Erst fiel er um, dann wurd’ er erschossen

Über eine Kuhdungstudie der besonderen Art.

Es gibt zwei Studien, die nachgewiesen haben wollen, dass Dampfen das Risiko für Herzklabaster und Hirnschlag erhöht.
An beiden Studien war maßgeblich der US-amerikanische Raketenwissenschaftler Prof. Dr. Stanton Glantz beteiligt, der auf magische Weise mittlerweile einen Lehrstuhl für Medizin an der University of California (San Francisco) inne hat.
Und so wenig Ahnung, wie er von Medizin zu haben scheint, hat er offensichtlich auch vom korrekten wissenschaftlichen Arbeiten.

Denn beide Studien haben eins gemeinsam, sie zaubern aus Korrelation Kausalität.

Damit jeder weiß, worum’s geht: Korrelation ist, wenn zwei (oder auch mehr) Sachen passieren, die in irgendeiner Weise was miteinander zu tun haben.
Ein Beispiel: Im Winter dröhnt uns aus dem Radio deutlich häufiger “Last Christmas” entgegen, als zu jeder anderen Jahreszeit, und gleichzeitig steigt die Zahl der Autounfälle sprunghaft in die Höhe. Das ist eine Korrelation… aber keine Kausalität.
Denn ob man’s glaubt oder nicht, die Leute krachen nicht häufiger mit ihren Karren ineinander, weil sie sich vor Schreck die Ohren zuhalten, sondern weil die Straßen im Winter öfter mal glatt sind. Und der allseits beliebte Evergreen von WHAM! wird eben vor allem um Weihnachten rum hoch und runter gejodelt… hat mit Straßenverkehr nix zu tun.

Bei Kausalität müssen die Dinge schon direkt was miteinander zu tun haben, das eine muss Ursache des anderen sein: Wenn mehr Leute Kopfschmerzen haben, dann steigen die Verkaufszahlen von Schmerztabletten.
Für Kausalität ist die Abfolge auch noch verdammt wichtig. Das eine war zuerst da und deshalb passiert das andere danach. Es kriegt ja keiner Kopfschmerzen, weil die Verkaufszahlen von Schmerztabletten steigen.

Zurück zu den Studien vom Herrn Glantz. Der hat sich nämlich Umfragen angeguckt, in denen die Leute unter anderem angegeben hatten, ob sie Dampfen und ob sie schon mal einen Herzinfarkt… oder so was in der Art… hatten.
Und, oh Wunder, da hat er ne Korrelation gefunden.

Soweit wär ja alles noch in Ordnung… Unfälle und nervige Ohrwürmer eben. Aber jetzt hat er alles, was er über sauberes wissenschaftliches Arbeiten wusste, wenn er es jemals gewusst hat, einfach vergessen und seinen Zauberstab rausgeholt. Schwups, schon haben wir eine Kausalität.
Die Menschen hatten Herzinfarkte und Co., weil sie dampften.

Problem an der Sache ist nur, dass das Dampfen jetzt auch für die Herzinfarkte verantwortlich sein soll, die jemand hatte, bevor er mit dem Dampfen angefangen hat. Die Wirkung kommt also vor der Ursache… öhm. Ich würde mal sagen, das ist einen Nobelpreis für Physik wert. Konfettikanone!

Natürlich ist das Kuhdung. Nicht nur, dass die Studie schon das Problem hat, dass fast alle Dampfer ehemalige Raucher sind. Raucher haben eh schon ein erhöhtes Risiko für Pumpenprobleme, auch noch, nachdem sie dem gerollten Blätterwerk abgeschworen haben… zumindest ne Weile lang. Sondern viele dieser Leutchen dampfen überhaupt nur, weil sie Probleme mit der Gesundheit hatten. Hier ist also der Herzinfarkt Grund dafür, dass einer der leckeren Wolke frönt und nicht anders rum.

Wie erwähnt, gibt’s zu dem Thema zwei Machwerke des Mister Glantz. Und konnte man bei der ersten Studie noch behaupten, hier war nur ein verdrehter Geist am Werk, der etwas unsauber hantiert hat, muss man bei der zweiten eigentlich endgültig Absicht unterstellen.
Da hat der Raketenwissenschaftler nämlich “übersehen”, dass in den Umfragen drin steht, wann die Leutchen Herzklabaster hatten. Bei einigen war das, bevor es die Dampfe überhaupt gab.

Da hat also ein Weißkittel nicht nur mies gearbeitet, sondern dabei sogar noch geschlampt.
Kein Wunder, dass es jetzt Kollegen gibt, die Dr. Glantz bzw. das Journal, in dem der wissenschaftliche Kernschrott veröffentlicht wurde, auffordern, das Teil wieder zurückzuziehen. Ein Wunder ist eher, dass es nur so wenige sind.
Der erste war Brad Rodu, worüber Vapers.guru bereits berichtet hat, dem sich nun auch Dr. Konstantinos Farsalinos angeschlossen hat.
Ob’s was bringt, werden wir sehen. Stanton Glantz wird’s eh nicht weiter jucken, sein Job ist getan, die fetten Schlagzeilen gemacht und seine Kohle kriegt er auch weiter.

Was bleibt, ist noch ein Knacks mehr in der Glaubwürdigkeit der Wissenschaft, fette Schlagzeilen von Herzklabaster machenden E-Zigaretten und etliche Nichtdampfer und Dampfer, die deshalb glauben, die leckere Wolke sei schlecht für die Pumpe.

Fakt ist aber: Bis heute gibt es nicht einen einzigen seriösen Hinweis darauf, dass Dampfen schlecht für Herz und Co. ist.

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Artikel in Vapers.guru: Wissenschaftler greift Fake Studie öffentlich an
Stellungnahme von Dr. Farsalinos: E-cigarette use increases the risk of heart attacks that happened 10 years before e-cigarette use initiation (!!!)

Erwähnte Studien:
Glantz et al.: Association Between Electronic Cigarette Use and Myocardial Infarction
Glantz et al.: Electronic Cigarette Use and Myocardial Infarction Among Adults in the US Population Assessment of Tobacco and Health

7 Fakten über die E-Zigarette

Die Dampfe hat’s nicht leicht… immer noch nicht. In Deutschland leben wir ja noch so ein bisschen im Land der Glückseligen. Zwar nervt das, wenn wir sechs Monate absolut überflüssigerweise auf den neusten Shice aus Chinaland warten müssen oder Nikotin nur in Minifläschchen kriegen, aber wenigstens können wir uns unser Dampfzeug nach Hause bestellen, dürfen lecker Geschmack in der Suppe haben und kriegen alles ohne Nikotin noch in großen Flaschen.
Schon in der EU sieht’s in einigen Ländern weit düsterer aus.

In vielen Ländern außerhalb unseres Kontinents ist die Dampfe sogar ganz verboten, oder zumindest alles mit Nikotin, und in den USA wird derzeit ein Krieg gegen die leckere Wolke geführt, der an Absurdität nur noch von Disneyland überboten wird… wenn Chewbacca mit Goofy auf der Hauptstraße tanzt.
San Francisco treibt’s sogar so weit, alles an Dampfen zu verbieten, was noch keine Zulassung von der FDA hat… also alles. In sieben Monaten ist in der kalifornischen Metropole de facto der Verkauf von E-Zigaretten illegal. Dann kriegst du zwar an jeder Tanke weiter Kippen und kannst dich problemlos legal mit Marihuana versorgen, aber Disconebel mit Geschmack gibt’s nur noch beim Dealer um die Ecke.
Das alles, weil die Märchenonkel von der FDA sich eine Epidemie ausgedacht haben.

Wie gesagt, uns scheint da ja fast noch unser Zentralgestirn aus dem Enddarm. Trotzdem wird selbst bei uns das Dampfen fast so reguliert, als ginge es um den neusten Schrei aus der Schmiede von Heckler und Koch. Es wird offen überlegt, ob man nichtrauchende Nichtdampfer staatlicherseits vor Disconebel schützen sollte und die Dampfer zu den Rauchern vor die Tür verbannt werden. Aktuell will die Rasselbande in Berlin sogar die Werbung für ein Produkt verbieten, das weniger bekannte Gesundheitsrisiken als Cola hat… Holidays are coming.

Nein, das Dampfen hat’s aktuell mal gar nicht leicht. Und da scheint’s auch keine Rolle zu spielen, dass die leckere Wolke fast alle Fakten auf ihrer Seite hat. Überhaupt, was sind schon Fakten, wenn nur noch die gefühlte Wahrheit zählt? Wolken sind böse, weil’s eben Wolken sind.

Aber wie kann man der Truppe im Bundestag eigentlich für ihre Ignoranz sauer sein, wenn viele Dampfer selber wie Kleinkinder die Finger in die Ohren stecken und nix von Fakten wissen wollen. Diese Dampfer sind arme exrauchende Suchtis, die E-Zigarette ist für sie nur “das kleinere Übel” und “bestimmt nicht gesund”, Nichtraucher sollten “lieber erst gar nicht mit so nem Mist anfangen” und die Kinder müssen auf jeden Fall davor geschützt werden, durch die Dampfe zu grenzdebilen suchtigen “Nikotinjunkies” zu verkommen.
Dampfen muss schädlich sein, da muss doch irgendwo ein Haken sein. Ein Genussmittel ohne Schaden? Das kann es nicht geben, das darf es nicht geben. Freude braucht Reue, sonst knarzt es im Weltbild.

Blöderweise geben die Fakten aber eben nix her mit ernsthaftem Schaden. Wär ja noch nicht mal echt schlimm, wenn da doch was wäre. Wie gesagt, es ist ein “Genussmittel”, das dürfte sogar so’n bissel ungesund sein… so wie Cola, Steak und Kaffee.
Doch Dampfen ist zwar ein wenig wie Rauchen… zumindest gibt’s Wolken… aber bei der Schädlichkeit kommt es nicht mal ein My an die Wolke aus dem gerollten Blätterwerk ran. Das sagen uns eben die Fakten. Und ich denke, gerade jetzt ist es wichtig, diese Fakten immer wieder auf den Tisch zu legen, ganz klar zu sagen, wo der Drops die Muschi mausert.

Ich erreiche mit meinem Geschreibsel zwar nur ein paar Dampfer in der berühmten “Blase”, ist mir schon klar. Und im Internetz des Reichstagsgebäudes wird sich keine Sau meinen Blog auf den Bildschirm holen. Aber wenn ich nur Dich einen Leserling erreiche (ja, ich meine DICH), während du deine Augen sanft über diese Buchstaben hoppeln lässt, wenn ich es nur hinbekomme, dass ein Dampfer mal ernsthaft darüber nachdenkt, was die Fakten uns über den leckeren Nebel verraten… na, dann is mein Job getan. Deshalb hier jetzt mal die Auswahl der sieben Fakten über die E-Zigarette:

1. Der Dampf einer E-Zigarette enthält weniger Formaldehyd als die Atemluft eines Menschen.
Is ja nicht so schwer zu messen, woraus unsere leckeren Wölkchen bestehen. Vor allem, weil moderne Instrumente so genau messen, dass du in Berlin sehen kannst, wenn in Paris einer gefurzt hat… zumindest bei Westwind.
Also hat man den Dampf ordentlich untersucht.
Und wenn seriös gemessen wurde, dann war das Ergebnis auch immer recht eindeutig. Zwar hat man Schadstoffe finden können, aber in so kleinen Mengen… naja, ein pariser Furz eben.

Jetzt haben die Leutchen mit den weißen Kitteln aber nicht gesagt, “Hey, guckt mal, da ist ja nicht mehr drin als ein harmloses französches Lüftchen”, sondern sie haben aus diesen Fitzelmengen einen übelriechenden Flatulenztornado gemacht.

Fakt ist aber nun mal, dass man bedeutend weniger Formaldehyd und Acetaldehyd gefunden hat, als ein Mensch am Tag selber ausatmet.
Und auch wenn Acrolein in unseren oralen Absonderungen nicht zu finden ist, bleibt die Dampfe sogar bei diesem Stöffchen weit unter allen Grenzwerten.

Konstantinos E.Farsalinos et al.: Aldehyde levels in e-cigarette aerosol: Findings from a replication study and from use of a new-generation device

2. Beim Dampfen werden weniger Schwermetalle freigesetzt, als in Inhalationsmedikamenten erlaubt ist.
Ja, auch Metalle, sogar Schwermetalle, kann man in der Wolke finden. Aber auch hier gilt wieder die Frage: Wie viel ist denn drin?
Ich sag’s mal so, von Schrotthandel sind wir aber mal echt weit entfernt. Klar, wenn wir den Dampf mit der Atemluft vergleichen, sieht’s erst mal halbwegs gefährlich aus. Deswegen haben es die Leute auch gemacht, die im Nebel nach Blei und Co. gesucht haben, damit die ganze Sache so’n bissel Drama kriegt.
Nur atmet ein Durchschnittsmensch etwa 20.000 mal am Tag und an der Dampfe zieht man vielleicht 600 mal. Ist schon ein Unterschied… so’n kleiner.

Also sollte man das ganze eher mit was vergleichen, das Sinn macht, zum Bleistift die Grenzwerte für inhalative Medikamente des “U. S. Department of Health and Human Services”. Macht man das, dann sieht die ganze Sache nämlich schon heftig anders aus.
Dann muss man nämlich schon etwa 70ml Liquid am Tag wegdampfen, damit man bei Nickel in den Grenzbereich kommt. Bei allen anderen gefundenen Metallen waren es weit mehr, bei Blei zum Beispiel über 300ml und bei Aluminium sogar über 2.000 Liter. Und das nur, damit man die Obergrenze für Medikamente überhaupt mal erreicht.

Pablo Olmedo et al.: Metal Concentrations in e-Cigarette Liquid and Aerosol Samples: The Contribution of Metallic Coils
Konstantinos E.Farsalinos et al.: Metal emissions from e-cigarettes: a risk assessment analysis of a recently-published study

3. “Passivdampf” ist harmlos.
Es wurde wirklich genug rumgemessen und nach allem möglichen an fiesen Stöffchen gesucht. Gefunden hat man nichts, niente, nada. Das einzige, was den Wolkenhassern blieb, war der Versuch, Propylenglykol zu was bösem atemwegsreizendem zu machen. Nur ist das eben absoluter Hirnkot.

Der leckere Nebel ist für alles drum rum harmlos, sogar für das liebe Kätzchen, den Bello oder die lieben Kinderchen. Da gibt’s nichts mehr zu diskutieren. Das ist einfach “Kugelerde”.

Jan Czogala et al.: Secondhand Exposure to Vapors From Electronic Cigarettes
HHE Report No. 2015-0107-3279: Evaluation of Chemical Exposures at a Vape Shop (PDF)
Wolfgang Schober et al.: Schadstoffbelastung von Pkw-Innenräumen beim Rauchen unterschiedlicher Rauchsysteme (PDF)
Wouter F. Visser et al.: The Health Risks of Electronic Cigarette Use to Bystanders

4. Es gibt keine Belege dafür, dass reines Nikotin abhängig macht.
Hier war ich mal vorsichtig, wie ich’s ausdrücke. Ich hätte auch schreiben können, dass Nikotin ohne Tabak nicht abhängig macht… zumindest Leute, die noch nie was mit Rauchen am Hut hatten. Aber das zu beweisen, ist etwas schwierig, selbst, wenn es dafür klare Hinweise gibt. Außerdem ist das mit dem “Abhängig” echt ne komplizierte Sache. Da geht’s eben nicht nur um Chemie, sondern vor allem viel um Gewohnheiten und Rituale. Deshalb ist es auch irgendwie auffällig, dass es keine “Nikotinjunkies” gibt, die ihre Sucht dauerhaft mit Pflastern und Kaugummis stillen.

Aber das brauch ich auch gar nicht zu beweisen, denn irgendwie reicht’s doch, dass das Gegenteil bis heute noch keiner hinbekommen hat. Denn es gibt tatsächlich keine Studie, die’s geschafft hat, nachzuweisen, dass Nikotin alleine abhängig macht. Denn wär da wirklich so viel mit “Suchtpotenzial”, sollte das doch echt kein Problem sein. Nöpp, gibt’s aber nix. Ganz im Gegentum, es gibt sogar Studien, wo Leute Nikotin bekommen haben und am Ende ohne Probleme wieder von dem Zeug lassen konnten.

Newhouse et al.: Nicotine treatment of mild cognitive impairment: a 6-month double-blind pilot clinical trial.
Karl Fagerström: Dependence on tobacco and nicotine

5. Es gibt keine Belege dafür, dass Nikotin die Entwicklung eines Jugendlichen negativ beeinflusst.
Ganz klar, Nikotin “verändert” das Gehirn von Jugendlichen… in gewisser Weise. Und zwar, weil alles, was wir tun, unser Gehirn verändert. Egal ob Eisessen, Fahrradfahren, Colatrinken, Küssen und was so nach dem Küssen kommt.
Die wichtige Frage ist also: Ist diese Veränderung schädlich?

Und es ist recht klar, dass da schlicht kein Hinweis auf irgendeine schädliche Veränderung ist. Die Studien, die behaupten, sie hätten da was gefunden, sind entweder Machwerke mit Tierversuchen, die haben mit Menschen erst mal nix zu tun, oder sind sogar nur reine Gedankenexperimente.
Man kennt mittlerweile viele fiese Folgen des Rauchens, wie Krebs, COPD, Herzklabaster… Nur gehört eine Sache definitiv nicht dazu: Verblödung. Und sehr viele Raucher haben schon als Jugendliche mit dem Qualmen angefangen, das wäre mittlerweile aufgefallen. Glaub mir.

Selbst wenn es also eine Epidemie unter den kleinen Rotzlöffeln geben würde, und die gibt’s ja noch nicht mal, dann hätten wir immer noch kein echtes Problem, denn passieren würde den Kiddies… öhm… nix. Sie würden einfach nur etwas machen, was Erwachsene moralisch irgendwie für nicht so dolle halten. Aber die kleinen Gehirnchen von denen dürften von Instagram und Co. weit mehr geschädigt werden, als durch das Nikotin aus der Dampfe.

Dampfe.info: Info für Eltern

6. Jugendliche werden durch Dampfen nicht zum Rauchen verleitet.
Ist ja irgendwie schon logisch, dass keiner, der mal’n leckeres saftiges Steak probiert hat, plötzlich Lust auf gegrillte Schuhsole bekommt. Kann eigentlich jeder kapieren, außer man will es einfach nicht. Weil es nicht ins Konzept passt.
Mit unserem Nachwuchs lässt sich nämlich schön Panik machen. Denn, selbst wer kapiert, dass da bei der Dampfe nix mit Schädlichkeit ist, hat trotzdem Angst, dass die Kleinen durch den leckeren Nebel zur gequalmten Wolke verleitet werden.
Und das wissen natürlich auch die Feinde der leckeren Wolke.

Also fälscht… sorry… interpretiert man Studien so, wie man es gerade braucht und macht aus Korrelation einfach Kausalität. Dann reicht sogar plötzlich schon die Werbung für eine Dampfe, um aus unseren Halbstarken Kettenraucher zu machen. Aber das ist eben alles nur unseriöser Kuhdung.

Klar, man kann so wirklich hundertprozentig weder das eine noch das andere beweisen, deshalb ist diese “Gatewaytheorie” ja schon grundsätzlich absoluter Nonsens und hat mit seriöser Wissenschaft so viel zu tun, wie ein Regenwurm mit Turmspringen.

Trotzdem gibt’s eine Menge hervorragender Studien zu dem Thema, die zumindest ziemlich klar zeigen: Es gibt keine Spur von einem “Gateway” zum Rauchen.

Prof. Dr. Heino Stöver et a.: Der Konsum von elektronischen Dampferzeugnissen (eDe) unter Jugendlichen (PDF)
Linda Bauld et al.: Young People’s Use of E-Cigarettes across the United Kingdom: Findings from Five Surveys 2015–2017

7. Es gibt keine Belege dafür, dass Dampfen ernsthaft schädlich ist.
Klar, kann man kaum beweisen, dass etwas harmlos ist. Das wär eben so, als wollte ich beweisen, dass es im Bodensee keine Piranhas gibt. Kannst du haken, geht nicht. Ein “kann man nicht ausschließen” bleibt immer, bevor man nicht das komplette Wasser aus dem Tümpel lässt… und den Schlamm komplett durchwühlt.

Trotzdem darf jeder getrost davon ausgehen, dass das doch ein recht übersichtliches Risiko ist, im Bodensee von einem Rudel Piranhas verspeist zu werden.
Keiner käme auf die Idee, das Baden zu verbieten, weil irgendein durchgeknallter Feind des öffentlichen Wasserplanschens laut brüllt, da könnten Horden von gefräßigen Kiemenatmern im Nass lauern. Der müsste da schon irgendwie einigermaßen handfeste Beweise vorlegen.
Und bis er das macht, würden alle weiter ruhig im Bodensee paddeln und nicht einen Gedanken an Piranhas verschwenden. Wär ja auch Unsinn.

Warum ist das beim Dampfen eigentlich anders? Ich meine, wir wissen, was im Nebel drin ist und dass das alles harmloses Zeug ist. Seit Jahrzehnten werden Horden von Leuten in Disconebel gehüllt, ohne dass was schlimmes passiert ist. Das ganze Nikotinzeug aus der Apotheke gilt als sicher und echt gute Studien belegen, dass Nikotin auch im Snus keine Probleme macht. Es gibt also nicht den kleinsten Grund, davon auszugehen, dass da Piranhas im Nebel sind.
Zumindest solange, bis einer was handfestes auf den Tisch legt und das Gegenteil beweist.

Und das kann eben keiner. Da werden Zellen mit Liquid oder Aromen überschüttet… mit so einem Unsinn könnte man sogar beweisen, dass Ketchup doof macht… und kleine Nagetiere mit unrealistisch großen Mengen Nikotin gequält, nur damit man irgendwas findet. Aber was seriöses, handfestes, ein echter Hinweis darauf, dass Dampfen ernsthaft schadet? Fehlanzeige.
Und deshalb haben die Wolkenhasser den Spieß umgedreht und fordern von den Dampfern, dass die den ganzen Bodensee leerpumpen… und den Schlamm durchwühlen. Bis dahin gibt’s Badeverbot, man kann ja nie ausschließen…

Riccardo Polosa et al.: Health impact of E-cigarettes: a prospective 3.5-year study of regular daily users who have never smoked (PDF)
Phillips B. et al.: Toxicity of the main electronic cigarette components, propylene glycol, glycerin, and nicotine, in Sprague-Dawley rats in a 90-day OECD inhalation study complemented by molecular endpoints.
EurekAlert: No adverse health impacts from long term vaping — Study
Riccardo Polosa et al.: Health effects in COPD smokers who switch to electronic cigarettes: a retrospective-prospective 3-year follow-up
Albert D. Osei et al.: Association Between E-Cigarette Use and Cardiovascular Disease Among Never and Current Combustible-Cigarette Smokers
Mauro Scungio et al.: Measurements of electronic cigarette-generated particles for the evaluation of lung cancer risk of active and passive users
Hansson J. et al.: Use of snus and risk for cardiovascular disease: results from the Swedish Twin Registry.
Catherine L. Ford et al.: Nicotine Replacement Therapy and Cardiovascular Disease
Cooper S. et al.: The SNAP trial: a randomised placebo-controlled trial of nicotine replacement therapy in pregnancy–clinical effectiveness and safety until 2 years after delivery, with economic evaluation.
Waldum H.L. et al.: Long-term effects of inhaled nicotine.

Die Kapitulation

Erst mal vorweg: Ich bin nicht naiv… also, nicht sooooo naiv. Politik bedeutet, dass man mit Kompromissen und kleinen Schritten vorwärts trippelt und einen langen Atem braucht. So strampelt der Hase, das ist Demokratie, besser geht’s nicht.
Deshalb verstehe ich auf der einen Seite echt gut, was der BfTG und der VdeH jetzt versuchen. Sie füttern die Wölfe, damit die sie nicht zerfleischen. Zuckerbrot für Politiker und viel Kreide fressen. Und noch einen aus der Sprichwortkiste: Wenn die Felle schwimmen, hilft nur noch ins Wasser hüpfen. Macht das Sinn? Egal.

Ich kann also schon irgendwie verstehen, dass und warum die Dampfverbände ihre “Leitlinie für eine verantwortungsvolle E-Zigaretten-Werbung” rausgehauen haben. Alles in allem ist das aber trotzdem nix anderes als das Wedeln mit der weißen Fahne, der Versuch, die totale Niederlage zu verhindern.
Nur, wie schon der “Guru” ganz richtig schrieb, da ist nix mehr zu verhindern. Das Kind, Brunnen… plumms.

So wie’s aussieht, haben es die Racker (und Rackerinnen) von CDU und SPD echt geschafft, sich mal bei was einig zu sein. Schade nur, dass es gerade bei diesem bekoteten Unsinn ist. Das komplette Werbeverbot für ne Sache, die harmloser als Colasaufen ist. Konfettikanone!
Aber wickeln wir den Dackel erst mal von der Hutschnur durchs Nadelöhr. (Tat der weh?)

Was steht in der Leitlinie eigentlich überhaupt drin? Ich lass die Präambel erst mal weg, da steht eh nur komisches Geschwurbel drin. Gleich direkt zum Werbekodex.

Am Anfang geht’s darum, dass in der Werbung drinstehen soll, Dampfen macht viel weniger aua als Rauchen und es soll keine Werbung für “Dualuse” geben. Also so die Richtung: Keine Tabakwerbung durch die Hintertür. Beides soweit okay… für die Verbände ist Dampfen eben nur ne Rauchentwöhnung.
Und dann ist da noch der Satz: “E-Zigaretten sollen nicht als Mittel zur Umgehung von gesetzlichen Rauchverboten beworben werden.” Klingt erst mal logisch, ist aber Unsinn. Das ist, als wenn Fahrräder nicht damit beworben werden dürfen, dass man mit denen schneller durch die vollgestopfte Stadt kommt, als mit dem fetten SUV. Aber die Politik wird eh noch dafür sorgen, dass der leckere Nebel überall da verboten wird, wo der stinkige Qualm schon verboten ist, dann erledigt sich das von selbst.

Jetzt kommt der erste Witz: “Werbebotschaften und – bilder, die den Eindruck erwecken, der Konsum von E-Zigaretten sei gesundheitlich unbedenklich, sind unzulässig.
Nichts, aber so was von absolut nichts ist “gesundheitlich unbedenklich”. Aber nur bei der Dampfe macht man daraus ein Ding? Mir schon klar, dass das ein Zuckerbrot für die Rasselbande in Berlin ist, aber noch sinnfreier geht’s doch echt nicht.
Hauptsache mein Bier ist erfrischend, eine Perle der Natur, das einzig Wahre und, ohne Alkohol, sogar das beste Zeug für nach’m Sport.
Ich glaube, jetzt brauch ich erst mal die wohltuende Kraft der Kräuter und gönn mir nen Underberg. So Verdauung und so. Ist ja gesund, oder?

Aber die Pointe vom Kracher komm mit den Warnhinweisen: “E-Zigaretten-Werbung muss gut lesbare Warnhinweise und deutliche Hinweise enthalten, dass sich die Werbung ausschließlich an erwachsene Raucher bzw. Dampfer richtet.” Zu der Sache mit dem Jugendschutz komm ich später.
Aber bitte, was für Warnhinweise? Vorsicht, dieses Produkt kann Sie zum Nichtraucher machen? Vor was wollen die denn warnen? Gibt ja nix.
Jetzt mal echt, bis heute gibt’s nicht den Fitzel an Hinweis, dass Dampfen irgendwas ernsthaft böses macht.
Muss wohl erst noch was lustiges erfunden werden, so wie das Märchen von dem “Stoff, der sehr stark abhängig macht”. Alles, was mit Wolken zu tun hat, braucht dringend so nen todesanzeigenartigen Kasten, in dem was drinsteht, das wie ne Warnung aussieht. Mein Vorschlag wäre: “Dieses Produkt enthält Chemie. Chemie kann tödlich sein.”

Den nächsten Punkt find ich echt super, uneingeschränkt: “In der Werbung für E -Zigaretten kommen keine Personen zum Einsatz, die jünger als 30 Jahre sind.” Nee, echt jetzt, endlich mehr ältere Knacker in der Werbung, jenseits der Haftcremereklame. Und dann auch noch für so was geiles wie ne E-Fluppe. Coool Mann!
Man gut, dass Influencer keine Werbung machen. *zwinkersmiley*

Im Rest dieses Machwerks geht es eigentlich nur noch um Jugendschutz und dass kein Weißkittel in die Kamera lallen soll, Dampfen sei gut für die Haare. Hat seine Zahnarztfrau gesagt. Geschenkt.
Zum krönenden Schluss bieten die Verbände dann noch fix ne neue ABM-Maßnahme an, ne Prüfstelle, die das ganze überwacht. Für Leutchen, die sich wichtig fühlen wollen und für’s Nixtun gerne mal nen Euro einstecken. Kommt bei der Berliner Reichstagstruppe immer gut an.

Durch diese ganze Buchstabensammlung zieht sich ein roter Zwirn: Jugendschutz.
Davon schwurbelt unnötigerweise schon die Präambel: “Der Jugendschutz hat für uns Priorität: wir verkaufen unsere Produkte ausschließlich an Verbraucherinnen und Verbraucher, die ihre Volljährigkeit nachgewiesen haben.
Öhm jupp, mit anderen Worten, sie machen, was im Gesetz steht. Find ich echt toll. Sollte man auch noch mal erwähnen dürften. Eifein, Bello kriegt’n Leckerlie.

Es geht also nur noch darum, dass unsere Kleinen geschützt werden. Auch vor Werbung für Wolken. Ob was aua macht, is schon obersalami.
Die Regierer, Regiererinnen und Regierumse in Berlin haben nämlich die Keule Jugendschutz entdeckt und zerdeppern mit der jetzt dem Dampfen freudig das Genick.

Schuld daran ist aber nicht, dass irgendwelche Dampfenschmieden und Liquidpanscher das Dampfen als Lifestyle vermarkten,… hey, mal ehrlich, ist es doch schließlich auch… sondern dass alle schon immer auf der Jugendschutzschiene mitgedackelt sind. Von Anfang an kam keiner auf die Idee, mal freundlich darauf hinzuweisen, dass es da nix gibt, vor dem unsere Halbstarken geschützt werden müssen. Klar, kann ich so’n bissel auch verstehen, wer möchte schon als Kinderverführer dastehen!? Aber dann darf hinterher auch keiner heulen, wenn ihm der Jugendschutz deftig um die Ohren fliegt.
Wenn’s um Kinder geht, dann ist nämlich Schluss mit vernünftig, dann muss geschützt werden… ums verrecken.

Wie ich oben schon von mir gelassen hab, braucht Politik kleine Trippelschritte und langen Atem, is so. Nur muss man auch kapieren, wenn man im Treibsand trippelt und wenn das Gegenüber einem beide Hände um die Kehle legt. Vielleicht wär’s mal Zeit für die Frage, ob’s nicht schon so weit ist?! Ob man nicht Kompromiss um Kompromiss längst voll in die Ecke gequetscht wurde?

Wir sollten endlich eine Frage laut stellen: Wovor sollen unsere Jugendlichen geschützt werden?

Vor Disconebel mit Geschmack, der harmloser als Cola ist? Vor einem Gatewayeffekt, den es bewiesenermaßen nicht gibt?
Nein, die Kiddies sollen nur vor einer einzigen Sache geschützt werden: Etwas zu tun, was ignorante Ideologen schlicht für moralisch verwerflich halten. Ob’s schadet? Wen interessiert’s? ES SIND WOLKEN!

Das “Nichtwolkenmachen” ist zu einer Religion geworden, die keine Argumente oder Fakten mehr akzeptiert. Und um sie durchzusetzen und zu verbreiten, ist mittlerweile jedes Mittel heilig.
Doch wie bei allen anderen Religionen, hilft auch hier kein Schwanz einziehen oder Köpfchen ducken. Da hilft nur kompromisslose Aufklärung.

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BfTG: E-Zigarettenverbände veröffentlichen Selbstverpflichtung zu Werbe-Leitlinien

Vapers.guru: Verbände geben Leitlinien für Werbung heraus

V.S.I.: Leitlinien für E-Zigaretten Werbung

Der Krieg der PöLa

Wer schon länger der leckeren Wolke frönt und den Kampf der Wolkenhasser gegen die Dampfe verfolgt hat, der kennt sie: Frau Dr. Martina Pötschke-Langer. Bis 2016 war sie Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention im Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). Leider hatte sie sich 2016 aber nicht in den Ruhestand verabschiedet, den sie sich bestimmt voll und ganz verdient hätte und den ihr auch sicherlich jeder Dampfer gönnt, sondern sie übernahm den Vorstandsvorsitz des Aktionsbündnis Nichtrauchen e.V.

Da wurde es zwar ein wenig ruhiger um sie, aber wirklich weg war die Kämpferin gegen die Wolke nie. Ganz im Gegenteil. Und jetzt hat sie bzw. das Aktionsbündnis Nichtrauchen e.V. ein neues Positionspapier zur E-Zigarette rausgebracht. Das besteht aus ein paar wilden Behauptungen und natürlich auch einer Handvoll Forderungen an die Politik.

Es ist wieder ein Meisterwerk der Desinformation geworden, eine Kunst, der Frau Dr. Pötschke-Langer schon zu DKFZ-Zeiten mit Freude und Inbrunst frönte.
Dann gucken wir uns das Ding doch mal an.

Dampfen ist gefährlich, denn…

“… das vom Konsumenten inhalierte Aerosol enthält in Abhängigkeit vom E-Zigarettentyp, der Zusammensetzung des verwendeten Liquids und dem Konsumverhalten verschiedene schädliche Substanzen, darunter atemwegsreizende wie Propylenglykol, krebserzeugende Substanzen wie Formaldehyd und teilweise gesundheitsschädigende Metalle wie Blei und Chrom.”

Propylenglykol ist sogar fast immer in der leckeren Wolke, da ist der “E-Zigarettentyp” ziemlich Schnuppe. Nur will die liebe Frau Dr. Pötschke-Lange einfach nicht kapieren, dass da nix mit “atemwegsreizend” ist. Es mag ihr persönliches Mantra sein, wahr wird’s dadurch trotzdem nicht. Aber Realität ist eben nicht ihr Geschäft, sondern der Kampf gegen die Wolke mit allen Mitteln. Da erfindet man eben auch mal schnell eine “Atemwegsreizung”… die noch nicht mal die ECHA gesehen hat und flugs unserem Grundstöffchen Unbedenklichkeit bescheinigte.
Doch da sind ja noch Böslinge wie Formaldehyd und Metalle im Nebel. Und da muss ich leider zugeben: Das stimmt.
Was das Aktionsbündnis nur leider hier irgendwie nicht wichtig findet, ist, wie viel davon tatsächlich im Gewölk steckt. Bei den Metallen muss man nämlich teilweise einige Liter Liquid am Tag wegpaffen, damit der Grenzwert für inhalative Medikamente überhaupt angekratzt wird. Und Formaldehyd und Co. entsteht bei der Dampfe über den Tag weniger, als du in der gleichen Zeit ganz normal so auspustest… ohne Dampfen. Der Mensch ist also ne fettere “Giftschleuder” als die Dampfe. Gefahr “Nebenmann”!

Für diesen Stuss mit den Schadstoffen wird als Referenz übrigens keine Studie genannt, die tatsächlich was nachgewiesen hat, sondern eine, die sich einfach nur andere Studien angeguckt hat. Das blöde dabei: Denen war’s Latte, ob die jetzt ne vernünftige oder eine Schrottstudie vor sich hatten. Da ging’s nur um die Menge, nicht die Qualität. Tatsächliche Aussagekraft hat diese Blättersammlung eher weniger.
Aber das mit den Referenzen ist in dem ganzen Papier sowieso ne knuffige Sache, kommen wir noch drauf zurück. Weiter geht’s.

“… E-Zigaretten enthalten meist Nikotin. Nikotin macht abhängig und aus Tierversuchen ist bekannt, dass es das Wachstum von Tumoren fördern und während der Schwangerschaft die Hirnreifung des Ungeborenen beeinträchtigen kann.”

Hier wird wieder eine der Lieblingsbehauptungen von Wolkenhassern in die Welt geblasen: Nikotin macht abhängig. Das Problem an der Sache ist nur, dass es dafür nicht den kleinsten Beweis gibt. Das konnte echt noch nirgendwo nachgewiesen werden, noch nicht mal in Tierversuchen. Es sieht eher so aus, dass, wenn einer noch nie was mit Nikotin zu tun gehabt hat und der donnert sich jetzt das Zeug mit der Dampfe in den Balg, dann ist da nix mit Abhängig.
Aber das Aktionsbündnis hat natürlich auch hier wieder eine Referenz zu einer Studie. Blöderweise ist das keine, die tatsächlich das Abhängigkeitspotenzial von Nikotin untersucht hat, sondern in der einfach nur steht, was Nikotin so macht… und zwar, wenn’s im Tabak steckt.
Jupp, in der Studie geht’s nämlich um Nikotin im gerollten Blätterwerk, das hat mit der Dampfe so viel zu tun, wie ein Regenwurm mit dem Brenner Basistunnel. Es steht sogar in der Studie direkt drin, dass zur Abhängigkeit viel mehr gehört, als nur Nikotin. Geile Tomate.

Aber Nikotin ist ja auch sonst voll böse… oder!?
Also, öhm… nicht so wirklich. Ja, es gibt Hinweise darauf, dass Nikotin das Wachstum bestehender Tumore fördern könnte. Aber erst mal muss man dafür überhaupt schon diese fiesen Dinger im Körper haben und dann ist das auch noch alles andere als sicher.
Und man hat übrigens tatsächlich herausgefunden, dass Nikotin die Hirnreifung von Ungeborenen beeinträchtigt… bei Tieren. Und bei ziemlich heftigen Mengen von dem Zeug.
Ich bin mal so dreist und behaupte, dass sich die Gehirne von Mäusen und Menschen so’n bissel unterscheiden… nicht bei jedem, okay, aber so in der Masse. Was wir außerdem wissen, ist, dass Mäuse generell ziemlich anders auf Mister Nik reagieren. Am Menschen konnte man zumindest bis jetzt noch nix von dem ganzen Zeug beobachten.

“… zur Wirksamkeit von E-Zigaretten als Hilfsmittel zum Rauchstopp ist derzeit noch keine eindeutige Aussage möglich. Aktuell werden E-Zigaretten im Rahmen der leitliniengestützten Tabakentwöhnung nicht empfohlen. Einige Fachgesellschaften vertreten die Position, dass E-Zigaretten zum Rauchstopp versucht werden können, wenn eine leitliniengestützte Tabakentwöhnung erfolglos geblieben ist.”

Mal abgesehen davon, dass es vollkommen wurscht ist, ob die Dampfe als Rauchentwöhnungsmittel taugt,… hat ja mit der Schädlichkeit nix zu tun… gibt’s mittlerweile einige Studien zu dem Thema, die oberklar zeigen, dass die Dampfe doppelt so gut wirkt, wie Pflaster, Kaugummi und Co.
Dass in Deutschland keiner die leckere Wolke zur Rauchentwöhnung empfiehlt, sagt ja irgendwie nur, dass viele Leutchen bei uns den letzten Schuss noch nicht gehört haben. Mehr nicht. Es sagt nix darüber, ob Dampfen für “Kippenjunkies” jetzt Sinn macht oder nicht.
Ich kann ja auch nicht einfach raushauen: Bananen machen Verstopfung, weil ich die selber nicht als Abführmittel empfehle.

Und zum guten Schluss noch mal, damit das auch wirklich jeder mitkriegt:

“… auch wenn E-Zigaretten im Vergleich zu Tabakrauch erheblich weniger Schadstoffe enthalten, bedeuten sie für ihre Konsumenten – insbesondere für Jugendliche – eindeutig eine Gesundheitsgefährdung.”

Nur mal zum Mitschreiben: Dieses “erheblich weniger Schadstoffe”, von dem die hier tippseln, sind 99 bis 100 Prozent weniger. Was bitte für eine Gefahr bleibt denn da noch!?
Außerdem wird das mit der Schädlichkeit ja nicht einfach wahr, weil’s hier immer wieder steht. Wir sind ja nicht im Träumdirwasland. Wär schon schön, wenn auch irgendwelche Belege für diese Gesundheitsgefährdung rausgekramt würden. Tja, in diesem bedruckten Origami… Pustekuchen.
In dem ganzen Machwerk findet man nicht gerade viele Belege für irgendwas.

Trotzdem folgt natürlich jetzt die Forderungstirade.

  1. Schutz der Jugend durch konsequenten Vollzug des Jugendschutzgesetzes und Verbot von Produktbeschreibungen, die Jugendliche in besonderem Maße ansprechen
  2. Verbot des Zusatzes von suchtsteigernden Substanzen; kontinuierliches Monitoring und Prüfung von Zusatz-und Aromastoffen hinsichtlich gesundheitsschädlicher und suchtsteigernder Wirkung
  3. Umfassendes Werbeverbot für E-Zigaretten
  4. Verwendungsverbot in Nichtraucherbereichen
  5. Besteuerung von E-Zigaretten deutlich über dem Mehrwertsteuersatz
  6. Übernahme der Entsorgungskosten für die durch den Konsum von E-Zigaretten entstehenden Abfälle durch die Industrie
  7. Politische Einflussnahme der Hersteller und Händler von E-Zigaretten, sowie ihrer Lobbygruppen transparent machen und eindämmen

Klar, man kann darüber diskutieren, ob das mit dem Jugendschutz beim Dampfen überhaupt Sinn macht. Aber da’s im Moment nun mal so ist, dass für die kleinen Racker die leckere Wolke verboten ist, muss das mit dem Jugendschutz auch klappen. Und das tut es im Land zwischen Rhein und Oder jetzt schon ziemlich gut. Man kann immer besser, aber Alarm ist da nun echt nicht.
Und wenn das mit dem Jugendschutz klappt, dann braucht man sich um Produktbeschreibungen keinen Kopp machen und erst recht ist ne Steuer Schwachsinn, die unsere Kleinen schützen soll. Genauso ist es hirnrissig, dass man für ne Sache, die harmloser als Cola ist, keine Werbung machen darf.

Dass die Dampfe in das Nichtraucherschutzgesetzt soll, ist mal der Oberblödsinn. Hier verweist das Papier auch nur auf einen Schrieb der sogenannten Innenraumhygienekommission von 2016, wo aus Nebel Feinstaub wurde und die Flüssigkeitströpfchen schädlich waren, weil… öhm… sie da waren. Wundert mich, dass noch nicht vorm Kochen oder nebligen Herbsttagen gewarnt wurde.
Wir reden hier immer noch über Disconebel mit Geschmack. Es kann jeder mit nem IQ eines Misthaufens erkennen, dass das ein riesiger Hirnfurz ist. Wir wissen mittlerweile, dass der Nebel aus der Dampfe niemandem was tut, da ist nix unsicher. Es muss also keiner vor irgendwas geschützt werden.
Hier geht’s der Frau Dr. Pötschke-Langer auch nicht um Schutz. Sie will einfach nur, dass die Leute Angst vor Dampfern haben und sie für Massenmörder halten. Hat ja bei den Rauchern auch schon funktioniert.

Lustig wird’s bei Punkt sechs. Ich zitiere mal aus der Begründung:

“Durch die aus Plastik, Metall und Batterie/Akku bestehenden Grundgeräte und die zahllosen Nachfüllfläschchen entstehen große Mengen an Sonder-und Plastikmüll.”

Mal abgesehen davon, dass Akkus sowieso vom Händler zurückgenommen werden und Elektroschrott überall bei Wertstoffhöfen meistens kostenlos ein seliges Ende finden… Plastikmüll? Echt jetzt?
Der Gesetzgeber zwingt die Hersteller und Händler, alles in kleine 10ml Minifläschchen zu füllen, und dann sollen die für diesen Unsinn auch noch in die Tasche greifen? Konfettikanone!

Ein Punkt, den ich allerdings wirklich okidoki finde, ist der letzte. Transparenz find ich super, nicht nur bei Windschutzscheiben. Aber dann für alle. Dann müssten die vom Aktionsbündnis auch mal damit rausrücken, dass damals die Pillendreher von Novartis das Bündnis über eine Agentur gegründet haben, damit sie ihre Nikotinpflästerchen besser verkaufen können. Ich wäre nicht gerade überrascht, wenn noch heute lustig die Rubel von den dicken Pharmafirmen rollen würden.
Es würde zumindest erklären, warum dieses Bündnis so einen gequirlten Kuhkot raushaut.

Eigentlich sollte man dieses Machwerk noch nicht mal ignorieren… Nur leider dürfte das aktuell auf jedem Schreibtisch von den Leutchen im Bundestag landen. So pumpt Frau Dr. Pötschke-Langer die Abgeordneten weiter voll mit Halbwahrheiten, falschen Behauptungen und verdrehten Tatsachen.

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Positionspapier des Aktionsbündnis Nichtrauchen e.V. zu E-Zigaretten (PDF)

Das falsche Schlachtfeld

Da soll’s ja eine Epidemie geben in den Staaten. So’n ganz fettes Ding. Fast alle Kiddies nuckeln an Juuls und können ohne Nikotin nicht mehr leben, verticken sogar ihre Nikies, um sich den Stoff aus dem Pod zu besorgen. Jo… öhm…
So dröhnt es zumindest aus den Propagandatröten der FDA. Dass das alles absoluter Blödsinn ist, kümmert in den USA schon keinen mehr, der Krieg gegen den leckeren Nebel läuft auf Hochtouren. Da wird vor allem gegen die Aromen im Wolkentonikum geschossen und neuerdings steht sogar im Raum, dass man die Podsysteme generell verbieten will. Alles nur, um die Kiddies vor etwas zu schützen, was die eh nicht kaufen dürfen.

Zusammen mit der Juul schwappte diese Panikwelle jetzt über den Teich und allen bibbern die Knie, weil bei uns bald nur noch jugendliche Nikotinzombies durch die Straßen sabbern. Angelockt von Mango, Crème brûlée und Gummibärchengeschmack, werden Millionen von Halbstarken durch die leckere Wolke zu willenlosen Nikotinjunkies. Klare Sache.

Okay, das mit dem “abhängig von Nikotin” ist schon Kuhmist, es gibt nämlich null Belege dafür, dass Leutchen, die noch nie dem Mister Nik gefrönt haben, überhaupt von dem Zeug abhängig werden. Aber davon ab, gibt’s noch’n klitzekleinen Anker an der ganzen Geschichte: Jugendliche dürfen gar nicht dampfen. Die dürfen sich das Zeug noch nicht mal im Laden oder im Internetz krallen. Aber da komm ich gleich noch drauf.
Aktuell wird nämlich auch im Land der Brunhilde… oh mein Fagott, er hat es gesagt… über Aromen in Liquids gebrabbelt, denen unsere kleinen Kiddies hilflos verfallen könnten. Also ehrlich, muss denn ein Liquid für Erwachsene echt nach Gummibärchen oder Marshmallows schmecken? Und überhaupt, nicht nur die Aromen. Was sollen denn diese ganzen bunten Verpackungen, die mehr nach Kindergeburtstag als nach gepflegter, nebliger “Herrenrunde” aussehen? Und Akkuträger, die einen an Batmobil oder Spinnenmännchen erinnern? Ist doch alles Kinderkram. Warum macht man so was? Ist das echt in Ordnung? Ja.

Weil es Erwachsenenzeug ist!

Denn da kämen wir wieder drauf: Dampfen ist ab 18. Das ist zwar in meinen Augen Unsinn, aber nun mal aktuell Tatsache. Und das heißt, es ist vollkommen wurscht, wonach was aussieht oder schmeckt. Es ist oberlatte, ob das auch Kinder toll finden würden. Sie können es eh nicht kaufen. Zumindest, wenn das mit dem Jugendschutz funktioniert. Und das wär dann nämlich auch der Mops im Dackel.
Diese ganze Diskussion geht voll am Thema vorbei. Das Problem ist nicht das Leckerschmecker im Liquid oder lustig bunte Akkuträger, sondern ganz einfach, ob das mit dem Jugendschutz klappt.
Und mal ganz ehrlich, in se gudd old Bundesrepublik klappt das ziemlich supi. Klar, besser geht immer, aber so grundsätzlich haben wir das ganz gut drauf. Kennt doch jeder, der schon mal versucht hat, in seinem Dampfershop im Netz Watte zu kaufen. Erst mal den Perso rauskramen und brav die Zahlenkolonne eintippen, bevor da irgendwas geht. Und die nette unterbezahlte Fachkraft von DHL starrt dich nicht so an, weil sie dich gleich vernaschen will, sondern weil die dir dein Päckchen nur geben darf, wenn du schon mindestens 18 Lenze zählst.
Im Automaten gibt’s Dampferzeug eh noch nicht und im Dampfshop um die Ecke schmeißen sie dich meistens gleich wieder raus, wenn du noch keine Haare am Sack hast… oder an anderen Geschlechtsteilen.

Was soll also dieses ganze Gebrabbel, dass Verpackungen von Wolkensuppen bloß nicht zu kindisch daherkommen dürfen? Wenn’s nach fruchtigen Lutschbonbons schmeckt oder ner spritzigen Melone, dann darf man das der Verpackung auch ruhig ansehen. Oder wenn das lecker Liquid an Sachen aus der Kindheit erinnert… solange man nicht auf Markenrechte nen Haufen setzt, ist das voll in Ordnung. Auch Erwachsene sind Kinder… zumindest gewesen.
Mit der Verpackung muss ich den Nachwuchs nicht vorm leckeren Disconebel schützen, das macht schon Pappa Staat mit’m Gesetz.

Das mit der Selbstzensur ist Ziegenexkrement! Nur weil wir nicht wie Kinderverführer aussehen wollen? Weil wir Dampfer schön die Füße stillhalten müssen, damit uns die Berliner Rasselbande nicht drauf tritt? Aber die treten sowieso, egal, was wir machen.
Unser Wolkentonikum macht wahrscheinlich weniger Aua als “Nimm 2”, soll aber aussehen wie ne Flasche Schnaps.

Wobei… nee, nicht wie Schnaps. Bei Alkohol ist das alles ja ne ganz andere Sache. Da ist es voll knorke, wenn Wodka nach Erdbeeren, Wassermelone oder Nuss-Nougat schmeckt. Gin darf mit einer voll erwachsenen Marshmallownote daherkommen und ne 25er Packung kleiner Likörchenflaschen natürlich aussehen, als seien die der Stimmungsmacher für den nächsten Kindergeburtstag.
Das geht alles voll in Ordnung, ist schließlich Erwachsenenzeug. Und auf’m Kindergeburtstag gibt’s ja natürlich keinen Alkohol, nur Kindersekt und Kinderbowle… da können die kleinen schon mal “trocken” üben.

Jeder, der einen höheren IQ als das RTL-Vorabendprogramm hat, kapiert, dass Erwachsene auf Fruchtiges und Süßes stehen… nicht nur in der Mon Chéri Zeit. Für viele ist das jammi Brausebonbonliquid einfach auch wichtig, damit sie nicht mehr zum gerollten Blätterwerk greifen. Leckerschmecker gehört zum Dampfen wie Räder an’s Auto. Außerdem reden wir hier über was, das harmloser als Cola süppeln und mal heftig weniger schädlich als Alkohol ist, den die Kiddies sich sogar schon mit 14* in den Leib schütten dürfen.

Es wird Zeit, dass wir ernsthaft und sachlich darüber reden, ob das mit dem Jugendschutz bei leckerem Disconebel überhaupt Sinn macht. Bis es soweit ist, sollten wir uns nicht mehr von Ideologien verarschen lassen, sondern wieder das Ding auf dem Hals benutzen und wenigstens auf dem richtigen “Schlachtfeld” tanzen.

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* Nach §9 Absatz 2 des JuSchG ist es Jugendlichen (also ab 14) erlaubt, in Beisein eines Erziehungsberechtigten Bier, Wein oder Schaumwein zu kaufen und zu konsumieren.

Vapoon: Lasst die kleinen dampfen