Studie: Keine Hinweise auf Schädigung der Blutgefäße durch die E-Zigarette

In einer Studie der Universtity of California Los Angeles (UCLA) wurde der Einfluss des Dampfens auf die Endothelzellen der Blutgefäße untersucht. Die Endothelzellen sind die Zellen, welche die Innenwände der Blutgefäße auskleiden. Die Werte von 31 E-Zigarettennutzern und 47 Nichtrauchern/Nichtdampfern wurden gemessen, direkt nachdem sie eine E-Zigarette mit und ohne Nikotin gedampft hatten.

Dabei konnte weder zwischen Dampfern und Nichtdampfern, noch vor und nach dem Dampfen ein signifikanter Unterschied festgestellt werden. Es konnten demnach keine Hinweise dafür gefunden werden, dass die Nutzung von E-Zigaretten, egal ob mit oder ohne Nikotin, die Funktion der Endothelzellen in den Blutgefäßen negativ beeinflusst.

Diese Untersuchungen widersprechen damit den Ergebnissen einer deutschen Studie, die Ende letzten Jahres von einer Gruppe der Johannes Gutenberg-Universität Mainz um den Kardiologen Prof. Dr. Thomas Münzel veröffentlicht worden ist. Die Mainzer Studie erntete schon damals heftige Kritik aus Fachkreisen. Kurze Zeit später wurde zudem eine britische Studie veröffentlicht, die aufgezeigt hatte, dass sich bereits einen Monat nach dem Umstieg vom Rauchen aufs Dampfen die Funktion der Blutgefäße wieder nahezu normalisiert. Unabhängig davon, ob mit oder ohne Nikotin gedampft wird.

Die aktuelle Studie der UCLA zeigt erneut, dass Dampfen mit Nikotin die Blutgefäße nicht zu schädigen scheint. Prof. Dr. Bernd Mayer dazu auf Facebook:

“Für mich ist das Thema endotheliale Dysfunktion durch Nikotin, das mich seit Jahren interessiert, nunmehr erledigt. Der bekannte Effekt von Tabakrauch beruht nicht auf dem Nikotin, und das Dampfen mit oder ohne Nikotin schädigt Blutgefäße nicht.”


Kacey P. Haptonstall et al.: Differential Effects of Tobacco Cigarettes and Electronic Cigarettes on Endothelial Function in Healthy Young People

Nikotin könnte bei Covid-19 helfen

Aktuelle Zahlen und Studien aus vielen Ländern zeigen, dass Raucher im Verhältnis deutlich seltener an Covid-19 zu erkranken scheinen als Nichtraucher. Diese Beobachtung hat für viel Verwunderung gesorgt, da die durch Rauchen verursachten Schädigungen der Lunge den umgekehrten Effekt erwarten ließen. In der Regel sind Raucher eher anfällig für Atemweginfektionen als Nichtraucher.
Wissenschaftler des Hôpitaux de Paris sowie des Pasteur Instituts haben nun die Hypothese aufgestellt, dass für diesen Effekt Nikotin die entscheidende Rolle spielen könnte. Unter ihnen ist auch einer der weltweit führenden Neurowissenschaftler, Jean-Pierre Changeux.

In einer kürzlich veröffentlichten Arbeitshypothese vermuten die Forscher, dass Nikotin möglichweise das Risiko einer Ansteckung reduziere. Vermutet wird, dass nikotinische Acetylcholinrezeptoren (nAChR) für die Verbreitung von SARS-CoV-2 im Körper von entscheidender Bedeutung sein könnten. Bisher wird angenommen, sogenannte ACE2-Rezeptoren seien das Haupteinfallstor für das Covid-19 verursachende Virus.
Die Vermutung ist, vereinfacht ausgedrückt, dass Nikotin einen Teil der Rezeptoren blockiert. Somit hätte das Virus deutlich weniger Möglichkeiten an diese Rezeptoren anzudocken, wodurch sich die Verbreitung im Körper verringert.
Im Papier der französischen Wissenschaftler heißt es dazu: “Nikotin könnte als potentiell vorbeugendes Mittel gegen Covid-19-Infektionen vorgeschlagen werden. Sowohl die epidemiologische sowie klinische Evidenz als auch die Computerberechnungen legen nahe, dass die Covid-19-Infektion eine nAChR-Erkrankung ist, der durch Nikotin sowohl vorgebeugt, die durch Nikotin aber auch kontrolliert werden könnte.” Die Forscher planen daher, Nikotin therapeutisch an Covid-19 Patienten zu erproben, die stationär behandelt werden. Dies soll mit Pflastern, Kaugummis oder Präparaten zum Schnupfen geschehen.

Sollten sich die Vermutungen bestätigen und Nikotin hätte sowohl eine schützende als auch therapeutische Wirkung, könnte das nicht nur ein entscheidender Durchbruch beim Kampf gegen Covid-19 sein. Es ließe auch die E-Zigarette in einem neuen Licht erscheinen. Logischerweise werden Liquidverdampfer in dem Papier nicht erwähnt.
Allerdings könnte sich die E-Zigarette als ein sehr gutes Transportmittel für Nikotin erweisen. Zudem konnte bis heute in keiner klinischen Studie eine ernsthafte schädliche Wirkung des Dampfens nachgewiesen werden. Ein weiterer Vorteil könnte die mögliche antimikrobielle Wirkung vom in Liquids enthaltenen Propylenglykol sein. Verschiedene Studien hatten in der Vergangenheit bereits Hinweise darauf geliefert, dass E-Zigaretten möglicherweise eine protektive Wirkung bei Atemwegsinfektionen haben könnten1.

Rauchen wäre in diesem Zusammenhang allerdings auch zukünftig nicht zu empfehlen. Der österreichische Toxikologe Prof. Dr. Bernd Mayer stellt dazu die Vermutung auf: “Ich würde […] soweit gehen, zu behaupten, dass das Rauchen die (hypothetische) Schutzwirkung von Nikotin teilweise aufhebt. Dass man also als Nikotin-Dampfer besser dran ist als Nicht-Dampfer und Raucher.”

Es muss aber erwähnt werden, dass es sich aktuell lediglich um eine Arbeitshypothese handelt. Sie scheint zwar logisch und schlüssig, muss jedoch erst noch genauer geprüft sowie in Fachkreisen diskutiert werden. Es braucht noch viel Forschungsarbeit, um aus dieser Theorie möglicherweise Gewissheit werden zu lassen.

In jedem Fall gilt, dass Nikotin kein sicherer Schutz vor einer Ansteckung mit Covid-19 ist. Es kann möglicherweise lediglich das Risiko einer Ansteckung verringern und bei der Therapie helfen. Auch Dampfer sollten daher die gebotenen Hygienemaßnahmen vollumfänglich befolgen.
Allerdings könnte es der falsche Moment dafür sein, über ein reduzieren oder weglassen von Nikotin im eigenen Liquid nachzudenken.

Jean-Pierre Changeux et al.: A nicotinic hypothesis for Covid-19 with preventive and therapeutic implications

1: Joanna Astrid Miler et al.: Changes in the Frequency of Airway Infections in Smokers Who Switched ToVaping: Results of an Online Survey

Studie: Kein nennenswertes Krebsrisiko durch die Nutzung von E-Zigaretten

In einer kürzlich im Nature Journal veröffentlichten britischen Studie ist untersucht worden, ob sich die Nikotinkonzentration des konsumierten Liquids auf die aufgenommene Schadstoffmenge auswirkt. Die Studienteilnehmer hatten die Wahl zwischen einem Liquid mit 6 und einem mit 18mg/ml Nikotin. Als Verdampfer kam ein Aspire Nautilus zum Einsatz. Über die Dauer von vier Wochen wurden Häufigkeit und Länge der Züge von 19 Probanden aufgezeichnet. Mit diesen Daten konnte dann das Zugverhalten im Labor nachgestellt werden. Auf diese Weise wurden der Verbrauch und die Menge der entstandenen Schadstoffe im Dampf gemessen. Anschließend berechneten die Wissenschaftler dann aus den Ergebnissen das Krebsrisiko das vom freigesetzten Formaldehyd und Acetaldehyd ausgeht.

In der Studie wurde deutlich, dass von den Teilnehmern häufiger und länger an der E-Zigaretten gezogen wurde, wenn sie weniger Nikotin im Liquid hatten. Das führte logischerweise zu einem höheren Verbrauch. Dadurch nahmen die E-Zigarettennutzer natürlich auch mehr Schadstoffe auf.

Daraus konnten die Autoren berechnen, dass das Krebsrisiko bei einem Liquid mit 6mg/ml Nikotin teilweise mehr als doppelt so hoch war, als bei einem Liquid mit 18mg/ml. In Bezug auf die Schadstoffbelastung, kann es also von Vorteil sein, mehr Nikotin im Liquid zu haben. Da weniger Liquidverbrauch eine geringere Aufnahme von Schadstoffen bedeutet.

Die Autoren der Studie bemerkten zudem, dass Rauchen etwa 3.000 bis 21.000 mal krebserregender sei als Dampfen.
Es stellt sich also die Frage, inwiefern die gemessenen Schadstoffmengen überhaupt gesundheitlich relevant sind. Sie lagen schließlich weit unter den Grenzwerten, ab denen mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung gerechnet werden kann. Dies lässt den Schluss zu, dass der Konsum von E-Zigaretten beim Nutzer zu keiner nennenswerten Erhöhung des Krebsrisikos führt. Zumindest, was Formaldehyd und Acetaldehyd betrifft.

Leon Kosmider et al.: Daily exposure to formaldehyde and acetaldehyde and potential health risk associated with use of high and low nicotine e-liquid concentrations

Die E-Zigarette – Ein paar wichtige Fragen und Antworten

Die WHO hat sich erst kürzlich in Pippi Langstrumpf Manier die Welt zurechtklöppeln wollen, wie es ihr gefällt. Nach dem Motto: Ich stelle Fragen zur E-Zigarette und erfinde einfach Antworten dazu, die ich toll finde. Das gab zehn Punkte für Kreativität, aber leider minus hundert bei der Realitätsnähe.
Doch gerade in diesen Zeiten ist das richtige Wissen wichtig.  In Zeiten, in denen es die E-Zigarette echt schwer hat. Und die Welt durch einen Virus in Atem gehalten wird, dessen Name sich wie eine russische Mittelstreckenrakete anhört.
Deshalb jetzt mal die wahrscheinlich wichtigsten Fragen zur E-Zigarette. Und vor allem Antworten dazu, die wirklich nur auf Fakten beruhen. Daher wird die ganze Soße leider auch recht trocken, sorry.
Weiterführende Links, Quellen und Ergänzungen gibt’s unten drunter. Damit das alles nicht so unübersichtlich wird, sind die Sachen zum Aufklappen. Für die Antwort einfach auf die jeweilige Frage klicken. Richtig ausführliche Infos findet man übrigens auf e-Dampfen.info.
Und ja, SARS-CoV-2 (aka. Corona) kommt auch drin vor.



Anhang:

Zu 1.:

Riccardo Polosa et al.: Health impact of E-cigarettes: a prospective 3.5-year study of regular daily users who have never smoked
Konstantinos E. Farsalinos et al.: Aldehyde levels in e-cigarette aerosol: Findings from a replication study and from use of a new-generation device
Konstantinos E. Farsalinos et al.: Metal emissions from e-cigarettes: a risk assessment analysis of a recently-published study
Konstantinos E. Farsalinos: Acute vs. chronic effects of e-cigarettes on vascular function
Riccardo Pollosa et al.: E-cigarettes in patients with COPD: current perspectives
Riccardo Pollosa et al.: Health effects in COPD smokers who switch to electronic cigarettes: a retrospective-prospective 3-year follow-up
Solina A. et al.: Vaping effects on asthma: results from a web survey and clinical investigation.
Jacob George et al.: Cardiovascular Effects of Switching From Tobacco Cigarettes to Electronic Cigarettes

Zu 2.:

Bernd Mayer et al.: Effects of flavoring compounds used in electronic cigarette refill liquids on endothelial and vascular function
Konstantinos E. Farsalinos: Toxicity classification of e-cigarette flavouring compounds based on European Union regulation: analysis of findings from a recent study

Zu 3.:

Stanton A. Glantz et al.: Association of E-Cigarette Use With Respiratory Disease Among Adults: A Longitudinal Analysis
Clive Bates’ Stellungnahme zur Studie von Stanton Glantz

Zu 4.:

John Madden: Contaminants in E-Cig Vapor Also Found in Human Breath and Outdoor Air
Martuzevicius D. et al.: Characterization of the Spatial and Temporal Dispersion Differences Between Exhaled E-Cigarette Mist and Cigarette Smoke.
CDC: Evaluation of Chemical Exposures at a Vape Shop
Schripp et al.: Does e‐cigarette consumption cause passive vaping?
Jan Czogala et al.: Secondhand Exposure to Vapors From Electronic Cigarettes
Fromme et al.: Schadstoffbelastung vonPkw-Innenräumen beim Rauchenunterschiedlicher Rauchsysteme
Wouter F. Visser et al.: The Health Risks of Electronic Cigarette Use to Bystanders
Mauro Scungio et al.: Measurements of electronic cigarette-generated particles for the evaluation of lung cancer risk of active and passive users

Zu 5.:

Hansson J. et al.: Use of snus and risk for cardiovascular disease: results from the Swedish Twin Registry.
Catherine L. Ford et al.: Nicotine Replacement Therapy and Cardiovascular Disease
Karim A. Alkadhi et al.: Neuroprotective effects of nicotine on hippocampal long-term potentiation in brain disorders
Waldum HL et al.: Long-term effects of inhaled nicotine.
Pullan RD et al.: Transdermal nicotine for active ulcerative colitis.
Powledge TM: Nicotine as Therapy

Zu 6.:

Bernd Mayer: How much nicotine kills a human? Tracing back the generally accepted lethal dose to dubious self-experiments in the nineteenth century

Zu 7.:

Karl Fagerström: Determinants of Tobacco Use and Renaming the FTND to the Fagerström Test for Cigarette Dependence
Christophe Lanteri et al.: Inhibition of Monoamine Oxidases Desensitizes 5-HT1A Autoreceptors and Allows Nicotine to Induce a Neurochemical and Behavioral Sensitization
Newhouse P. et al.: Nicotine treatment of mild cognitive impairment: a 6-month double-blind pilot clinical trial.
Eric C. Donny et al.: The absence of DSM-IV nicotine dependence in moderate-to-heavy daily smokers

Zu 9.:

Prof. Dr. Heino Stöver: Der Konsum von elektronischen Dampferzeugnissen (eDe) unter Jugendlichen
ASH: Use of e-cigarettes among young people in Great Britain
Linda Bauld et al.: Young People’s Use of E-Cigarettes across the United Kingdom: Findings from Five Surveys 2015–2017
Ramchandar Gomajee et al.: Association Between Electronic Cigarette Use and Smoking Reduction in France
Sandra Chyderiotis et al.: Does e-cigarette experimentation increase the transition to daily smoking among young ever-smokers in France?
Natalie Walker et al.: Use of e-cigarettes and smoked tobacco in youth aged 14–15 years in New Zealand: findings from repeated cross-sectional studies (2014–19)

Zu 10.:

Robert West et al.: Epidemic of youth nicotine addiction? What does the National Youth Tobacco Survey reveal about high school e-cigarette use in the USA?
VdeH: E-Zigaretten und Jugendliche in Europa: Aktuelle Zahlen widerlegen Sorge vor „Epidemie“
Brad Rodu: The 2018 American Teen Vaping Epidemic, Recalculated

Zu 11.:

E-Dampfen.info: Krankheits- und Todesfälle durch verunreinigte THC-Liquids in den USA

Zu 13. und 14.:

Peter Hajek et al.: Changes in the Frequency of Airway Infections in Smokers Who Switched To Vaping: Results of an Online Survey
Konstantinos E. Farsalinos: Smoking, vaping and the coronavirus (COVID-19) epidemic: rumors vs. evidence
Henle W et al.: Effect of propylene glycol aerosol on air-borne virus of Influenza. Proc Soc Exper Biol Med 1941;48:544.
Harris TH et al.: The effect of propylene glycol vapour on the incidence of respiratory infections in a convalescent home for children: preliminary observations. Am J Med Sci 1942;204:430.
Harris TH et al.: Air-borne cross infection in the case of the common cold: a further clinical study of the use of glycol vapours for air sterilization. Am J Med Sci 1943;200:631.


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Menthol, das Ende der Welt und andere Ärgernisse

Zuerst mal die zentrale Frage: Wird Menthol in Liquids nun verboten? Die schlichte Antwort dazu: Ja (allerdings…).

Aber packen wir dem Gaul erst mal in den Pöter. Worum geht’s genau?
Es gibt nen neuen Entwurf für die Tabakerzeugnisverordnung. Und da steht viel drin, was uns mal diagonal den Rücken schrubben kann, damit dürfen sich die Raucher den Blutdruck verschönern. Uns interessiert eigentlich nur der “Anhang 2”. Da steht nämlich, was nich in unser Liquid rein darf. Im Moment sind das Vitamine, Koffein und Taurin. Das juckt uns nich die Bohne, wer tut so’n Zeug schon in die Soße?! Das sind wohl so was wie Platzhalter, oder so.

Na, aber das soll sich ja bald ändern, nu wird die Liste prall gefüllt. Dafür gab’s schon länger nen Entwurf in der Schublade… und den kennen wir. Unter anderem stand da eben auch unser Frischmacher drauf.
Nu gibt’s einen neuen Schubladenwisch. Da steht aber nich wirklich viel neues drin… Liste und so is alles gleich. Ne Kleinigkeit is dann aber doch anders, da gibt’s jetzt’n Datum.  Im alten Zettelchen sollte Menthol nämlich noch sofort verboten werden. Das war nich nur bescheuert, sondern auch ungerecht. Die Tabakdreher haben nämlich ne Galgenfrist, die müssen die Frische erst 2020 aus ihrem Rauchwerk nehmen. Nu is der Unsinn nich mehr ungerecht sondern nur noch bescheuert.
Denn, dieses Blättle hat zwei Seiten. Klar, das Menthol is uns erst mal bis 2020 sicher. Aber wenn nix weiter passiert, dann is dafür ab 2020 auch definitiv Sense. Der Unsinn is nu in Gold gegossen.
Jetzt holen die einen ihren kleinen Optimisten aus’m Rucksack und die anderen beschwören das Ende der Dampferwelt. Und wer hat nu recht? Ich würd sagen… ja, aber nich immer.

Vielen Dampfern, vor allem die meine Soße hier lesen, wird’s am Pürzel vorbei gehen. Die panschen sich ihren Wolkensaft eh meistens selbst… naja, Aromen wird’s halt immer geben und so. Nur ham’s die meisten Dampfer eben nich so mit’m Selbermischen, die kaufen lieber fertiges Zeug. Besonders Leutchens, die gerade umgestiegen sind, brauchen’s fertig gemischt und einfach.
Andere juckt’s auch nich so dolle, die dampfen eh ohne Menthol… denken sie. Aber da könnten die sich so’n bissel das Besteck durch den Schinken gezogen haben. Menthol is nämlich in ganz schön vielen Liquids drin, auch wenn man’s nich schmeckt… einfach nur damit’s runder is oder so’n bissel frischer. Na, wird spannend, welches lecker Zeug dann alles verschwindet. Ach, nur noch am Rande… bevor jetzt wieder welche schlaukacken wolln… Minze, Cooler, Freshener und wie se alle heißen, is alles die selbe Soße, wird’s alles nich mehr geben… also, im fertigen Wolkentonikum.

Deshalb is Menthol ein super Ding für’s Liquid… und eben auch für die Berliner Obrigkeit. Damit können die den Dampfer nämlich bei den Klöten schnappen. Klar kannst du dir das Liquid mit’m Spritzer “Freshmaker” selbst aufhübschen. Aber das is nix für Anfänger oder Kartuschendampfer und geht eh nur bei echt mentholigen Liquids.
Doch um’s Aroma geht’s eigentlich gar nich. Hier geht’s um ein krankes Prinzip der Leutchens aus Berlin. Die Begründung für den ganzen Mist ham die nämlich nich geändert, die haben das so ziemlich von den Zichten übernommen. Da is gekritzelt:

“Diese Übergangsfrist gilt auch für Menthol als Inhalationserleichterer in elektronischen Zigaretten und Nachfüllbehältern.”

Mal klar gesagt: Das is Kuhkacke. Die verbieten Menthol, weil es “das Inhalieren oder die Nikotinaufnahme erleichtert”. Ernsthaft. Steht da drin. Und is kompletter Blödsinn.
Bei der Kippe stimmt’s, klar, aber eben nich bei der Dampfe. Da is das sogar genau anders rum. Erst bei Liquids über 24mg/ml Nikotin, is das ein bissel wie in der Fluppe. So’n heftiges Zeug dampft jetzt schon kaum einer, ich meine, da fluppt den meisten doch der Scheitel in die Fontanelle. Noch geiler is aber: Das gibt’s ab Mai eh nich mehr, da is beim 20er Liquid Schluss. Und die Suppe mit Klößen wird noch geiler: Das alles wissen die in Berlin.

Die hatten dazu nämlich ne Anhörung von Experten, einer davon war Herr Prof. Dr. Bernd Mayer. Der hat denen verklickert, dass das BfR diesen Leutchens im Bundestag… öhm… sagen wir mal, alternative Fakten geflötet hatte. Das mussten die dann auch bei der Anhörung zugeben. Die Gesetzekritzler wissen also, dass Menthol bei weniger als 24mg/ml Nikotin nix maskiert, sondern eher das bissel Kratzen vom Nikotin noch verstärkt, was Dampfer toll finden, die nennen’s “Throat Hit”.
Hier wird also ein Verbot mit nem… öhm… äh… “bewussten Irrtum” begründet. Das is entweder ne brobdingnagische Inkompetenz oder voll das Affenspiel… also so, “nix hören, nix sehen”… leider ohne “nix sagen”… aber egal.

Genau das is der rote Strick, an dem die Dampfe in Berlin durch den Senf gezogen wird. Dass die lustige Berliner Truppe das Verbot von Menthol jetzt auf 2020 festgetackert hat, hat nix mit plötzlich erwachter Vernunft zu tun. Die wollten nur kein Geblöke, warum denn Zigaretten erst 2020 und Dampfen schon 2017… und so. Das Menthol gar nix “erleichtert”, da kommt so schnell keiner drauf, brauchen se keine Angst haben. Aber erklär mal einem das mit dem Datum… knifflig.

Klar könnt ich jetzt einen auf Konfettikanone machen, bis 2020 ham wir das Menthol sicher… jubel. Oder?
Nöpp, mach ich aber nich. Wer’s will und seinen kleinen Optimisten kitzelt, gerne. Klar seh ich, dass auch was gewonnen is mit der Änderung. Bin ja nich naiv… also nich soooo naiv.
Aber mir fehlt die Einsicht, positive Lebenseinstellung oder schlicht die richtigen Drogen, um in dem ganzen Driss einen Schwall von Vernunft bei den Berliner Köppen zu sehen. Is das Ding erst mal verabschiedet, und das geht jetzt fix, dann is die Soße gemeißelt.
Es grenzt doch an Volksverarsche, wenn man einfach Sachen mit erfundenen Begründungen verbietet. So was find ich schlimmer, als dass uns 2020 das Menthol ausgeht. Und deshalb mach ich auch keinen auf Konfettikanone. Vernunft in Sachen Dampfe seh ich in Berlin noch lange nich. Das fängt schon damit an, dass “E-Zigaretten” einfach nich mit Tabakerzeugnissen “verwandt” sind. Das sind noch nich mal Schwippschwager. Dieser ganze Scheiß is so, als würde ich Cola streng regulieren, weil Schnaps so gefährlich is.

Wenn die Dampfe aus dem Tabakerzeugnisgesetz verschwunden is, dann glaub ich auch wieder an Verstand bei den Leutchens in Berlin.

 

Was is’n nu ab Mai? Geht die Welt da unter?

Ganz klar: Nein… also so dampfertechnisch. Über fiese Felsbrocken im All oder so’n Godzilla mit Schlafstörungen weiß ich natürlich nix.
Aber ich versuch mal hier fix die wichtigsten Fragen zu beantworten. Ohne Grenadinen und Gewehre natürlich… bin ja nur fast unfehlbar.

• Wie groß dürfen Flaschen für nikotinhaltiges Liquid sein?

Da darf nur noch 10ml Liquid drin sein, also maximal. Übrigens auch bei Basen… für’s Gesetz sind das nämlich auch nur Liquids.

• Dürfen nikotinfreie Liquids und Basen auch nur noch in 10ml Fläschchen verkauft werden?

Nein. Bei Liquids… also auch Basen… ohne Nikotin wird nix, nullo, niente reguliert. Die kannst du auch weiter literweise kaufen. Denn “Nachfüllbehälter” müssen Nikotin drin haben, sonst sind se… was auch immer, aber keine “Nachfüllbehälter”. Sacht die TPD2 (Richtlinie 2014/40/EU, Artikel 2, Punkt 17)

• Wie groß dürfen Tanks von Verdampfern sein?

Theoretisch so groß wie’n Tankwagen vonner Tankstelle… is nur echt unpraktisch. Die Größe von Tankverdampfern is bei uns nich geregelt.

• Aber was is dann mit den 2ml Tankgröße?

Die 2ml gelten nur für Einmalkram, also Einwegdampfen und Einwegkartuschen.

• Welche Geschmacksrichtungen bei nikotinhaltigen Liquids gibt’s dann nich mehr?

Das is nich so einfach. Also Menthol wird’s noch bis 2020 geben. Ansonsten is nich so viel verboten, aber eben doch so’n bisschen was. Zum Beispiel verschiedene Aminosäuren, alles von der Kaffeepflanze oder vom Teestrauch (Camellia sinensis). Aber wo überall das verbotene Zeug drin is, kann ich auch nich sagen, werden wir wohl sehen müssen.

• Welche Geschmacksrichtungen darf es bei Liquids ohne Nikotin noch geben?

Alle, bis hin zu Pferdefurz mit Vanillenote. Noch mal: Is kein Nikotin drin, wird’s nich reguliert.

• Wie lange dauert’s, bis ich in Deutschland einen neuen Verdampfer oder Akkuträger kaufen kann?

Das kommt ein bissel drauf an. Wenn was Neues raus kommt, dann muss das in der EU erst angemeldet werden. Wenn’s angemeldet is, dann darf es erst nach 6 Monaten verkauft werden. Is beim Akkuträger oder Verdampfer gleich, gilt für jedes Teil von ner Dampfe. Is also der neue “Megacloudmaster 3000” fertig und die Firma “Cloud-o-Tech” haut den sofort raus, dann gibt’s den in Europa erst’n halbes Jahr später zu kaufen. Egal ob der bei nem Chinaverkäufer schon im Netz zu kriegen is.

• Darf ich denn so nen Verdampfer in China bestellen, auch wenn’s den hier noch nich gibt?

Jupp, is nich verboten. Kann allerdings passieren, dass der vom Zoll kassiert wird. Is nich oft, kommt aber vor. Auch dann hat das nix mit dir zu tun, sondern nur mit dem Onlineshop in China… oder wo auch immer. Du kriegst da keinen auf die Mütze, musst aber selber gucken, dass das Geld wieder an Land kommt.
Klar is auch, dass damit die deutschen Händler voll am Arsch sind… aber musst du mit dir ausmachen, ob du damit Probleme hast.

• Kann mir einer Selbermischen verbieten?

Nöpp. Wie auch?!

• Können Aromen verboten werden?

Nöpp. Bei der ganzen Regulierungskacke geht’s nur um fertige Liquids mit Nikotin. Aromen wirst du immer kriegen. Das sind ganz normale Lebensmittelaromen, kannst du auch Eis, Kuchen oder Limmo mit machen.

• Aber Menthol wird doch 2020 verboten, oder?

Nur in fertigen Liquids mit Nikotin wird Menthol ab 2020 verboten. Is kein Nikotin in der Soße, dann kann da Menthol rein, bis die Lunge vereist. Auch reines Mentholaroma oder Mentholkristalle aus der Apotheke wird’s weiter geben.

Noch Fragen? Dann schreib mir doch einfach ne Mail, ich guck mal, was ich machen kann.