finden. Der Kampf gegen die ganzen wolkenhassenden Idioten geht weiter und es wird nächstes Jahr wieder genug Schrottstudien geben, die uns an der Kimme jucken werden.
Aber ich verzapfe hier auch 2019 weiter meinen Senf und bin gespannt, wohin die Reise schippert.

So, liebe Wolkenfreunde, das war mein 2018 und der kleine Blinzler in die Zukunft. Macht Euch jetzt erst mal ein lecker wolkiges Fest, lasst die bucklige Verwandtschaft am Leben und schlittert gut ins neue Jahr.

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Noch’n paar Links zu einigen Themen 2018:

Vapoon: Gottliebs erfundene Epidemie – die FDA im Endkampfmodus
Vapoon: Die JUUL und das erfundene Monster
Vapoon: Hirnriss des Tages: Tagesanzeiger
Vapers.guru: Nikotinfreie Liquids verboten!
Vapers.guru: Hall of Vape 2018
Vapers.guru: Giftige Metalle in E-Zigaretten nachgewiesen
Vapers.guru: Liste der angemeldeten Produkte veröffentlicht
Vapers.guru: Sprecht nicht mit der Presse!? [Blog]
Vapers.guru: Komm wir ballern Liquid? Echt jetzt? [Blog]
Egarage.de: Gesetzentwürfe von Links und Grün zu E-Zigaretten
Nebelkrähe.eu: Rezension: Ratgeber E-Zigarette – Einsteigen, Umsteigen, Aussteigen
Nebelkrähe.eu: Verliebt in London – Erstkontakt mit der Juul

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Pippi lügt nicht: Nichtdampfen ist genauso schädlich wie Dampfen

Die Amis haben mal wieder eine Studie rausgehauen… Wenn man sich das Ergebnis mal ganz genau unter die Guckmurmeln nimmt, dann zieht’s dem Lachs die Socken aus.
Aber erst mal zur Studie. Etwa 5.000 Leutchen haben die sich geschnappt und von denen die Strulle genauer untersucht. Das waren 2.411 Raucher, 1.655 Nichtraucher, 792 Dualuser und 247 Dampfer. Und das Pippi von denen haben die jetzt auf so’n paar gefährliche Stoffe untersucht. Das waren die tabakspezifischen Nitrosamine, so Stöffchen, die die fiesen Tumore machen, sogenannte Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe, voll giftige Sachen, flüchtige organische Verbindungen, auch echt böses Zeug, und noch ein paar Metalle wie Blei oder Cadmium.

Na, und wen wundert’s, Raucher waren voll von den Sachen. Die Dualuser sahen auch nicht so supi aus, die hatten so etwa die gleichen Werte im Pippi. Deutlich besser sahen da die Werte der Dampfer aus… echt mal heftig besser.
Okay, man muss ehrlich sein, es wurde trotzdem was gefunden. Aber… na, kommen wir gleich zu.

Der Leiter der Studie, Maciej L. Goniewicz, sagt das so:

“Use of e-cigarettes appears to be associated with exposure to known tobacco-related toxicants, but the exposure is reduced compared with cigarette smoking.” (Auf Deutsch: Die Verwendung von E-Zigaretten scheint mit einer Exposition gegenüber bekannten, mit Tabak in Verbindung gebrachten, Giftstoffen in Verbindung zu stehen, jedoch ist diese Exposition im Vergleich zum Rauchen von Zigaretten geringer.)

Oder ganz einfach: Man findet bei Dampfern Giftzeug, das man schon von der Kippe kennt, aber es ist weniger als beim Qualmen. So weit, so hübsch. Is eben weniger, aber nicht ganz nix. So haben das dann auch schon ein paar Medien verwurschtet… natürlich mit der Betonung auf “nicht ganz nix”.
So ein genuscheltes “weniger schädlich als Rauchen” und ein gebrülltes “aber trotzdem schädlich”. Nur haben die Herrn und Frauen Journalisticos leider vergessen, sich die Ergebnisse der Studie mal genauer anzugucken. Muss man noch nicht mal für lesen können, reicht schon Bilder verstehen… also Grundschuldiplom und so.

Hätten die das nämlich gemacht, wär denen bestimmt ziemlich fix was aufgefallen: Die wolkenfreien Leutchen hatten auch nicht weniger von den bösen Stöffchen in der Lullu als die Dampfer. Oi, da guckst du?!
Gut, außer beim Nikotin… logo… aber das ist ja nun kein böses Stöffchen. Schon bei den tabakspezifischen Nitrosaminen waren die Dampfer auf Wolkenfreiniveau. Irgendwie ja klar, so ohne Tabak.
Aber auch sonst, durch die Reihe weg, waren die Werte der Dampfer und Nichtraucher/Nichtdampfer fast gleich. Das bisschen Abweichung, was es hier und da mal gibt, ist Pillepalle. Das kommt schon alleine davon, dass in der Studie fast sieben mal weniger Dampfer als Wolkenjungfrauen getestet wurden. Da ist die Streuung einfach nicht ganz so heftig.

Was sagt uns die Studie nu also? Dampfen ist auf jeden Fall weniger schädlich als Rauchen… klar, nix neues. Aber eins ist noch viel wichtiger, denn das ist für uns Dampfer der eigentliche Kracher: Nicht zu dampfen ist genauso schädlich wie zu dampfen.
Oder mal ganz deutlich: Dampfen ist so harmlos, wie Nichtdampfen. Zumindest, was die bösen Stöffchen im Urin angeht.

Dass der Goniewicz ein Dampferfreund ist, kann man echt nicht behaupten, der hat schon früher versucht, der Dampfe fiese Sachen unterzuschieben. Und jetzt wollte der den Freunden der leckeren Wolke wohl wieder richtig einen reinwürgen… ging nur irgendwie nach hinten los. Aber keine Angst, auf die Leutchen von der Presse ist verlass. Böse Wolken machen eben fettere Schlagzeilen als harmloser Nebel. Altes Spiel. Wird auch 2019 so weitergehen.

Trotzdem hat der liebe Herr aus dem beschaulichen Buffalo (NY) hier was geiles geschafft… auch wenn er das bestimmt nicht wollte. Er hat bewiesen, dass es für die Pisse scheißegal ist, ob man dampft oder nicht… und Pippi lügt nicht.
Das böse Zeug mag zwar “vom Rauchen bekannt” sein, das gibt’s aber eben nicht nur exklusiv in der gequalmten Wolke, das nehmen wir mit fast allem auf, was wir essen, trinken oder uns in die Lunge ziehen. Deshalb haben das eben auch die Leute im Körper, die nix mit Wolken am Hut haben… und zwar genauso viel davon. Woher die Dampfer also die gemessenen Stöffchen auch immer haben, aus dem leckeren Nebel bestimmt nicht.

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Link zur Studie: https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2718096
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Direkter Link zur Tabelle: https://jamanetwork.com/data/journals/jamanetworkopen/937681/zoi180250f1.png
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Propylenglykol und ein Richtwert ohne Richtwert

Propylenglykol, oder auch 1,2-Propandiol, ist eine klare, farblose Flüssigkeit, die selber nach fast nix schmeckt und bei uns das Fett in der Suppe ist… also… jetzt nicht wirklich Fett.. das ist mehr so… öhm… egal. Propylenglykol macht, dass es schmeckt.
Zumindest hauptsächlich. Außerdem macht es den Nebel, wenn auch nicht so gut wie Glycerin. Propylenglykol, meistens nur PG genannt, macht also viel Geschmack aber weniger Nebel. Glycerin, auch VG geschimpft, macht zwar dickeren Nebel aber bringt halt auch weniger vom Leckerschmecker rüber. In den meisten Liquids ist heute mehr Glycerin als Propylenglykol, das macht eben die Wolken schön knuffig dick und den Nebel weicher. Aber das Wolkentonikum wird dadurch auch sehr zähflüssig, weil VG so ne dicke Suppe ist. Deshalb haben wir für kleine Dampfen meistens gleichviel von beidem drin.
Auf jeden Fall hat jeder wenigstens so’n bissel PG im Tank, da sind nämlich die Aromen drin gelöst.

Aber Propylenglykol gibt’s nicht erst, seit die Dampfer ihre Wolken schmeißen. Das packen wir schon ziemlich lange in alles mögliche rein. Das kann in Kaugummis sein, in Zahncreme, Mundwasser, Kosmektik und so’n bisschen davon essen wir wahrscheinlich täglich, mit allem, wo leckerschmecker Aromen drin sind.
Außerdem ist unser liebes PG als Lösungsmittel in sehr vielen Medikamenten, teilweise sogar in Halssprays oder Nikotinsprays. Auch wenn’s leider oft behauptet wird, in Asthmasprays ist nix davon drin. Viele von den Dingern sind allerdings eh mit Pulver. Ich konnte auch nur ein Inhalationsmedikament mit PG finden, das gibt’s aber nicht mehr zu kaufen.
Inhaliert hat’s trotzdem ziemlich sicher schon jeder von uns. Propylenglykol ist nämlich in ner Menge Nebelsuppen für die Disco, meist zusammen mit Glycerin. Sogar bei Übungen, wo man Rauch simulieren will… so Feuerwehr und Co… nimmt man Nebel mit PG.

Unser Leben ist also voll von PG. Und das, weil’s so harmlos ist.
Das Zeug hat früher nie jemanden interessiert. Warum auch? Es ist noch keiner von krank geworden und in den Discos sind sie auch nicht reihenweise umgekippt. Aber dann kam die Dampfe und Leute, die mit ihr Wolken machen. Fast alle davon, weil sie keine Lust mehr auf Fluppe hatten oder der lecker Nebel eben besser ist.
Das PG ist immer noch das gleiche, aber jetzt wird’s zum Feindbild für alle, die gegen’s gerollte Blätterwerk kämpfen. Und die Leutchen, die mit Rauchentwöhnung den Apfel auf’s Butterbrot verdienen, mögen das mit dem harmlosen Gewölk erst recht nicht. Die Dampfe nimmt denen schlicht die Kunden weg.

Die haben sich natürlich gefragt, wie man für den Otto auf der Straße aus der Dampfe jetzt das Auspuffrohr des Leibhaftigen macht, damit sie so fies wie die Tabakfluppe rüber kommt. Kann ja nicht so schwer sein, irgendwas im gepafften Nebel zu finden, was mächtig Aua macht, wovon die Leutchens böse Krankheiten kriegen oder früher die Radieschen von unten knabbern können?
Öhm, doch, isses… dumm gelaufen.
Denn außer Wasser, Propylenglycol, Glycerin, so’n klitzekleines Fitzelchen Nikotin und vielleicht noch einem Hauch Aroma, findet man nix im Dampf… zumindest nicht in Mengen, die irgendeine Sau interessieren würden. Klar, man kann versuchen, diese Spuren an Böszeug mächtig aufzublasen, oder einfach nur sagen, dass es drin ist… nicht wie wenig. Wird ja auch lustig gemacht. Nur spielt man da “Kaiser ohne Kleider”. Irgendwann merken’s die Leutchen vielleicht, dass man da nur nen Floh zu nem Jumbojet aufgeblasen hat.
Was man braucht, so für Plan B, ist was, wovon ne Menge im Dampf drin ist: Propylenglykol. Blöd eben nur, dass das so harmlos ist.

Da lässt sich doch bestimmt was machen?! Wie wär’s für den Anfang, wenn Warnhinweise auf das Zeug drauf müssten? Supi Idee.
Also schnappt man sich ne komische Studie, die weder ne richtige Studie ist, noch irgendwas beweist, und lässt die BAuA (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin) damit zur ECHA (European Chemicals Agency) nach Helsinki dackeln. Die sollen nämlich mal hoch offiziell festtackern, dass Propylenglykol die Atemwege reizt. Dann muss auf alles mit PG ein schön böses Symbol drauf und die Dampfe wär schon mal ein heftiges Stück fieser.
Nur leider Blasetorte, die ECHA ist auf das dünne Brett nicht gesprungen, hat gemerkt, was für ein Blödsinn das ist und den Antrag der BAuA mit Tusch und Konfetti abgelehnt.

So… und nu? Irgendwie muss man Propylenglykol doch wenigstens so’n bissel böse kriegen. Einen MAK-Wert (Maximale Arbeitsplatz Konzentration) gibt’s für das Zeug nicht, selbst wenn es von den Dampfenhassern gerne immer wieder rausgehauen wird. Warum auch, tut ja keinem was?!
Gibt’s nicht noch irgendwas anderes? Aber klar, den Richtwert. Den kann man doch fix festlegen und sich PG schön gemein rechnen. Gesagt, getutet! Schwupps, hat man sich nen Richtwert gebastelt, der echt der Oberhammer ist. Und wie man sich den gebastelt hat, ist auch nicht von schlechten Stiefeltern.

Erst mal vorweg: Was ist nun dieser lustige Richtwert? Eigentlich ja nix wirklich dummes… wenn man’s richtig macht. Da gibt’s den Richtwert (I), wenn man den erreicht, dann ist immer noch alles in Tüte. Erst beim Richtwert (II) wird’s brenzlig. Kommt man an den ran, dann muss sofort was passieren. Zusammengeklöppelt werden diese Werte von der sogenannten “Ad-hoc-Arbeitsgruppe”. Da sitzen Leutchen von der Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesgesundheitsbehörden (AOLG) und Mitglieder der Innenraumlufthygiene-Kommision (IRK) beim Umweltbundesamt drin. Letztere ist übrigens die witzige Truppe, die schon mal rausgehauen hatte, beim Dampfen würde Feinstaub entstehen.

Und diese Profis haben sich nun angeguckt, was es so an Studien zum PG gibt. Neben der Studie, die man schon der ECHA unterschieben wollte, schnappte man sich nun vor allem Sachen mit Tieren. Und ein paar gibt’s da auch. Da wurden vor allem Ratten, aber auch Hunde und Kaninchen, mit massig fetten Konzentrationen von PG benebelt. Nur in einer Studie passierte mit den Nagern überhaupt was nennenswertes, die kriegten nach zwei Wochen nämlich Nasenbluten.
In den ganzen anderen Studien passierte so ziemlich nix. Nur eben in dieser einen Studie. Irgendwie komisch… Gucken wir uns die doch mal kurz genauer an.
Da packte man sich Ratten und nebelte die sechs Stunden am Tag und fünf Tage in der Woche mit heftig viel PG zu, 13 Wochen lang. Mehr oder weniger also wie bei den anderen Studien… so grob. Aber eine Sache war doch anders, die Ratten kriegten den Nebel nur über die Nase reingepustet. Mettbällebad und Extratusch!
Eigentlich fast ein Wunder, dass das mit dem Nasenbluten trotzdem noch ganze zwei Wochen gebraucht hat. Was genau der Grund für die rote Rotze bei den armen Nagern war, konnten sich die Weißkittel aber nicht so ganz zusammenreimen.
Öhm… jo… vielleicht kann ich helfen?!

PG kann eine Sache richtig dolle, nämlich Wasser anziehen und bei sich halten. Deshalb wird’s ja auch gerne als Feuchthaltemittel genommen. Ist der Gedanke jetzt echt zu abwegig, dass bei den Ratten einfach die Schleimhäute so’n bissel trocken liefen? Und so ne furztrockene Nase kann eben schon mal bluten. Nur so ne Idee. Das PG selber hat da zumindest ziemlich sicher nicht gewütet.
Fällt ja irgendwie auch auf, dass in den anderen Studie die Näslein der Tierchen nix von sich gelassen haben… schon komisch.

Die Rasselbande von der “Ad-hoc-Arbeitsgruppe” hatten das irgendwie nicht so gesehen und alle anderen Studien mal fix ignoriert. Anschließend wurschtelten sie sich einfach daraus was passendes und setzten für Propylenglykol den Richtwert (I) auf 0,06mg/m3 und den Richtwert (II) auf 0,6mg/m3 fest. Geile Tomate.
Da’s auch keine vernünftigen Studien mit Menschen gibt… die nimmt man nämlich normalerweise lieber, wenn so’n Richtwert gestrickt wird…, fand die Gruppe, eine mit Ratten reicht volle Kanne. Natürlich die, mit dem Nasenbluten.

Es ist schon mehr als merkwürdig, wie diese Richtwerte geschustert wurden, aber geiler wird’s, wenn man sich anguckt, was diese Richtwerte bedeuten. Vergleichen wir die doch mal mit Sachen, wo wir wirklich Schiss vor haben.
Nehmen wir zum Spaß Formaldehyd und Acetaldehyd, die Böslinge, die fast jeder kennt. Wenn man von denen nur Spuren im Nebel findet, machen die Wolkenhasser ja sofort Giftgas aus unserem leckeren Gewölk. Dabei sollten die sich lieber um das voll fiese Propylenglykol kümmern, wenn’s nach den Richtwerten geht. Vom Formaldehyd gibt’s nur nen Richtwert (I), aber der ist mit 0,1mg/m3 fast doppelt so hoch wie der von PG. Beim Acetaldehyd ist’s das gleiche, bei Richtwert (I) und (II).
Da kann man ja gleich Formaldehyd pur dampfen, laut Umweltbundesamt ist das gesünder. Feuerwerk mit Lutschbonbon.

Seit Jahrzehnten donnern wir unsere Discos mit PG-Nebel zu, blutige Nasen gibt’s da höchstens mal, wenn irgend’n Kerl im Suff seine Griffel nicht bei sich halten kann… oder in der Koksecke bei den Schlipsträgern. Millionen Dampfer ziehen sich auch schon ne ganze Weile das Zeug durch die Nüstern, roter Rotz wär mir als Nebenwirkung neu. Es gibt sogar Nasenspray, da ist Propylenglykol drin.

Ich bin echt’n Fan von Richtwerten, ohne Scheiß. So’n bissel wissen, wo’s noch gut und wo’s dann aua ist… gar nicht mal so blöd. Aber ein Richtwert, der nicht nach echten Fakten, sondern nur nach ner Ideologie zusammengeklöppelt wurde, ist noch schlimmer als keiner. Was hier vom Umweltbundesamt mit Propylenglykol durchgezogen wurde, ist einfach nur Kuhkot.

Überhaupt auf die Idee zu kommen, PG bräuchte nen Richtwert, gibt schon Szenenapplaus. Sich dann aber auch noch ne Studie rauspicken, wo’s mehr Fragen als Antworten gibt, alle anderen Studien mal schwupps untern Tisch kullern lassen und sich dann auch noch lustig was passendes zusammen rechnen… Das ist schon ne Laola wert. Hat’s bei der ECHA nicht geklappt, haben sie hier nen geilen Job gemacht.
Was die da verzapft haben, ist wissenschaftlicher Blödsinn und moralisch einfach nur Scheißendreck.

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Bekanntmachung der Richtwerte für Propylenglykol des Umweltbundesamt: https://link.springer.com/content/pdf/10.1007/s00103-017-2631-9.pdf

Liste der Richtwerte: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/355/bilder/dateien/0_ausschuss_fuer-innenraumrichtwerte_empfehlungen_und_richtwerte_20180412.pdf

Was sind die Richtwerte für Innenraumluft: https://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/kommissionen-arbeitsgruppen/ausschuss-fuer-innenraumrichtwerte-vormals-ad-hoc

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Gottliebs erfundene Epidemie – die FDA im Endkampfmodus

Mittlerweile kennt die Juul echt jedes Kind… buchstäblich. Und das wahrscheinlich nur, weil die FDA so eine fette Nummer aus ihr gemacht hat. Selbst wir Europäer haben schon mächtig Schiss vor diesem leckeren USB-Stick des Leibhaftigen. Wir werden alle sterben.

Nur, so ne große Nummer ist die Juul gar nicht. Die Leutchen von Juul-Labs werfen immer mit großen Zahlen um sich und quasseln was von 70% Marktanteil und die FDA haut auch gern in die selbe Kerbe. Aber werfen wir mal ein genaueres Äuglein drauf, dann sieht das nicht ganz so gewaltig aus. Die CDC hat sich den Dampfenmarkt in den Staaten mal genauer angeguckt und kommt da auf ganz andere Zahlen. Nach verkauften Einheiten landet die Juul so bei ca. 30%. Und die CDC hat dabei nur die Zahlen von Supermärkten und Co. genommen, Vapeshops und Onlinehandel waren da gar nicht bei.
Nun werden in so nem Dampferladen eher die dicken Dinger verkauft und auch übers Internetz kommen sicher eher andere Geräte ins Haus geflattert. Um das Däumchen gepeilt wird der Anteil der Juul am gesamten Dampfermarkt in den USA irgendwo so zwischen 20 und 30% liegen. Immer noch ne Hausnummer und mehr als jede andere Dampfenschmiede hat, aber irgendwie doch so’n bissel weniger als 70%.

Mag sein, dass sie bei den Kiddies etwas beliebter ist. Ist schließlich ein schnucklig kleines, praktisches und recht futuristisch designtes Gerät… eben ein stinknormales Podsystem. Und nachdem die FDA aktuell so richtig Lärm um das kleine Ding macht, finden’s die Kleinen jetzt erst recht voll spannend. Allerdings dann doch nicht so wirklich viele.
Klar, die paar Rotzlöffel, die sich das Dampfstäbchen geschnappt haben, machen damit jetzt voll den Larry und posten ihre niedlichen Wolken auf Instagram und Co. Aber es sind eben nur ein paar Halbstarke und nicht die Masse der Schüler. Laut CDC haben nämlich letztes Jahr auf der Middle School gerade mal 3,3% der Knirpse irgendwann an ner Dampfe gezogen. Auf der Highschool waren’s 11,7%.
Da sind jetzt nicht Dauernuckler gemeint, sondern jeder, der schon mal so’n Teil in der Futterluke hatte. Richtig heftig sind die Zahlen jetzt nicht wirklich.

Vor allem, wenn man bedenkt, dass seit 2015 immer weniger Jugendliche der leckeren Wolke frönen, da waren’s in der Middle School noch 5,3%, auch nicht grad viel, und auf der Highschool ganze 16%. Die “Juulsüchtigen” sind also mal mächtig weniger geworden. Vor allem, wenn man sich 2018 anguckt… aber dazu kommen wir noch.

Der FDA ist das alles wurscht, die haben jetzt den Notstand ausgerufen. Scott Gottlieb, leiter der FDA, hat im September rausgehauen, dass die USA regelrecht überrollt werden… von einer Epidemie. Und seitdem ist der Laden im Endkampfmodus. Begründet hatte Gottlieb das mit Zahlen für 2018, die aber außer der FDA noch keine Sau gesehen hat. Und die Amokfahrt ging los.
Die Leutchen von der Food an Drug Administration haben das ganz große Fass aufgekloppt, mit über tausend Verwarnungen und über hundert Geldstrafen für Shops, die an Kiddies Dampfen vertickt haben. Aber die Spitze vom Eiskloppst war, dass Unternehmen wie Juul Labs der FDA verraten sollten, wie sie zukünftig verhindern, dass deren Nebelmacher in den Händen von Kindern landet. Schon ne geile Nummer. Hersteller, die man dafür ans Bein pinkelt, dass irgendwelche Shops sich nicht an den Jugendschutz halten?!
Das ist so sinnig, wie wenn Pappi den Leutchen von “Jägermeister” ins Foyer kackt, weil sich an ner Tankstelle sein pubertierender Sohnemann ne Pullen von denen krallen konnte und die Bude vollgekotzt hat.
Aber die FDA hat da ihre eigene Logik. Allerdings natürlich nur bei den Dampfen, wer gerollte Blätter oder Alkzeug produziert, der hat mit der FDA kein Problem. Selbst wenn sich die Kiddies in den USA regelmäßig ins Delirium saufen.

Auf jeden Fall ist jetzt mal mächtig Notstand und die Wolkenhasser geben so richtig Gas bei den Amis. Stanton Glantz, ein Raketeningenieur, der sich für nen Wissenschaftler hält, kriegt von der FDA ordentlich Geld in den Hintern gepustet, damit der noch mehr passende Schrottstudien gegen’s Dampfen zusammenschustert. Es werden lächerliche Werbespots rausgehauen, in denen die Kiddis von Würmern zerfressen werden, wenn sie ne Dampfe nur angucken… Wer dampft denn heute noch Regenwurm? Also echt. Und bei Juul Labs gibt’s ne Razzia, als wären die das Hauptquartier der nordamerikanischen Kokainschiebervereinigung. Das hat mit Verstand und Logik nix mehr zu tun.

Die Medien feiern natürlich mit, selbst auf dem alten Kontinent. Is ja nur ne Frage der Zeit, dass diese fiese Epidemie zu uns rüber schwappt. Aber Moment… Welche Epidemie überhaupt? Bis 2017 waren’s ja immer weniger Kiddies, die sich den leckeren Nebel gegönnt haben. Und was ist mit 2018? Da muss es ja ne mega Explosion gegeben haben. Eben eine Epidemie. Sagt zumindest die FDA… und spricht von den erwähnten mysteriösen Zahlen, die die da irgendwo in ihren Schubladen haben.
Und tatsächlich, es gibt jetzt Zahlen für 2018. Keine Ahnung, ob das die aus den Schubladen der Futter- und Medikamentenüberwacher sind, aber die sind aktuell. Komischerweise aber nicht von der CDC, sondern von der privaten Organisation “Truth Initiative“, die mit “Wahrheit” leider so viel zu tun hat, wie ne Schnecke mit Stepptanz. Das ist eine gemeinnützige Organisation in den USA, die nur ein Ziel hat: Die Wolke bekämpfen… egal mit welchen Mitteln.

Die haben jetzt ne eigene Umfrage gestartet und 13.357 Leutchen zwischen 15 und 35 Jahren befragt. Allerdings hat dieses Machwerk ein paar Schwächen. Zum einen hat man sich vor allem auf die Juul gestürzt und zum anderen sind hier nur die Kiddies aus der Highschool mit drin, nix jüngeres.
Noch’n kleines Ding, was ein bisschen komisch daher wedelt, ist die “regelmäßige Nutzung” (regular use)… so die “Vollsuchtis” sozusagen. Da haben die nämlich alle reingepackt, die mehr als 10 mal in den letzten 30 Tagen ne Juul durchgezogen haben. Für die CDC und andere Wissenschaftler geht das erst ab 20 los. Naja, man brauchte eben mehr Suchtis, würd ich mal sagen.

Aber egal, nehmen wir die Studie mal ganz locker und wie sie ist. Dann haben wir bei den Highschool-Kiddies 11%, die im letzten Monat wenigstens einmal an ner Dampfe genuckelt haben, 6% explizit an der Juul.
Jo, das sind mal Zahlen… klingt voll nach… öhm… Epidemie. Aber Mooooment, das können wir noch mehr aufdröseln. Von den 6% “Juulies” auf der Highschool haben nämlich überhaupt nur 55,8% mehr als drei mal dem leckeren Nebel gefrönt in den letzten 30 Tagen, das sind 3,3% aller Knirpse zwischen 15 und 17. Wird aber noch schnuckliger.
Denn mehr als zehn mal haben im gleichen Zeitraum nur noch 1,5% aller Jugendlichen im Highschool-Alter an der Juul genuckelt.

Noch mal langsam und zum mitdenken: Nur 1,5% aller Jugendlichen auf Highschools gönnen sich ab und zu mit der Juul ein paar leckere Wolken. Das ist mal Grund zur Panik.

Keine Frage, dass die FDA überrannt wurde von Eltern, die sich um ihre kleinen Suchtis sorgen. Es sollen sogar schon etliche Jugendliche bei der FDA um Hilfe angefragt haben… bestimmt… wirklich… echt jetzt.
Da muss was getan werden. Und die FDA macht’s. Klar, sie macht schon den Dampfenschmieden das Leben voll schwer und will Liquids mit Geschmack verbieten. Aber das reicht einfach nicht, der Schaden ist doch schon da, den Suchtkiddis muss geholfen werden. Da hat der liebe Herr Gottlieb auch schon die richtige Idee: Nikotinentwöhnung mit Medikamenten. Ohne Scheiß. Das hat die FDA Anfang November so rausgehauen.

In den Vereinigten Staaten gibt’s ein mächtiges Problem mit Medikamentenmissbrauch, etwa 14% der Jugendlichen dröhnen sich regelmäßig mit Schmerzmitteln und Co. zu. Medis für die Nikotinentwöhnung sind dafür bekannt, dass die echt heftige Nebenwirkungen haben… bis hin zu Depressionen und Selbstmordversuchen.
Die Dampfe hat bis heute nicht einen Menschen gekillt… noch nicht mal krank gemacht. Es gibt noch nicht mal irgendwelche Beweise, dass Dampfen schädlich ist oder das Nikotin ohne Tabak überhaupt abhängig macht. Da ist es nur voll logisch, den Kleinen die harmlose Juul aus dem Mund zu ballern und sie mit Pillen zuzuknallen, die sie umbringen können.

Was da in den USA zur Zeit abgeht, hat nichts mehr mit Verstand zu tun, das hat zum Boden von vernünftigem Handeln schon längst winkewinke gemacht. Die FDA macht nicht ihren Job, sie läuft Amok. Warum sie diese Epidemie erfunden hat, warum sie diese Panik schürt, ist ihr Geheimnis. Ich kann nur vermuten…

Dass es starke Kräfte gibt, die Angst vor der Dampfe haben, ist nix neues. Ob es vernagelte Ideologen oder die Pharmafirmen sind, die sich um ihre Nikotinpflästerchen sorgen… kennen wir.
Aber in den USA ist das noch mal’n kleines Extrading, da gibt’s nämlich das “Tobacco Master Settlement Agreement“, so ne Art riesiger Vergleich. Und das regelt, dass die US-Staaten von den Tabakmultis pro Jahr nen Haufen Penunse kriegen, damit die sie nicht mehr vor Gericht zerren. Das Ding läuft seit 1998 und von der Knete wurde… oh Wunder… unter anderem auch die “Truth Initiative” gegründet.

Aber da gibt’s zwei große Probleme mit dem Abkommen. Das eine ist, dass so’n Staat immer irgendwie knapp bei Kasse ist. Deshalb hatten die eine Idee, wie sie sich gleich einen größeren Batzen Kröten sichern können. Statt jedes Jahr auf die Knete zu warten, haben die Fonds rausgegeben und das Geld auf einmal eingestrichen. Diese Fonds werden jetzt mit dem Geld der Tabakmultis jährlich zurückgezahlt.
Und da kommen wir zum zweiten Problem: Wie viel die Blätterroller zahlen, hängt davon ab, wie viele Fluppen die verkaufen. Verkaufen die also weniger, kriegen die Staaten weniger Patte und können die Fonds nicht mehr bezahlen. Dann muss also Geld aus dem Haushalt dafür rausgehauen werden.
So’n Staat wie Kalifornien will also überhaupt nicht, dass die Raucherzahlen zurückgehen… zumindest nicht so schnell. Das tun sie aber, dank der Dampfe. Dumm gelaufen.

Als Scott Gottlieb Chef der FDA wurde, hatte er echt gut angefangen, als er zum Bleistift die Deeming Regulations erst mal abblies und auf 2020 verschob. Als er die Dampfe als die Chance für alle Raucher erkannte, war er noch auf dem richtigen Dampfer.
Offensichtlich gab’s wohl zu viel Druck und die Wolkenhasser haben jetzt das Paddel in der Pfote.

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Hier wird das “Tobacco Master Settlement Agreement” noch mal sehr gut erklärt (engl.): Truth About Vaping – Episode 1 “Why They Hate Us”

Die Epidemie wurde ausgerufen: Statement from FDA Commissioner Scott Gottlieb, M.D., on new steps to address epidemic of youth e-cigarette use

Die Studie der “Truth Initiative”: Prevalence and correlates of JUUL use among a national sample of youth and young adults

CDC: Tobacco Product Use Among Middle and High School Students — United States, 2011–2017

CDC: National Youth Tobacco Survey (NYTS)

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